Mitteilungen für Haupt- und Ehrenamtliche
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Trauer um Domherr Dr. Christoph Wetzel
02 Juni 2022
Zum Tod des Dresdner Theologen und Meißner Domherren Dr. Christoph Wetzel (1929-2022)
„Die Musik habe ich allzeit lieb gehabt“ – dieser Satz, der aus den Tischreden von Martin Luther stammt, hätte auch von dem Dresdner Theologen Christoph Wetzel geschrieben sein können, der sich schon in seiner Kindheit für das Orgelspiel begeisterte, nach dem Theologiestudium eine Doktorarbeit schrieb über „Die theologische Bedeutung der Musik im Leben und Denken Martin Luthers“ (1954) und von 1983 bis 1994 als Dozent für Theologie an der Dresdner Kirchenmusikschule – seit 1992 Hochschule für Kirchenmusik – wirkte, zuletzt als Prorektor. 1988 wurde er Domherr in Meißen, wo er sich in ehrenamtlicher Arbeit für die Erhaltung des Domes einsetzte und auch für das geistliche Leben am Dom Verantwortung übernahm. Am Vortag des Sonntags Exaudi – dem traditionellen Kapiteltag des Meißner Hochstiftes – ist Christoph Wetzel am 28. Mai 2022 in Dresden im Alter von 92 Jahren verstorben.
Christoph Wetzel wurde 1929 in Stenn bei Zwickau als Sohn eines Pfarrers geboren. Als nach dem Abitur 1948 die Berufswahl anstand, entschied er sich für das Studium der Theologie, bekannte jedoch: „Theologie und Kirchenmusik zogen mich in gleicher Weise an“. 1956 wurde er Pfarrer in Regis-Breitingen, wo er sich auch mit dem Orgelbau und liturgiewissenschaftlichen Fragen befasste. 1964 wechselte er an die Thomaskirche in Leipzig. 1972 übernahm er in Leipzig die Leitung des Predigerkollegs St. Pauli, wo junge Theologen für ihren Dienst als Pfarrer vorbereitet wurden. 1976 wurde er Superintendent für den Kirchenbezirk Dresden-Nord. Damit war er in Dresden angekommen, wo er seitdem lebte und wirkte.
Wir verdanken ihm eine große Zahl von Publikationen zur Kirchengeschichte der Stadt Dresden, insbesondere zur Geschichte der Frauenkirche, deren Wiederaufbau er mit Freude verfolgte. Als der Wiederaufbau vollendet war, gestaltete er in der Frauenkirche ehrenamtlich Führungen und Andachten und war auch als seelsorgerlicher Ansprechpartner für Besucher der Kirche tätig. Beschäftigt hat ihn auch die Geschichte der Schlosskirche im Dresdner Residenzschloss, die er in einer Publikation als den „geistlichen Mittelpunkt des Kurfürstentums Sachsen im 17. Jahrhundert“ bezeichnete; hier fanden „politische Gottesdienste“ statt und von hier aus wurde die Inszenierung der Reformationsjubiläen in Sachsen organisiert.
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens hat Christoph Wetzel viel zu verdanken: sein segensreiches Wirken als Pfarrer, Prediger und Seelsorger, seinen Beitrag zur Ausbildung junger Theologen und Kirchenmusiker, sein Engagement für den Dom zu Meißen und die Frauenkirche zu Dresden und seine lehrreichen Beiträge zur Kirchengeschichte und Kirchenmusik. Die Leidenschaft für die Musik war ein roter Faden in seinem Leben, der sich früh abzeichnete. Im Alter von 25 Jahren schrieb er in seiner Doktorarbeit den folgenden Satz: „Die Musik ist die äußere Form der Freude des Glaubens, und zwar eine Form, die dem Auge des Glaubens die darin eingehüllte Freude offenbart.“ (Pfarrer Dr. Hans-Peter Hasse, Senior des Meißner Domkapitels)
Trauer um Domherr Dr. Christoph Wetzel
02 Juni 2022
Zum Tod des Dresdner Theologen und Meißner Domherren Dr. Christoph Wetzel (1929-2022)
„Die Musik habe ich allzeit lieb gehabt“ – dieser Satz, der aus den Tischreden von Martin Luther stammt, hätte auch von dem Dresdner Theologen Christoph Wetzel geschrieben sein können, der sich schon in seiner Kindheit für das Orgelspiel begeisterte, nach dem Theologiestudium eine Doktorarbeit schrieb über „Die theologische Bedeutung der Musik im Leben und Denken Martin Luthers“ (1954) und von 1983 bis 1994 als Dozent für Theologie an der Dresdner Kirchenmusikschule – seit 1992 Hochschule für Kirchenmusik – wirkte, zuletzt als Prorektor. 1988 wurde er Domherr in Meißen, wo er sich in ehrenamtlicher Arbeit für die Erhaltung des Domes einsetzte und auch für das geistliche Leben am Dom Verantwortung übernahm. Am Vortag des Sonntags Exaudi – dem traditionellen Kapiteltag des Meißner Hochstiftes – ist Christoph Wetzel am 28. Mai 2022 in Dresden im Alter von 92 Jahren verstorben.
Christoph Wetzel wurde 1929 in Stenn bei Zwickau als Sohn eines Pfarrers geboren. Als nach dem Abitur 1948 die Berufswahl anstand, entschied er sich für das Studium der Theologie, bekannte jedoch: „Theologie und Kirchenmusik zogen mich in gleicher Weise an“. 1956 wurde er Pfarrer in Regis-Breitingen, wo er sich auch mit dem Orgelbau und liturgiewissenschaftlichen Fragen befasste. 1964 wechselte er an die Thomaskirche in Leipzig. 1972 übernahm er in Leipzig die Leitung des Predigerkollegs St. Pauli, wo junge Theologen für ihren Dienst als Pfarrer vorbereitet wurden. 1976 wurde er Superintendent für den Kirchenbezirk Dresden-Nord. Damit war er in Dresden angekommen, wo er seitdem lebte und wirkte.
Wir verdanken ihm eine große Zahl von Publikationen zur Kirchengeschichte der Stadt Dresden, insbesondere zur Geschichte der Frauenkirche, deren Wiederaufbau er mit Freude verfolgte. Als der Wiederaufbau vollendet war, gestaltete er in der Frauenkirche ehrenamtlich Führungen und Andachten und war auch als seelsorgerlicher Ansprechpartner für Besucher der Kirche tätig. Beschäftigt hat ihn auch die Geschichte der Schlosskirche im Dresdner Residenzschloss, die er in einer Publikation als den „geistlichen Mittelpunkt des Kurfürstentums Sachsen im 17. Jahrhundert“ bezeichnete; hier fanden „politische Gottesdienste“ statt und von hier aus wurde die Inszenierung der Reformationsjubiläen in Sachsen organisiert.
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens hat Christoph Wetzel viel zu verdanken: sein segensreiches Wirken als Pfarrer, Prediger und Seelsorger, seinen Beitrag zur Ausbildung junger Theologen und Kirchenmusiker, sein Engagement für den Dom zu Meißen und die Frauenkirche zu Dresden und seine lehrreichen Beiträge zur Kirchengeschichte und Kirchenmusik. Die Leidenschaft für die Musik war ein roter Faden in seinem Leben, der sich früh abzeichnete. Im Alter von 25 Jahren schrieb er in seiner Doktorarbeit den folgenden Satz: „Die Musik ist die äußere Form der Freude des Glaubens, und zwar eine Form, die dem Auge des Glaubens die darin eingehüllte Freude offenbart.“ (Pfarrer Dr. Hans-Peter Hasse, Senior des Meißner Domkapitels)