Mitteilung
Bereich
Zeichen gelebter Solidarität
26 Jan. 2023
Ermutigung, dass auch jüngere Mitarbeitende die Arbeit unterstützen
DRESDEN – Auf Einladung von OKR Friedemann Oehme trafen sich die Geschäftsführer der Evangelischen Partnerhilfe e.V., Stefan Klaschik (Berlin), und der sächsischen Solidarkasse e.V, Superintendent i.R. Martin Henker (Dresden), zu einer gemeinsamen Beratung im sächsischen Landeskirchenamt. Sie informierten sich gegenseitig über die Arbeit beider Vereine und berieten über die Zusammenarbeit bei der Spendenwerbung.
Mit Spenden des deutschlandweiten Vereins Evangelische Partnerhilfe e.V. werden Pfarrerinnen und Pfarrer und Mitarbeitende in evangelischen Minderheitskirchen in den Ländern Mittel und Osteuropas mit einem jährlichen Geldbetrag unterstützt. Für die Familien, die oft in schwierigen finanziellen Verhältnissen leben, ist diese Unterstützung von hoher Bedeutung.
Im Jahr 2022 wurden von Mitarbeitenden, von Pfarrerinnen und Pfarrern, von Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamten aus Kirche und Diakonie in Sachsen 233.121 Euro gespendet. Das ist der zweithöchste Beitrag innerhalb der EKD-Gliedkirchen und rund 15 Prozent der EKD-weit gespendeten gut 1,5 Millionen Euro. Zur Gesamtsumme kommen über 166.000 Euro Spenden für die Ukraine-Aktion.
Neben der EKD-weit aufgestellten Partnerhilfe engagieren sich aktive und pensionierte Pfarrerinnen und Pfarrer in der Solidarkasse des Sächsischen Pfarrvereins e.V. Im Jahr 2022 wurden Spenden in Höhe von über 113.160 Euro eingenommen. Gefördert werden Erholungsurlaube Familien und Einzelpersonen.
Das Profil der Solidarkasse ist auf die ökumenische Begegnung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgerichtet. Häufig ist es Pfarrerinnen und Pfarrern in den mittel- und osteuropäischen Ländern aus finanziellen Gründen nicht möglich, Urlaubsreisen zu unternehmen.
Während der Pandemie, die die Kirchen Ost- und Südosteuropas in besonderer Weise in finanzieller Hinsicht getroffen hat, konnten Mitarbeitende in persönlichen Notlagen durch Zuwendungen geholfen werden. Während dieser Zeit mussten die Kur- und Urlaubsprojekte abgesagt werden. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln konnte stattdessen für die zehn Partnerkirchen der Solidarkasse je 10.000 Euro Corona-Nothilfe angeboten werden. Zudem wurden seitens der sächsischen Landeskirche im Jahr 2020 Corona-Nothilfen in Höhe von 45.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Nach diesen Turbulenzen ergaben sich mit dem Ukraine-Krieg weitere Herausforderungen und Belastungen. So hat dies für viele Menschen in Europa nicht nur einen Verlust an Sicherheit mit sich gebracht, sondern auch handfeste finanzielle Sorgen. Denn die Preise sind im vergangenen Jahr stark gestiegen, vor allem die für Strom, Gas, Brennholz, Benzin und Diesel.
Die Inflationsraten in den meisten Ländern der Partnerkirchen in Mittel- und Osteuropa sind noch höher als in Deutschland. Das trifft eine Mitarbeiterschaft in den evangelischen Partnerkirchen, die nach wie vor sehr schlecht bezahlt wird.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sächsischen Landeskirche haben viele Jahre lang mit großer Dankbarkeit Unterstützung durch die westdeutschen Kirchen erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus unterstützte der Sächsische Pfarrverein e.V. seit 1993 kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Osteuropa und gründete schließlich 2001 die Solidarkasse des Sächsischen Pfarrvereins e.V. als Wohlfahrtseinrichtung des Sächsischen Pfarrvereins.
Mit der Evangelischen Partnerhilfe e.V. unterstützen neben Pfarrerinnen und Pfarrern auch andere kirchliche Mitarbeitende ihre Kollegen und Kolleginnen mit monatlichen Beiträgen von ihren Gehältern. Die Geschäftsführer der beiden Vereine ermutigen auch jüngere Mitarbeitende diese Arbeit zu unterstützen, da das sächsische Spendenaufkommen der Partnerhilfe rückläufig ist. Grund dafür ist, dass neben den Gehaltsabzügen bei Beschäftigten sowie Individualspenden der weitaus größte Anteil von der hohen Anzahl bisheriger Ruheständler getragen wurde.