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Tag des Friedhofs 2025
16 Sept. 2025
Veranstaltungen bieten Einblicke in grüne Oasen mit langer Geschichte
DRESDEN – Am »Tag des Friedhofs« am 21. September beteiligen sich evangelische Friedhöfe in Sachsen mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Vielfältige und oft nicht alltägliche Veranstaltungen ermöglichen es Interessierten, Friedhöfe neu zu entdecken und sich mit Themen wie Erinnerung und Gedenken auf ganz neue Weise zu beschäftigen.
So werden Führungen und Gesprächsrunden und vieles mehr angeboten. Außerdem beantworten Friedhofsverwalter Fragen rund um Bestattung und Vorsorge, Grabgestaltung oder auch zu Grabpatenschaften. Die Friedhofsgärtner bieten Anregungen und Ideen für Trauerfloristik und den Blumenschmuck der Gräber. Holzbildhauer und Steinmetze gewähren Einblicke in ihre Arbeit.
Die 1.200 evangelischen Friedhöfe stellen besondere Orte der Friedhofskultur in Sachsen dar. Sie übernehmen stellvertretend eine kommunale Pflichtaufgabe und leisten einen wesentlichen Dienst für die Gesellschaft. Die Friedhöfe – ganz gleich ob der große Parkfriedhof in der Stadt oder der Dorffriedhof rund um eine Kirche - sind in vielfältiger Hinsicht »Wert-volle Orte«.
»Die evangelischen Friedhöfe in Sachsen bewahren unsere christliche Trauerkultur, stiften lokale Identität und sind für Städte und Dörfer auch ökologisch wertvoll«, sagt Landesbischof Tobias Bilz. »Angehörige Verstorbener finden auf dem Friedhof einen geschützten Ort und Ansprechpartner in einer herausfordernden Lebenssituation.« Der Landesbischof, der selbst am 21. September in einer Friedhofskirche predigen wird, dankt allen, die mit großem Engagement die sächsischen Friedhöfe gestalten und erhalten: »Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für Kirche, Gesellschaft und Umwelt.«
»Unsere Friedhöfe – Wert-volle Orte«
In diesem Jahr möchte insbesondere der Kirchenbezirk Leipziger Land diese Orte stärker präsentieren und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. So beteiligen sich 20./21. September verschiedene Kirchgemeinden des Kirchenbezirks und laden zu Führungen, Lesungen, Andachten oder Theaterstücken ein. Damit können die Besucherinnen und Besucher die gemeinschaftlichen, wohnortnahen Friedhöfe in Stadt und Dorf neu entdecken.
Alleine der Friedhof in Grimma hat am 20. September ein Ganztagsprogramm zu bieten, das um 11:00 Uhr mit »Einblicken in unsere Friedhofskultur – gestern und heute« durch einen Vortrag von Dr. Frank Schmidt, Kunstdienst der Landeskirche, beginnt. Es folgen eine Filmvorführung, Rundgänge, ein Vortrag über die Vogelwelt auf dem Friedhof, ein Schauspiel der Theatergruppe des Kirchspiels sowie am Abend um 19:30 Uhr eine Musikalische Lesung in der Friedhofskirche.
Schwerpunkte an diesem Wochenende werden die Friedhöfe in Grimma und Wurzen sowie im Kirchspiel Muldental sein. Einige Kirchgemeinden verlegen ihre Sonntagsgottesdienste am 21. September auf die Friedhöfe. Zum Gottesdienst in der Friedhofskirche Grimma am Sonntag um 10:15 Uhr wird Landesbischof Tobias Bilz erwartet, der predigen und im Anschluss für Gespräche und Begegnung zur Verfügung stehen wird.
»Unsere gemeinschaftlichen Friedhöfe sind ein Schatz, der vielleicht für manche etwas in Vergessenheit geraten ist«, sagt Superintendent Dr. Jochen Kinder (Borna). Mit der Beteiligung am »Tag des Friedhofs« möchten die Kirchgemeinden das »Wert-volle« der Friedhöfe neu ins Blickfeld rücken. »Friedhöfe sind nicht nur Orte von Trauer und Erinnerung, sondern auch Orte der Begegnung, der ökologischen Vielfalt und von kulturhistorischer Bedeutung«, so Dr. Kinder.
Nach dem Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Friedhofskapelle Borna gibt es Führungen über den Bornaer Parkfriedhof zu historischen Gräbern.
Angebote zum Tag des Friedhofs im Leipziger Land
»Endlich und lebendig« – Motto für die Jahre 2024/25
Der Tag des Friedhofs auf Dresdner Friedhöfen ist ein gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt Dresden, der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, der Katholischen Kirchhofstiftung zu Dresden und der Jüdischen Gemeinde Dresdens. Auch hier werden Führungen, Gesprächsrunden, Theateraufführungen und vieles mehr angeboten. Friedhofsverwalter beantworten Fragen rund um Bestattung und Vorsorge, Grabgestaltung oder auch zu Grabpatenschaften.
So wird Friedhofsverwalterin Lara Schink am 21. September auf dem Alten Annenfriedhof (Chemnitzer Straße 32) um 11:00 Uhr eine Friedhofsführung zu Bestattungskultur und Denkmalerhalt unter dem Titel »Ewigkeit ist reine Harmonie« anbieten.
Der Förderverein Eliasfriedhof öffnet von 10:00-18:00 Uhr die ansonsten geschlossenen Tore des Eliasfriedhofs (Ziegelstraße 22). Dort erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm mit Führungen zur Friedhofsgeschichte, ein Verkaufsstand mit Büchern, Postkarten und anderen Kleinigkeiten zum Thema Friedhof, eine Ausstellung, ein Quiz für Kinder und Erwachsene sowie Kaffee und Kuchen.
Weitere Angebote sind auf dem Friedhof Bühlau (Lindenfriedhof, Eschdorfer Weg / Ecke Cunewalder Straße) um 10:00, 13:00 und 15:00 Uhr sowie auf dem Friedhof Leuben (Pirnaer Landstraße 113) von 12:00-17:00 Uhr mit Chorgesang an der Kapelle und geführten Rundgängen mit Erklärungen zur Grabbepflanzung.
Auf dem Inneren Matthäusfriedhof (Friedrichstraße 43) beginnt am Sonnabend, 20. September, ab 16:00 Uhr ein Benefizkonzert für den Erhalt des Friedhofs mit anschließender Friedhofsführung.
Am Sonntag sind Führungen auf dem Inneren Neustädter Friedhof (Friedensstraße 2) um 14:00 Uhr, dem Johannisfriedhof (Wehlener Straße 13) um 13:00 bzw. 14:00 Uhr und um 16:00 Uhr mit Vortrag und Gespräch in der Feierhalle sowie um 14:00 Uhr auf dem St.-Markus-Friedhof (Hubertusstraße 1) mit einer historischen Betrachtung zu besonderen Grabmalen. Der Waldfriedhof Bad Weißer Hirsch (Am Heiderand 8-10) bietet um 15:00 Uhr meditative Cellomusik aus 4 Jahrhunderten von und mit dem Cellisten und Komponisten Rainer Promnitz in der Trauerhalle und eine anschließende Führung an. Dresdner Friedhöfe am Tag des offenen Friedhofs 2025
In der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 lädt im Stadtteil Altendorf wieder der Friedhof St. Matthäus von 15:00 bis 18:00 Uhr zum Tag des offenen Friedhofs mit Führungen zu verschiedenen Grabanlagen und einer naturkundlichen Führung ein.
In Zwickau hatte bereits am 14. Juni 2025 ein Tag des Friedhofs durch das Garten- und Friedhofsamt der Stadt stattgefunden
Friedhöfe als Orte der Regionalgeschichte in Sachsen
Die große Zahl evangelischer Friedhöfe in den sächsischen Dörfern und Kleinstädten macht eine Besonderheit Sachsens aus. Als wichtige Orte der Familiengeschichte haben sie eine große Bedeutung für die ortsansässigen Familien. Mit ihrem alten Baumbestand und ihrer langen Geschichte sind sie jedoch auch für Besucherinnen und Besucher ein lohnenswertes Ziel – ob nun in Bautzen der berühmte Taucherfriedhof, der Bornaer Parkfriedhof, der alte Friedhof in Grimma und die Friedhöfe in Wurzen oder der Frauenfriedhof in Zittau in der Oberlausitz am Fuße des Zittauer Gebirges.
Zum Tag des Friedhofs feiert am 21. September die Kirchgemeinde Lößnitz um 10:00 Uhr in Kirchweihfest ihren Gottesdienst in der Hospitalkirche, dem sich ein Veeh-Harfen-Konzert anschließt. Führungen und Beratungen sowie Gespräche mit Bestattern, Steinmetzen und Gärtnern beziehen sich auf Bestattungsmöglichkeiten in Lößnitz, Affalter und Alberode.
Im mittelsächsischen Mittweida gibt es um 14:00 und 15:00 Uhr Friedhofsführungen sowie Informationen und Beratung zu den verschiedenen Grabarten. Nach einem Besuch im Friedhofscafés wird über die Baugeschichte der Friedhofskapelle informiert bevor um 16:00 Uhr in der Friedhofskapelle Musik erklingt.
Am 21. September wird in der Jubiläumsstadt Kamenz »100 Jahre Bläserarbeit in Kamenz« mit einem Bezirksposaunenfest im Gottesdienst um 16:00 Uhr in der Marienkirche und einem offenen Blasen auf dem Pfarrfriedhof vor der Kirche gefeiert. Ebenfalls an diesem Tag erfolgt die Weihe der zweiten neugegossenen Glocke (Friedensglocke) für die Kamenzer St. Marienkirche.
Hintergrund: Kirchliche Friedhöfe in Sachsen
In Sachsen sind rund drei Viertel der Friedhöfe in der Hand der Kirchen. Etwa 1.200 Friedhöfe (65%) werden dabei von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen getragen, 20 sächsische Friedhöfe gehören zu den Bistümern Dresden-Meißen und Görlitz.
Unter der Überschrift »Sächsischer Friedhof – mehr als Baumbestattung?« fand in Dresden am 10. September ein Parlamentarisches Frühstück zum Friedhofs- und Bestattungswesen in Sachsen statt. Abgeordnete des Sächsischen Landtages sowie zahlreiche parlamentarische Beraterinnen und Berater der Landtagsfraktionen informierten sich auf Einladung des Evangelischen und des Katholischen Büros Sachsen über aktuelle Themen und Entwicklungen rund um das Thema Friedhof und Bestattung.
Hintergrund: Tag des Friedhofs
Seit 2001 finden Veranstaltungen zum bundesweiten Tag des Friedhofs am jeweils dritten Wochenende im September statt. Geführte Friedhofsrundgänge, Diskussionen zu friedhofsrelevanten Themen, Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten sowie kulturelle Veranstaltungen mit Musik und Literatur haben dabei immer ein Ziel: Die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum soll den Menschen wieder nähergebracht, der Umgang mit den Themen Tod und Trauer enttabuisiert werden.
Die Gestaltung dieses Tages liegt dabei in den Händen der einzelnen Städte und Gemeinden. Vor Ort schließen sich Friedhofsgärtner, Bestatter, Steinmetze, Floristen, Friedhofsverwaltungen, Religionsgemeinschaften sowie Initiativen und Vereine zusammen, um ihre Ideen zum jeweiligen Tag des Friedhofs umzusetzen.