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Rückkehr des Hochaltars nach St. Jakobi
17 Mai 2018
Hochaltar ist „Schlussstein“ der wieder aufgebauten Jakobikirche
CHEMNITZ – In der Chemnitzer Stadt- und Marktkirche St. Jakobi wird am Pfingstsonntag, 20. Mai, mit einem Festgottesdienst die Wiederkehr des alten Hochaltars in neuer Gestaltung gefeiert. In dem Gottesdienst, der um 10:00 Uhr beginnt, weiht Landesbischof Dr. Carsten Rentzing den spätgotischen Flügelaltar (1504) von Hans Hesse und Peter Breuer.
Im Gottesdienst der Wiedereinweihung erklingt festliche Musik u.a. mit der Motette „Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf“ von Johann Sebastian Bach. Ausführende sind die Kantorei der Kreuzkirche, das Chemnitzer Barockorchester unter Leitung von Steffen Walther (Orgel).
Die am 5. März 1945 zerstörte Jakobikirche ist nach ihrem jahrelangen Wiederaufbau mit der Aufstellung des Altars wieder vollständig. Der neue Hochaltar vereint moderne Formensprache und mittelalterlichen Bestand in gelungener Weise.
Eine schlanke Stele ummantelt den historischen Flügelaltar. Ihre Messingplatten wurden blattvergoldet, nehmen den Lichteinfall in der Kirche auf und spiegeln ihn wider.
Der Hochaltar ist der fehlende „Schlussstein“ der wieder aufgebauten St. Jakobikirche nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Damit erhält das Chemnitzer Stadtzentrum einen neuen Anziehungspunkt für Besucher und Touristen. Die Stadt- und Marktkirche St. Jakobikirche ist neben den Bauten des früheren Benediktinerklosters auf dem Schlossberg das wertvollste Baudenkmal der Stadt Chemnitz aus vorindustrieller Zeit. Von nun an können Chemnitzerinnen und Chemnitzer und ihre Gäste den Altar in der täglich geöffneten Kirche besichtigen.
Der spätgotische Flügelaltar entstand um 1504 für die Chemnitzer Johanniskirche. Die geschnitzten Teile stammen von Peter Breuer aus Zwickau, die Gemälde auf den Flügeln von Hans Hesse aus Annaberg. Nach Zerstörungen, Abbruch und Verlusten wurden zwischen 1965 und 1970 die Figuren in Dresden restauriert und ein neuer Mittelschrein gebaut und mit den Flügeln wieder vereinigt. 1970 konnte der Altar im Chorraum der Jakobikirche wieder geweiht werden.
Im Zuge der Restaurierung des Chorraumes wurde der Altar 2011 abgebaut. Seine Größe und der Erhaltungszustand der wertvollen spätgotischen Arbeiten entsprachen nicht mehr den Erfordernissen der Stadtkirche, die mit Chor und Langhaus wieder vollständig genutzt werden sollte. Im Herbst 2015 wurden Schäden an Malereien und Figuren behoben. Für die Einfassung und Basis entschied sich eine Auswahlkommission nach einem landesweiten Künstlerwettbewerb für den Entwurf der Künstler Susanna und Bernhard Lutzenberger aus Bad Wörishofen.