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Gesprächsabend zu Diakonie und Caritas im Osten
27 Sept. 2025
Erfahrungen und Potentiale in Entwicklungen der „Nachwendejahre“
LEIPZIG – Ein gut besuchter Gesprächsabend zum Thema „Im System der Nächstenliebe – Die stille Revolution von Diakonie und Caritas im Osten“ hat am 23. September in der Propstei St Trinitatis in Leipzig stattgefunden. Auf dem Podium sprachen vier Autorinnen und Autoren des gleichnamigen Buches zum Thema und gaben einen Einblick in ihren Forschungsgegenstand. Für einen inhaltlichen Austausch standen dafür Ilse Junkermann (frühere Bischöfin der Ev. Kirche Mitteldeutschlands), Prof. Dr. Harald Wagner (Dresden), Synodalpräsidentin Bettina Westfeld (Dresden), Prof. Dr. Markus Schmidt (Bielefeld-Bethel) zur Verfügung.
Über 70 Personen waren gekommen, um im Rückblick auf die Zeit vor und nach der Friedlichen Revolution in der DDR damalige Erlebnisse und Erfahrungen aufleben zu lassen. Unter den Besuchern waren viele langjährige und ehemalige Mitarbeitende aus Diakonie und Caritas, aber auch interessierte Gemeindemitglieder sowie Vertreter der Stadtpolitik.
Die Podiumsgäste gingen im Rahmen ihrer Forschungsergebnisse und Erkenntnisse Fragen nach, welche Transformationen kirchlichen Lebens und Handelns im jeweiligen Bereich in der DDR und in den „Nachwendejahren“ erfuhren und welches Potential an Erfahrungen darin liegen könne. Dem schloss sich die Frage an, ob sich die Kirche oder die Diakonie besser auf die Herausforderungen der Gegenwart einstellen konnte. Speziell ostdeutsche Erfahrungen und Ressourcen wurden im Zusammenhang mit der Rolle von konfessionslosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angesprochen, woraus sich die Frage ergebe, wie unternehmerisch und wie missionarisch Kirche sein solle?
Der Erfahrung, dass ostdeutscher Lebenswirklichkeit eher mit einer gewissen Ignoranz bzw. Abwertung begegnet werde, stellten die Verfasser des Buches den Wert dieser Erfahrungen für die heutige Zeit gegenüber. So sei im Osten manches vorweggenommen, was jetzt auch im Westen eine Rolle spielen würde, beispielsweise das Leben und Arbeiten von Kirche und Diakonie in einem säkularen Umfeld und damit der Umgang mit konfessionslosen Mitarbeitenden. Für die Diakonie sei das Gemeindemodell Stadtmission als eine Möglichkeit für die Zukunft ins Gespräch gebracht worden. „Wir könnten auch in der Diakonie taufen“ – so die Meinung von Missionsdirektor Dr. Gregor Heidbrink, der das Gespräch moderierte und sich daran beteiligte.
Im Anschluss an die Veranstaltung kamen die Gäste und Teilnehmenden miteinander ins Gespräch und konkretisierten die Inhalte der Vortragenden mit ihren eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit.
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