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Feierlicher Beginn einer Ausbildungskooperation


18 Sept. 2025

Die Landeskirchen Sachsens und Bayerns beginnen die gemeinsame Ausbildung im Pfarrdienst mit einem Gottesdienst in Nürnberg

DRESDEN | MÜNCHEN – Derzeit befinden sich 26 junge Theologinnen und Theologen aus Bayern und Sachsen im gemeinsamen Vorbereitungsdienst (Vikariat) auf dem Weg zum zukünftigen Pfarrberuf. Aus Sachsen sind acht Vikare und zwei Vikarinnen mit dabei. Der erste Kurs zur Pfarrerausbildung im Rahmen einer Ausbildungskooperation mit der Bayrischen Landeskirche im neuen modularen Ausbildungskonzept begann mit einem Gottesdienst am 8. September 2025 in der LUX Junge Kirche in Nürnberg.

In diesem Gottesdienst wurde Dr. Miriam Groß als neue Rektorin des ESP (Evangelisches Studienseminar für Pfarrausbildung) in ihr Amt eingeführt sowie ihr Team vorgestellt, das von sächsischer Seite aus den Studienleitern Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler und Pfarrer Stefan Günther besteht. Verantwortlich sind sie u.a. für die zentralen und landeskirchlichen Ausbildungseinheiten sowie für die Begleitung und Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer in den ersten Dienstjahren im Probedienst.

Aus der sächsischen Landeskirche haben Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte sowie die Ausbildungsreferentin Dr. Astrid Reglitz an dem Gottesdienst mitgewirkt. Zudem nahmen u.a. Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, Superintendentin Ulrike Weyer, Thilo Mahn und Yvette Schwarze vom Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis der EVLKS und Pfarrer Christian Schubert von der Sächsischen Pfarrervertretung daran teil.

Mehrer Grußworte von sächsischer und bayerischer Seite wurden per Video-Sequenzen eingespielt. In ihnen kam die Freude über den Start der neuen Ausbilungskooperation und gute Wünsche für das neue Ausbildungsteam und die Vikarinnen und Vikare gleichermaßen zur Sprache. So sagte auch Landesbischof Tobias Bilz, dass er sich über den neuen Kurs freue. Er sei etwas Neues und damit Experimentelles, was manche genießen würden. Andere hätten Sorgen, ob es gut werde. Er plädierte dafür, es zu genießen und sich in den neuen Prozess mit einzubringen. 

Bettina Westfeld zeigte sich überzeugt, dass bei allen Diskussionen um strukturelle Veränderungen die zentrale Aufgabe bleibe, Gottes Wort zu verkünden, Seelsorge zu leisten und Gemeinschaft zu führen. Durch unterschiedliche historische Erfahrungen träfen unterschiedlichen Realitäten aufeinander, was die Chance böte, aus der Vielfalt voneinander zu lernen, gemeinsame Wege zu gehen und die Kirchen in beiden Regionen zukunftsfähig zu gestalten, so Westfeld.

Superintendentin Ulrike Weyer aus Plauen griff die guten gemeinsamen Erfahrungen in der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden Dekanate Hof und Plauen auf. „Wir hören voneinander und lernen voneinander“, sagte sie. Gemeinsam mache man sich auch in der gemeinsamen Ausbildung in die Zukunft auf. Sie freue sich darauf und verspricht sich viel davon.

Weitere Grußbotschaften schickten das Theologisch-Pädagogische Zentrum in Moritzburg, der Sächsische Pfarrverein, der sich ebenfalls auf die Vikarinnen und Vikare freue und sie begleiten möchte, sowie die Arbeitsstelle Kirchenmusik.
Der bayerische Landesbischof Christian Kopp freute sich sehr, dass die Bayern und Sachsen gemeinsame in die Ausbildung einstiegen. Es sei „total wichtig, dass wir in Deutschland Synergien suchen“, so Kopp. „ESP“ stünde für ihn auch für „experimentell, spirituell und professionell“. Er freue sich auf das Lernen für diesen tollen Beruf.

In weiteren Video-Sequenzen stellten sich die Studienleiterinnen und Studienleiter der einzelnen Module vor, die ein breites und anspruchsvolles Ausbildungskonzept repräsentieren. Dem folgte für den praktischen gemeindlichen Teil der Ausbildung die Vorstellung von Mentoren, also Pfarrerinnen und Pfarrer in unterschiedlichen Orten Bayerns und Sachsen. Neben kleineren Orten waren es beispielsweise in Bayern Augsburg, Bad Reichenhall, Bamberg, Kempten, München und Tutzing sowie in Sachsen Chemnitz, Dresden, Leipzig und Wurzen.

Hintergrund: Vikariat

Das Vikariat als zweite Ausbildungsphase für den Pfarrberuf schließt an das Studium und das erste theologische Examen an. Im Vikariat (auch Vorbereitungsdienst genannt) werden Theorie und Praxis des Pfarrberufes miteinander verbunden. Über zwei Jahre werden die Vikarinnen und Vikare in mehreren Praxisstationen und Ausbildungskursen auf den Pfarrdienst vorbereitet.

Mit der Neukonzeption des Vikariats entspricht die Ausbildung den neusten pädagogischen Erkenntnissen.  Kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen und die veränderten Bedingungen des Pfarrdienstes werden aufgegriffen und finden in der Ausbildung Berücksichtigung. Im Miteinander der kirchlichen Berufsgruppen, durch regionale Vernetzung und Schwerpunktsetzung und in der Arbeit an einem klar erkennbaren spirituellen und persönlichen Profil bereiten sich Vikarinnen und Vikare auf den Pfarrberuf vor. Durch praktisches Tun, Trainings und Reflexion erwerben sie Kompetenzen dafür, den Pfarrberuf in verschiedenen Kontexten auszuüben. Das gesamte Vikariat basiert auf einer Feedforward-Kultur, durch die den Vikarinnen und Vikare von Beginn an deutlich wird, wo Entwicklungsaufgaben liegen.

Das Vikariat in der Praxis

Das neue Vikariat nimmt den Sozialraum in den Blick. Die Verkündigung des Evangeliums findet an vielen Orten statt - nicht nur in der klassischen Gemeinde, sondern auch an anderen Orten: Kindergarten, Schule, Diakonie, Sonderseelsorge in Alten- und Pflegeheim, Krankenhaus und sogar Gefängnis sowie weiteren Schnittstellen zwischen Kirche und Gesellschaft. Deshalb findet die Ausbildung im Vikariat nicht mehr nur (wie bisher) in einer Ausbildungsgemeinde statt, sondern an den vielen kirchlichen Orten in einer Ausbildungsregion. Kirche vor Ort ist, je nach Region, unterschiedlich in ihrer Vielfalt und Vernetzung.

Die Ausbildung zum Pfarrer oder zur Pfarrerin soll theologische Leitungs- und Gestaltungskompetenz sowie Rollenkompetenz innerhalb eines solchen Netzwerks stärken. In allen Modulen wird entsprechend in unterschiedlichen Formaten innerkirchliche, sozialräumliche und ökumenische Kooperation eingeübt. Die beiden Ausbildungsjahre sind dabei in Module gegliedert, in denen jeweils einzelne Handlungsfelder (Verkündigung, Seelsorge, Bildung und Leitungshandeln) schwerpunktmäßig in den Blick genommen werden. Am Ende der Module stehen Modulabschlussprüfungen, die in Summe das bisherige 2. Theologische Examen ersetzen.

Zur Ausbildungskooperation mit Bayern

Die Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Ausbildung im Vikariat ab 2025 hatten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens (EVLKS) und die Evangelische-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) im Oktober 2023 beschlossen.

Geplant ist, dass die sächsischen Vikarinnen und Vikare in drei Modulen zentrale Ausbildungseinheiten gemeinsam mit ihren bayerischen Kolleginnen und Kollegen absolvieren. Die Ausbildungseinheiten werden vom Evangelischen Seminar für Pfarrausbildung der ELKB verantwortet. Das pädagogische Modul wird in Verantwortung des Theologisch-Pädagogischen Institutes Moritzburg durchgeführt. Die Kirchenrechts- und Verwaltungsausbildung sowie weitere landeskirchliche Reflexions- und Studientage werden von der landeskirchlichen Studienleitung verantwortet. In den Ausbildungsregionen werden die Vikarinnen und Vikare von Hauptmentoren und, je nach Modul, von weiteren Fachmentoren (u.a. aus den Bereichen Schule, Gemeindepädagogik und Se

Die neuen Studienleiter und Studienleiterinnen stehen vorn und werden begrüßt
Feierlicher Beginn der Ausbildungskooperation mit einem Gottesdienst in der LUX Jugendkirche Nürnberg
Menschen stehen an Stehtischen und tauschen sich aus
Austausch und gute Stimmung beim Empfang nach dem Gottesdienst

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