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Die Türen der Kirchen weit öffnen


07 Juli 2023

Interview mit der Geschäftsführerin der Stiftung KiBa

GOTHA | DRESDEN - Im Juni 2023 kam der Verein zur Förderung der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland e.V. (kurz: Förderverein der KiBa) zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung im thüringischen Gotha zusammen. Anlass für den Evangelischen Immobilienverband Deutschland (eid) mit der Geschäftsführerin der Stiftung KiBa, Dr. Catharina Hasenclever, über die bauliche Situation von Kirchen ins Gespräch zu kommen. [Interview]

Dr. Hasenclever sieht die meisten, der gut 20.000 evangelischen Kirchen und Kapellen in gutem Zustand, die auch künftig für Gottesdienste und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen würden. Allerdings gebe es auch überall in Deutschland Kirchen, die seit Jahren auf dringend notwendige Sanierungsarbeiten warten. Oft sind es sehr kleine Gemeinden, die mit den Herausforderungen des Kirchenerhalts an ihre finanziellen und organisatorischen Grenzen stoßen.

Angesichts der kleiner werdenden Gemeinden gehe es zunehmend um gesamtgesellschaftliches Engagement und Verantwortung der Bewohner im lokalen Kontext um die Kirche herum. Für die Geschäftsführerin haben sich in den Gemeinden die Erkenntnis durchgesetzt, neue Gemeinschaften einzubeziehen und eine Umnutzung bzw. Mehrfachnutzung der Kirchen ins Auge zu fassen. Sie führt im Interview das Beispiel der Heilandskirche in Leipzig-Plagwitz an, die gerade zum Stadtteilzentrum „Westkreuz“ umgebaut werde.

Über das „fantastische Projekt“ dieser großen Gründerzeitkirche sei im letzten Jahr auf der Mitgliederversammlung in Dresden berichtet worden. In Absprache mit der Denkmalpflege, vor allem aber mit den Menschen im Stadtviertel, entstünden helle, moderne Multifunktionsräume, die über eine großzügige, einladende Treppe mit dem Kirchraum verbunden sind und ganz niedrigschwellig einladen, den Raum zu betreten. Ende Oktober 2023 sollen die Räume eingeweiht werden. Im nächsten Jahr findet die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stiftung KiBa vom 14. bis 16. Juni in Leipzig statt.

Der Förderverein zählt aktuell über 3.600 Mitglieder. In der prozentualen Verteilung der Mitglieder nach allen 16 darin vertretenen Bundesländern kommen mehr als 14 Prozent aus dem Freistaat Sachsen und machen damit die anteilig größte Mitgliedergruppe aus. Rund ein Drittel der Mitglieder des Fördervereins sind geförderte Kirchgemeinden, zwei Drittel der Mitglieder generieren sich aus Privatpersonen. Mithilfe der Mitgliedsbeiträge des Fördervereins sowie weiterer Spenden und Drittmittelfinanzierungen (z.B. Unterstiftungen) können im Jahr 2023 sieben Kirchen aus dem Bundesland „Freistaat Sachsen“ mit insgesamt rund 220.000 Euro gefördert werden.

Zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins gehört seit 1999 auch der frühere Baureferent der sächsischen Landeskirche, Oberkirchenrat i. R. Dr. Ulrich Böhme. Ein langjähriger Baupfleger der Landeskirche aus Leipzig, mittlerweile im Ruhestand, gehört seit dem Jahr 2000 ebenfalls zu den frühen Mitgliedern des Fördervereins aus Sachsen.

Rückblick Mitgliederversammlung 2022 in Dresden

Es wird Zeit, die Türen der Kirchen weit zu öffnen
OKR i.R. Dr. Ulrich Böhme (Gründungsmitglied des Fördervereins der KiBa), Dr. Catharina Hasenclever (seit 2019 Geschäftsführerin der Stiftung KiBa) und Pfarrer Christoph Rechenberg aus Röhrsdorf bei Meißen (Vorstandsmitglied des Fördervereins der KiBa) - v.l.n.r.
Begegnung - Glaube - Kultur. Stadtteilzentrum Westkreuz in Leipzig Plagwitz erhielt auf dem Kirchbautag in Köln den ausgelobten „Preis der Stiftung KiBa 2022“ mit der Überschrift „RaumWunder Kirche“ (1. Platz).

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