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Russischer Bischof Andrei Dschamgarow verstorben
13 Feb. 2023
DRESDEN / SARATOW - Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER), Andrei Dschamgarow (Moskau) verstarb nach den Angaben seiner Kirche in der Nacht zum 9. Februar 2023 im Alter von 55 Jahren unerwartet an den Folgen eines Schlaganfalls. Dschamgarow war erst im Oktober 2022 zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELK ER) gewählt worden. Gemeinsam mit Erzbischof Wladimir Proworow wurde er am 6. November 2022 in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg in sein Amt eingeführt. Die sächsische Landeskirche hat seit 2014 offizielle Partnerschaftsbeziehungen zur ELKER, die sich von St. Petersburg auf einem riesigen Gebiet bis zum Ural erstreckt.
Landesbischof Tobias Bilz sprach den Angehörigen von Bischof Dschamgarow sowie den Geschwistern der Partnerkirche seine Anteilnahme aus: "Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod Ihres Bischofs Andrej Dshamgarov erfahren. Dieser plötzliche Tod erfüllt uns mit Trauer und Schmerz und wir leiden mit Ihnen. Wir möchten den Angehörigen von Bischof Dshamgarov und Ihrer ganzen Kirche unsere Anteilnahme aussprechen. Ich tue dies persönlich als Landesbischof und gleichzeitig auch im Namen der Schwestern und Brüder des Landeskirchenamtes. Wir fühlen uns mit Ihnen in besonderer Weise verbunden und ahnen, was sein Tod jetzt in dieser schweren Zeit für Sie bedeutet. Wir sind im Gebet und in Gedanken bei Ihnen. Möge die Hoffnung auf das neue Leben in Gottes Ewigkeit Ihnen Kraft und Vertrauen in dieser Situation geben."
Neben der sächsischen Landeskirche unterhalten auch die Dresdner Kirchenbezirke enge Kontakte zu den lutherischen Gemeinden im europäischen Russland. Diese wurden vor der Corona-Pandemie durch regelmäßige Besuche von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen lebendig gehalten. Auch seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine versucht die sächsische Landeskirche die Kontakte zu den Christinnen und Christen in Russland nicht abreißen zu lassen. So riefen die Kirchenleitung und die Landessynode dazu auf, nebem dem Gebet für den Frieden und der Unterstützung der Notleidenden auch das Gespräch mit Christen aller Konfessionen und mit Menschen über alle Grenzen hinweg zu verstärken, um Brücken für den Frieden zu bauen. Der Vorgänger Dschamgarows im Bischofsamt der ELKER, Dietrich Brauer (39), hatte das Bischofsamt niedergelegt, nachdem er sich kritisch zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine geäußert hatte und dann im März 2022 zusammen mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet war.
Andrei Dschamgarow wurde am 15. März 1967 in Baku geboren und studierte am Nationalen Polytechnischen Institut in Armenien. Seine kirchliche Ausbildung erwarb er im Fernstudium am Theologischen Seminar in Nowosaratowka. Seit 2004 war er als Prediger in der Gemeinde Saratow tätig. 2010 – 2018 war er Vorsitzender des dortigen Gemeinderates. 2014 wurde er ordiniert. 2017 wurde er Propst der Propstei Saratow und Präsident der Generalsynode der ELK ER. Seit September 2021 war er auch Propst in der Propstei Nordkaukasus der ELK ER.