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Augustusburg im Jubiläumsjahr


28 Jan. 2022

Festgottesdienst in der Schlosskirche mit Landesbischof

AUGUSTUSBURG – Auftakt des Festjahres von Stadt und Schloss Augustusburg ist am 30. Januar 2022 um 16:00 Uhr ein Festgottesdienst in der Schlosskirche mit Landesbischof Tobias Bilz. Die Schlosskirche gilt als eine der ersten protestantischen Kirchenneubauten ihrer Zeit, denn auf den Tag vor genau 450 Jahren fand die Weihe der Kirche statt. Die Schlosskirche ist nicht nur wegen ihrer original erhaltenen Barockorgel von Georg Renkewitz ein Mekka für Musikfreunde, sie beherbergt zudem mit dem großen Altarbild und der Kanzel zwei weltberühmte Kunstwerke von Lucas Cranach d.J.

Vor diesem Ensemble übernimmt Pfarrer Uwe Winkler von der St. Petri-Kirchgemeinde Augustusburg die Leitung des Festgottesdienstes, in dem der Landesbischof predigen wird. Die musikalische Ausgestaltung erfolgt durch das Dresdner Ensemble „Corona harmonica“ unter der Leitung von Jan Katzschke. Orgel und historische Blasinstrumente spielen ausgewählte Musik vom Dresdner Hof, wie sie wohl in den ersten 50 Jahren nach der Weihe der Kapelle erklang, darunter Werke von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Hans Leo Haßler und Matthias Weckmann.

Mitte des 16. Jahrhunderts war Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) der Führer der deutschen Protestanten und trug dazu bei, das friedvolle Zusammenleben von Katholiken und Protestanten im Reich zu sichern. Das Kurfürstenpaar August und Anna war lutherisch gesinnt und forcierte den Aufbau einer lutherischen Landeskirche. Die Schlosskirche auf Schloss Augustusburg wurde von dem niederländischen Baumeister Erhard van der Meer entworfen. Als Vorbild diente die Kirche auf Schloss Hartenfels, welche als erster protestantischer Kirchenneubau der Welt gilt und 1544 von Martin Luther selbst geweiht wurde.

Der Wittenberger Maler Lucas Cranach d. J. erhielt von Kurfürst August den Auftrag für das Altargemälde und die Kanzel. Das Altargemälde zeigt die kurfürstliche Familie am Fuß des gekreuzigten Christi mit 14 ihrer 15 Kinder. Es ist das einzige erhaltene Bildnis der kurfürstlichen Familie im zeitgemäßen Habitus der Renaissance.

Am 30. Januar 1572 wurde die Augustusburger Schlosskirche schließlich durch den kursächsischen Hofprediger Philipp Wagner in Anwesenheit des Kurfürstenpaares eingeweiht. In den drei aus diesem Anlass gehaltenen Predigten verwies Wagner auf die Predigt Martin Luthers, mit der dieser 1544 die Kirche von Schloss Hartenfels in Torgau eingeweiht hatte. Für den Kurfürsten und seine Frau gab zudem es einen direkten Bezug zu Torgau, da sie 1548 in der Torgauer Schlosskirche getraut worden waren.

Im Rahmen des Jubiläums 450 Jahre Schloss Augustusburg wird ab dem 30. April der bundesweit renommierte Kulturort zum Schauplatz der innovativen, historisch-multimedialen Sonderausstellung "Kurfürst mit Weitblick – Das Leben und Wirken von Landesvater August von Sachsen". "Das Festjahr wird mit einem ganzjährigen kulturellen Programm unsere Gäste in die Welt der Renaissance entführen. Vorträge, Kulinarik, ein Jubiläumskonzert sowie das Schloss- und Stadtfest sind Teil des Jubiläumsprogramms", so Patrizia Meyn, Geschäftsführerin der Augustusburg / Scharfenstein / Lichtenwalde Schlossbetriebe gGmbH.

Schloss Augustusburg

Blick in die Augustusburger Schlosskirche (Foto: Lutz Zimmermann)
Blick in die Kirche auf Schloss Augustusburg mit Altargemälde und Kanzel von Lucas Cranach d.J. sowie die Renkewitz-Orgel über dem Altar in dreizehn Metern Höhe. (Foto: Lutz Zimmermann)

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