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175 Jahre gelebte Frauensolidarität
14 Apr. 2026
Älteste evangelische Frauenorganisation Deutschlands feiert Jubiläum in Leipzig
LEIPZIG - Unter dem Motto »Vielfältig und vernetzt« blickt die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk (GAW) im Jahr 2026 auf 175 Jahre ihres Bestehens zurück. Vom 24. bis 26. April 2026 lädt sie zu einem festlichen Jubiläumswochenende nach Leipzig ein.
Was 1851 mit der Gründung des ersten »Frauenvereins zum Besten der Gustav-Adolf-Stiftung« in Berlin begann, entwickelte sich rasch zu einer bundesweiten Bewegung. Trotz der damals üblichen männlichen Aufsicht schufen sich die Frauen eigene Freiräume für Selbstorganisation und Diakonie. 1914 erreichte die Bewegung mit 723 Vereinen ihren quantitativen Höhepunkt. Seit 1929 besteht der zentrale Arbeitskreis der Gustav-Adolf-Frauenvereine und koordiniert von Leipzig aus die weltweite Unterstützung für Jahresprojekte.
Vom Waisenhaus zum Empowerment »175 Jahre Frauenarbeit bedeuten 175 Jahre gelebte Solidarität«, erklärt Inge Rühl, die Vorsitzende der heutigen Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW. War die Arbeit im 19. Jahrhundert noch stark von der Unterstützung für Waisenhäuser und Konfirmandenanstalten geprägt, steht heute das Empowerment von Frauen im Fokus. Ein aktuelles Beispiel ist das Jahresprojekt 2026 in Brasilien: Hier werden Fraueninitiativen in Favelas und eine Müllsammlerinnen-Kooperative gefördert, die ihre Arbeit mit Unternehmertum und Aufklärung über Frauenrechte verbinden.
So ist auch die Jubiläumsfeier kein bloßer Rückblick, sondern ein Signal für die Zukunft: In Zeiten erstarkender patriarchaler Strukturen weltweit setzt die GAW-Frauenarbeit weiterhin auf Vernetzung und mutiges Handeln für Gleichberechtigung.
Jubiläumsprogramm in Leipzig
Das Festwochenende (24. bis 26. April 2026) bietet einen Mix aus internationalem Austausch und festlichen Gottesdiensten.
- Freitag, 24. April: Eröffnung mit einer Motette in der Thomaskirche (18:00 Uhr) und anschließendem Empfang.
- Samstag, 25. April (Frauentag in der Peterskirche): Den Festvortrag zum Thema »Frauenrechte weltweit – Fortschritte oder Rückschritte?« hält Prof. Johanna Haberer. In thematischen Salons berichten Gäste aus Partnerkirchen – etwa aus Polen, Rumänien und Lettland – über den Kampf für die Frauenordination und die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Der Tag schließt mit einem feierlichen Frauenmahl. (Hinweis: Aufgrund der großen Resonanz ist der Frauentag bereits ausgebucht.)
- Sonntag, 26. April (Nikolaikirche): Im Festgottesdienst um 10:00 Uhr hält Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die Predigt.
Weitere Informationen auf der Webseite des Gustav-Adolf-Werkes.