Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Zweigeteilte Welt in Kindermissionszeitschriften


20 Sept. 2023

Die nächsten Werkstätten des LMW zu „glaubwürdig? Mission postkolonial“

LEIPZIG - Das Leipziger Missionswerk (LMW) widmet sich im dritten Jahr dem Thema „glaubwürdig? Mission postkolonial“ im Rahmen von mehreren Werkstatt-Angeboten. Der nächste Vortrag am 28. September um 18:00 Uhr mit Gesprächsmöglichkeit im Rahmen einer Zoom-Videokonferenz untersucht Identitäts- und Alteritätskonstruktionen in der Kindermissionszeitschrift der Leipziger Mission im Zeitraum von 1900 bis 1918.

Am Beispiel von „Die kleine Missionsglocke“ aus der Leipziger Mission stellt der Historiker und Doktorand Stefan Dixius (Universität Trier) im Vortrag dar, wie Kindermissionszeitschriften dazu beitrugen, eine zweigeteilte Welt zu imaginieren. In den Berichten konstruierten die Autorinnen und Autoren die Andersgläubigen als Gegenmodell zu vermeintlich guten Christinnen und Christen in Deutschland.

Dass durch die Texte dabei insbesondere Kinder angesprochen werden sollten, deutet auf eine religionspädagogische Dimension hin, die ebenfalls im Vortrag beleuchtet wird. Der zitierte Abschnitt „[H]elft mit, daß die armen Heiden (…) so fröhlich werden, wie Ihr glücklichen Christenkinder es sein dürft!“ überschreibt den Duktus, aber auch den implizierten Anspruch dieser Missionsschriften.

Als im Zuge der protestantischen Erweckungsbewegung und der katholischen Erneuerungsbewegung im frühen 19. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Europa eine Missionsbewegung einsetzte, suchten die Missionsgesellschaften nach Möglichkeiten, Werbung für ihre Arbeit zu machen. Ein wesentliches Element der entwickelten Werbestrategie stellten Missionszeitschriften dar, die durch neue technische Druckverfahren zunehmend in großer Stückzahl produziert werden konnten.

Seit der Jahrhundertmitte begannen die meisten Missionsgesellschaften damit, zusätzlich eigene Missionszeitschriften für Kinder zu drucken, die nach kurzer Zeit mit Abstand die höchsten Auflagen im Kanon von Missionspublikationen erreichten. Dass durch die Texte dabei insbesondere Kinder angesprochen werden sollten, deutet auf eine religionspädagogische Dimension hin, die ebenfalls im Vortrag beleuchtet wird.

Durch die Werkstätten zu „glaubwürdig? Mission postkolonial“ sollen nicht nur konkrete Zusammenhänge der eigenen Geschichte erforscht, sondern auch die Debatte im kirchlichen Kontext vorangebracht werden. Auch koloniale Spuren in der Gegenwart, wie unbewusste Rassismen und Herrschaftsverhältnisse in der aktuellen Partnerschaftsarbeit, sollen auf den Prüfstand.

Die Werkstatt findet am 28. September 2023 von 18:00 – 19:30 Uhr online statt. Zugangsdaten sind erhältlich bei Kerstin.Berger@lmw-mission.de, 0341 99 40 Die Leitung des Gesprächs hat Antje Lanzendorf.

Nächste Veranstaltungen in der WERKSTATT, Beginn jeweils 18:00 Uhr:

  • 26. Oktober „Blue Colonialism“ – Tiefseebergbau im Pazifik, Vortrag und Gespräch mit Jan Pingel, Ozeanien-Dialog, und Yanam Tamu, Freiwilliger aus Papua-Neuguinea. Online-Videokonferenz
  • 30. November Kolonialismus im Schulbuch, Vortrag und Gespräch mit Daniela Merz, Bildungsreferentin, Mauritiushaus Niederndodeleben
  • 14. Dezember Lessons learned. Rückblick auf das 3-Jahresthema „glaubwürdig? Mission postkolonial“, mit Susann Küster-Karugia, Antje Lanzendorf und Gästen

Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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