Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Zum Tod von Dr. phil. Karlheinz Blaschke


02 Jan. 2021

1972 in das Domkapitel berufen und wurde zu dessen Dechanten

MEISSEN - Entsprechend der Läute-Ordnung des Hochstiftes Meißen läutet die Johannesglocke des Domes in drei Impulsen am Montag, 4. Januar 2021, ab 13:00 Uhr. Das Geläut gilt dem Domherren Professor i.R. Dr. phil. Karlheinz Blaschke. Er starb am Vormittag des 25. Dezember 2020 in Friedewald bei Moritzburg im Alter von 93 Jahren.

Karlheinz Blaschke war am 4. Oktober 1927 im nordböhmischen Schönlinde geboren worden. Er wuchs indes in Holzhausen bei Leipzig auf. Von 1946 bis 1950 studierte er Geschichte, Germanistik und Latinistik an der Universität Leipzig. Es schloss sich ein Studienaufenthalt am Institut für Archivwissenschaft in Potsdam an.

Von 1951 bis 1968 verrichtete Blaschke als wissenschaftlicher Archivar seinen Dienst am damaligen Landeshauptarchiv in Dresden (heute Sächsisches Hauptstaatsarchiv). Trotz wegweisender Veröffentlichungen zur Sächsischen Landesgeschichte und der Habilitierung an der Universität Leipzig erhielt er als „bürgerlicher Historiker“ und bekennender Christ keine Lehrberechtigung.

So übernahm er 1969 eine nichttheologische Dozentur am Theologischen Seminar Leipzig, das sich damals in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens befand. Das Seminar erhielt nach der Friedlichen Revolution den Rang einer Hochschule, wo ihm 1990 der Professorentitel verliehen wurde.

Als hervorragender Vertreter der Forschung der Sächsischen Heimat- und Landesgeschichtsschreibung leistete Dr. Karlheinz Blaschke in jener Zeit einen wichtigen Beitrag zur Wiedergründung des Freistaates Sachsen und hielt auch die Ansprache zum Festakt zu dessen Gründung am 3. Oktober 1990 in der Albrechtsburg Meißen. Zudem beteiligte er sich in der Folge maßgeblich am Wiederaufbau der Strukturen sächsischer Landesgeschichtsforschung.

So arbeitete Blaschke als Leiter des Referats für Archivwesen im Sächsischen Innenministerium (1991/92). Von 1992 an bis zu seiner Emeritierung 1998 übernahm er den Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden. Für seine vielfältigen Verdienste ist er 1997 mit der Sächsischen Verfassungsmedaille und 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt worden.

Seine wissenschaftliche Arbeit setze er bis ins hohe Alter fort. Zahlreiche Veröffentlichungen und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gesellschaften machten ihn auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Mit Karlheinz Blaschke hat das Hochstift Meißen eine herausragende Persönlichkeit verloren. 1972 wurde er in das Domkapitel Meißen berufen und zu dessen Dechanten gewählt. Er prägte in dieser Funktion bis zum Jahr 2003 maßgeblich drei bedeutsame Jahrzehnte der Geschichte der ältesten Stiftung Sachsens.

Sein Todestag fällt auf den Festtag der Geburt Jesu Christi und zugleich auf den Gründungstag des Meißner Stifts vor 1052 Jahren. Zeitlebens hielt Karlheinz Blaschke am christlichen Glauben und der damit verbundenen Hoffnung fest.

Dom zu Meißen

Domherr Dr. Karlheinz Blaschke
Die große Johannesglocke gilt als figurenreichste Glocke der Welt und erklingt zur Stunde der Trauerfeier

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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