Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Würdigung für LKMD i.R. Gerald Stier
12 Apr. 2022
Ihm lag die Ausbildung des kirchenmusikalischen Nachwuchses am Herzen
DRESDEN – Der frühere sächsische Landeskirchenmusikdirektor Gerald Stier, der am 7. April in Dresden im Alter von 81 Jahren, verstarb, habe sich Zeit seines Lebens mit Energie, Kraft und Liebe für die Pflege und Erhaltung der Kirchenmusik in der Landeskirche eingesetzt, würdigt sein Amtsnachfolger Markus Leidenberger dessen Einsatz. So trauern viele ehemalige Kollegeninnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler, Sängerinnen und Sänger, Musiker und musikalische Weggefährten, die Hochschule für Kirchenmusik Dresden, das Kirchenchorwerk und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens um Landeskirchenmusikdirektor i. R. Gerald Stier.
Stier war bis zu seinem Ruhestand 2004 als Landeskirchenmusikdirektor mit Dienstsitz im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens tätig. Gleichzeitig nahm er aber auch die kirchenmusikalischen Aufgaben an der Auferstehungskirche in Dresden-Plauen wahr, wo er vor seiner Berufung 1992 auf ein über 40-jähriges kirchenmusikalisches Wirken zurückschauen konnte. Ein Gedenkgottesdienst findet am 13. April um 10:00 Uhr in der Auferstehungskirchgemeinde in Dresden-Plauen statt.
Stier wurde 1940 im sächsischen Rathendorf bei Rochlitz geboren und besuchte nach seiner Schulzeit das Seminar für kirchlichen Dienst im märkischen Dahme. 1958 legte er dort seine C-Prüfung ab und begann danach ein Kirchenmusikstudium in Halle. Nach der kirchenmusikalischen B-Prüfung 1961 und dem A-Examen 1963 war er bei der Taborgemeinde Leipzig und in Ebersbach/Tautenhain tätig. Seine Lebensstellung fand er noch im gleichen Jahr in der Auferstehungskirche Dresden-Plauen.
1976 wurde Gerald Stier zum Kirchenmusikdirektor im damaligen Kirchenbezirk Dresden-West ernannt, bevor er die Funktion des obersten kirchenmusikalischen Fachberaters innerhalb der sächsischen Landeskirche in Nachfolge von Hans-Joachim Schwinger übernahm. Seitens des Freistaates Sachsen war Stier auch Mitglied im Beratungsgremium der 24 Kultursenatoren. Dem Dresdner Kreuzchor war er eng verbunden und unterrichtete Kruzianer im Orgelspiel. Gern widmete er sich dem Nachwuchs in der kirchenmusikalischen D-Ausbildung.
Gerald Stier veröffentlichte ein Heft mit Kinderchorsätzen unter dem Titel "Ich sing wie der kleine Vogel singt" sowie einen Band Choralvorspiele der Familie Stier, die beide im Carus-Verlag erschienen sind. Die Herausgabe weiterer Kinderchor- und Chorhefte folgten: "Gib uns Frieden jeden Tag", ein Heft für Kinderchöre; "Bewahre uns Gott", Heft für Jugend und Kantoreichöre; Advents- und Weihnachtslieder mit 21 Sätzen für drei bis vier Blockflöten und die Veröffentlichungen "Erhalt uns Herr bei deinem Wort", eine Motette für vier- bis fünfstimmigen Chor und die Choralkantate von Stier "Mit Freuden zart" für vierstimmigen Chor und Orgel.
In der Auferstehungskirchgemeinde leitete Stier eine Kantorei mit 70 Sängerinnen und Sänger, die den Gottesdienst mitgestaltete, aber auch mit (weltlichen) Serenaden, und mindestens zweimal im Jahr in Konzerten mit chorsinfonischen Werken (Weihnachtoratorium, Passionen, Messen u.s.w.), auftrat.
Nachfolger von Gerald Stier wurde 2004 der jetzige Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger.
Der Landeskirchenmusikdirektor der sächsischen Landeskirche ist beauftragt, die Fachaufsicht über die sächsischen Kirchenmusikdirektoren in den Kirchenbezirken (Ephorien) wahrzunehmen und diese in ihrem Dienst zu beraten. Er ist Vorsitzender der Prüfungskommission an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden und nimmt an Sitzungen des Werkrats des sächsischen Kirchenchorwerkes teil. Im Landesposaunenrat ist er stimmberechtigtes Mitglied. Derzeit ist der amtierende LKMD als gewähltes Mitglied im Präsidium des Sächsischen Musikrates und berufenes Mitglied in der Ständigen Konferenz für Kirchenmusik der EKD und der Arbeitsstelle Kirchenmusik.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.