Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Wort des Landesbischofs zur gesellschaftspolitischen Situation


11 Nov. 2018

Kanzelabkündigung für den 11. November 2018

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir feiern heute den Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr und stehen damit nahezu am Ende des Kirchenjahres. Für uns Christen ist dies eine besondere Zeit der Selbstprüfung. Wir suchen in diesen Tagen nach Wegweisung und blicken auf Christus, den Orientierungsgeber unseres Lebens.

In einem bewegenden Wort aus der Heiligen Schrift heißt es, dass in Christus die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen ist. (Titus 3, 4).

Freundlichkeit und Menschenliebe sind Gottes Handlungs- und Haltungsmuster, die für uns in Christus ihren wahrnehmbaren Ausdruck finden. In der Nachfolge Christi sind wir darum bemüht, dieser Haltung durch unsere Handlungen selbst Ausdruck zu verleihen.

In vielen Kirchgemeinden beginnen wir mit diesem Sonntag die Friedensdekade. Unsere Gedanken werden dabei auf das Zusammenleben in dieser Welt und in unserem Land gelenkt. Freundlichkeit und Menschenliebe zeigen sich nicht nur in der Zugewandtheit zu unseren Nächsten, sondern auch im Umgang mit politisch-gesellschaftlichen Vorstellungen, die uns persönlich fremd sind. Stigmatisierungen unliebsamer Meinungen passen genauso wenig zur Menschenliebe, wie Hetze gegen Verantwortungsträger, die nicht so entscheiden, wie wir es für richtig halten.

Menschenliebe zeigt sich ebenso im Umgang mit denen, die Hilfe nötig haben. Zu ihnen gehören Kranke und Einsame oder Menschen mit Behinderungen ebenso wie die sozial Benachteiligten. Auch ihnen sollen wir uns immer wieder neu menschenfreundlich zuwenden und mit Güte begegnen.

Dazu gehören auch jene Menschen, die vor Not und Gewalt aus ihrer Heimat in unser Land fliehen, um hier Schutz und ihr Glück zu suchen. An vielen Orten entbrennt Streit über den Umgang mit ihnen. In dieser Frage müssen wir um verantwortungsvolle und realistische Lösungen miteinander ringen. Eine Haltung, die im Fremden nur den Feind und nicht den Menschen sieht, ist nicht mit der christlichen Haltung der Freundlichkeit und Menschenliebe vereinbar, zu der wir in der Nachfolge Christi aufgefordert und eingeladen sind.

Wenn ich uns alle in diesen Tagen daran erinnere, dann tue ich dies, weil sich in den vergangenen Monaten Äußerungen von Menschenfeindlichkeit und Boshaftigkeit gezeigt haben, die unsere Herzen und die Welt, in der wir leben, bedrohen.

Am heutigen 11. November, vor genau 100 Jahren, endete der 1. Weltkrieg. Die Gewalt dieses und anderer Kriege, hat uns gelehrt, wohin erkaltete Herzen Menschen treiben können. Auch wenn sich Geschichte niemals in oberflächlicher Weise wiederholt, so tragen wir doch vor deren Hintergrund Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Als Christen sind wir in besonderer Weise aufgerufen, unsere Mitwelt freundlich anzusehen und entsprechend an ihr zu handeln. An einer solchen freundlichen Sicht auf das, was uns fremd oder gar feind erscheint, wird sich entscheiden, welcher Zukunft wir entgegen gehen.

Ich danke allen, die sich für eine menschenfreundliche Atmosphäre einsetzen, indem sie unterschiedlichen Meinungen Raum gewähren und für die Schwachen eintreten.

Und ich möchte uns alle ermutigen, von dieser Haltung der Freundlichkeit und Menschenliebe nicht abzulassen und sie überall in das Leben und in die Gesellschaft, zu der wir gehören, einzutragen.

In Christus ist Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe in unserer Welt erschienen. In der Nachfolge Christi kann für uns beides Wirklichkeit werden. Darin liegt Segen für unser Land.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

 

Kanzel im St.-Petri-Dom in Bautzen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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