Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Wort der Bischöfe zur Sächsischen Landtagswahl


24 Aug. 2019

Zur Wahl des Sächsischen Landtages am 1. September

DRESDEN - Zur Sächsischen Landtagswahl am 1. September 2019 schreiben Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und Bischof Heinrich Timmerevers in einem gemeinsamen Aufruf:

Dankbar können wir heute auf die letzten 30 Jahre zurückschauen. 1989/90 hatte sich hier mit großer Intensität und Schnelligkeit ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel vollzogen. Viele von uns waren Mitwirkende und Zeugen dieser Friedlichen Revolution. Wir dürfen Gott dankbar sein für die Demokratie, die Freiheit und den damit verbundenen Wohlstand. Dieser Wandel hat viel Gutes gebracht, aber andererseits auch tiefe Spuren in Biografien von Menschen hinterlassen, das sehen wir deutlich. Freiheit ist und bleibt ein unschätzbar großer Wert, den auch die Bibel betont: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Galater 5, 5). Vom biblischen Wort her sind wir ermutigt und bestätigt, als freie Bürger in Wahlen heute die zukünftigen Entwicklungen zu beeinflussen, das gesellschaftliche Leben zu gestalten, Freiheit und Demokratie zu fördern.

Mehr und mehr spüren wir, dass die gesellschaftlichen Veränderungen in den wirtschaftlichen, sozialen, aber auch kulturellen Bereichen weiter vorandrängen. Das kann auch zu Unsicherheiten und zu einem verstärkten Suchen nach Orientierung führen.

Heute stehen besonders die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, der Migration, der sozialen und wirtschaftlichen Zukunft, sowie der Bewahrung der Schöpfung im Brennpunkt. Bei den jetzt zu treffenden Entscheidungen können wir nur selten auf Erfahrungen zurückgreifen. Der biblische Rat „Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29, 7) war für uns in vergangener Zeit gültig und ist es auch heute. Er ist eine Aufforderung, auf eine umsichtige und pragmatische Politik zu achten, verantwortungsvoll für die Gegenwart und Zukunft zu handeln und mit allen in einem ehrlichen gesellschaftlichen Gespräch zu bleiben. „Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und guten Taten anspornen“ (Hebräer 10, 24).

Unser Land ist – wie jede Gesellschaft – auf starke Kräfte des Geistes und der Seele, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe angewiesen. Die wirtschaftlichen und sozialen Fragen sind nicht alles, ihre Lösung allein kann dem Leben keinen letzten Sinn geben. Wir wissen uns in allem von der Zusage Jesu begleitet „Ich bin bei euch alle Tage“ (Matthäus 28, 20). Das ist eine große Hoffnung, die uns befähigt, nach unserem Gewissen verantwortungsvoll und gelassen in dieser Welt zu handeln und zu wählen. In diesem Sinn ermutigen wir alle, vom ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

 

Bischof Heinrich TimmereversLandesbischof Dr. Carsten Rentzing
Bistum Dresden-Meißen  Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und Bischof Heinrich Timmerevers

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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