Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Wir sind füreinander da!


02 Apr. 2020

Neue Kirchgemeindeaktivitäten in Zeiten von Corona 

DRESDEN – In vielen Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche wird in der sich ausbreitenden Corona-Pandemie nach Wegen gesucht, um den Kontakt zu den Menschen aufrecht zu erhalten und sie in dieser Zeit zu begleiten. Wenn Kirchen nicht mehr für Gottesdienste und Andachten, Gemeindehäuser und Bildungseinrichtungen nicht mehr für Gemeinschaftsveranstaltungen zur Verfügung stehen können, fehlen wichtige Orte der gemeinsamen Glaubenspraxis, Treffpunkte für feste Gruppen einer Kirchgemeinde sowie die gewohnte Gemeinschaft mit vertrauten Gesprächspartnern. 

Um neben den Hörfunk- und Fernsehgottesdiensten auch Gottesdienste aus einer vertrauten Kirche anzubieten, haben viele Kirchgemeinden eigene Livestream-Gottesdienste angeboten oder Gottesdienste in Kooperation mit lokalen und regionalen Fernsehsendern übertragen. Darüber hinaus bieten Pfarrerinnen und Pfarrer kleine Video-Andachten an oder haben sogar einen eigenen YouTube-Kanal eingerichtet.

Auch die Landeskirche selbst hat ihre Verkündigungsformate erweitert. Neben den sonntäglichen Livestream-Gottesdiensten bietet Landesbischof Tobias Bilz jeden Abend um 18:00 Uhr eine Abendandacht an, die auf YouTube und Facebook übertragen und regelmäßig von mehreren hundert Menschen mitgefeiert wird. Neben jungen Menschen erreichen diese Angebote auch viele ältere Personen, die im Internet aktiv sind. Als neuer Landesbischof ist Tobias Bilz zudem auch mit einer eigenen Präsenz in den sozialen Medien (Facebook, Instragram, Twitter) vertreten, über die er mit Menschen ins Gespräch kommen möchte.

Der Paulus-Chor der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Königswartha hat sein erstes Online-Lied produziert. Da sich die Chormitglieder derzeit nicht zur gemeinsamen Probe treffen können, haben Sängerinnen und Sänger des Chores mit Hilfe ihres Handys oder Computers ein Lied aufgenommen. Chorleiter Norbert Binder hat aus diesen vielen einzelnen Aufnahmen dann ein Online-Mutmachlied in der Reihe „NICHT:abgesagt“ produziert. Das Ergebnis ist unter https://www.youtube.com/watch?v=8FoaSTpBI3I nachzuhören.

Die eigentliche und besondere Herausforderung aber ist für viele Kirchgemeinden der Kontakt zu Menschen, die nicht über Online-Angebote erreichbar sind. Hier bemühen sich die Mitarbeitenden der Kirchgemeinden, über das Telefon oder über Briefe den Kontakt zu ermöglichen. Insbesondere für ältere und einsame Menschen, die durch die aktuelle Situation zusätzlich verunsichert sind, können solche Anrufe und Briefe Hilfe und Trost bieten. In vielen Kirchgemeinden bieten  Pfarrerinnen und Pfarrer Seelsorge und Unterstützung am Telefon an. Sie nennen es „Sorgentelefon“ oder „Telefon fürs Seelenwohl“ und vermitteln damit: Ihr seid zu Hause nicht allein. Darüber hinaus sind derzeit viele Mitarbeitende aktiv, um sich mit Anrufen über die jeweiligen Situation und das Wohl zu erkundigen und Hilfen anzubieten.  

Die Dresdner Laurentiuskirchgemeinde nimmt Gebetsanliegen aus der Gemeinde entgegen, vermittelt Telefonpatenschaften und lässt Kinder Osterbilder für ältere Gemeindeglieder malen.  Neben seelsorgerlichem Beistand organisieren die Kirchgemeinden auch praktische Hilfe, so beispielsweise Fahrdienste, Einkäufe oder häusliche Hilfe.  

Um die Angebote der Kirchgemeinden zu verbreiten, kommt in diesen Tagen den klassischen Verteilwegen über Briefkästen und kirchgemeindlichen Schaukästen eine besondere Bedeutung zu. Derzeit werden über 2.000 Schaukästen in Sachsen neu gestaltet, Osterbriefe und Osterbotschaften, Handzettel oder Ergänzungen zum Gemeindebrief direkt zugestellt. Pinnwände in und an den Kirchen nehmen Anliegen und Botschaften von Menschen auf. Wiederum per Telefon können wöchentliche Kurzandachten abgerufen werden, beispielsweise in der Kirchgemeinde Dresden-Ost unter 0351/ 828 70 218 oder in Leipzig unter der Hotline 0341/ 999 999 0. 

Neben unzähliger Initiativen und kreativer Ideen vor Ort, haben Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Beraterinnen und Berater der Ev.-Luth. Landeskirche, des Bistums Dresden-Meißen und der Diakonie Sachsen ein ökumenisches „Corona-Seelsorgetelefon“ organisiert. Die geschulten Seelsorger sind derzeit mit einer zentralen Telefoneinwahl von montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr erreichbar. Sie wollen mit diesem Angebot den Dienst der bestehenden TelefonSeelsorge ergänzen und auf Fragen eingehen, die möglicherweise in den Tagen und Wochen der Corona-Pandemie aufbrechen und unruhig machen. Unter der Rufnummer 0351/ 89692890 finden die Anrufer ein offenes Ohr.

Erfahrungsgemäß ist die Umstellung von der analogen zur digitalen Welt mittlerweile für Kinder, aber besonders für Jugendliche unkompliziert bzw. sie bewegen sich sowieso schon zwischen diesen „Welten“. Deshalb ist es naheliegend, die Arbeit gerade mit älteren Kindern und heranwachsenden Jugendlichen zu intensivieren.  

Die Christenlehre und der Konfirmandenunterricht in den erprobten Formaten ruht, nicht aber der Kontakt zu den Gruppen. Das Theologisch-Pädagogische Institut der Landeskirche in Moritzburg hat auf attraktive Angebote hingewiesen. Neben kreativen Bastelideen und biblischen Geschichten zum Zuhören gibt es auch verschiedene Kindergottesdienste, die an jedem Sonntag auf YouTube Familien zum gemeinsamen Gottesdienstfeiern einladen. 

Die Corona-Pandemie trifft die Kirchenmusik in der Passionszeit, in der üblicherweise eine Vielzahl an Konzerten in den Kirchen stattfinden. Neben den Kirchenchören und Kantoreien, welche sich bereits lange auf diese Konzerte vorbereitet haben, trifft die Absage aller Veranstaltungen auch die freischaffenden Musiker und Solisten hart. Dennoch findet auch die Kirchenmusik derzeit kreative Formate, um Menschen musikalisch zu erreichen. So werden Konzerte auf YouTube angeboten oder in Kooperation mit lokalen Fernsehsendern übertragen, wie die Vesper in der Dresdner Kreuzkirche sonnabends um 17:00 Uhr oder die Mottete aus der Leipziger Thomaskirche um 15:00 Uhr. In Kooperation mit dem Dresden-Fernsehen wird am 4. April ein Orgelkonzert mit Domkantor Albrecht Koch an der Silbermannorgel aus dem Freiberger Dom übertragen.  

Hinweis: Am Sonntag Palmarum, 5. April, wird um 11:00 Uhr ein Livestream-Gottesdienst aus der Dresdner Dreikönigskirche übertragen. Es predigt Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte.

"Wir sind füreinander da!" mit konkreten Hinweisen im Schaukasten
Abendgebet mit Landesbischof Tobias Bilz
In der Reihe "NICHT:abgesagt" erscheinen vom Paulus-Chor der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Königswartha weitere Online-Lieder.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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