Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Winterhilfe für Flüchtlinge auf dem Balkan
19 Feb. 2020
Landeskirche ruft zur Unterstützung von Hilfsmaßnahmen auf
DRESDEN – Die sächsische Landeskirche unterstützt mit 10.000 Euro aus dem Soforthilfefonds die Struktur- und Winterhilfe für Flüchtlinge auf dem Westbalkan des Vereins HILFE KONKRET e.V. Christliche Hilfe in der Welt. Nach Informationen des Vereins sei konkrete Unterstützung aktuell vor Ort dringend notwendig.
Es handelt sich u.a. erneut um die bosnische Region Bihac, die bereits im letzten Jahr wegen der Zustände im Camp Vucjak in den Schlagzeilen war. Nach der Schließung des Lagers sei nach Auskunft des Projektverantwortlichen von ‚Hilfe konkret e.V.‘, Johannes Neudeck, die Situation weiterhin katastrophal.
Wegen fehlender Nachfolgeeinrichtungen seien die Menschen weitgehend auf sich selbst gestellt. So hielten sich weiterhin über 8.000 Personen in Bosnien auf, viele sind im Freien unterwegs, leben im Wald und in ungenutzten Gebäuden oder überwintern notdürftig in Sarajevo in diversen Einrichtungen.
Zusätzlicher Druck entstünde, weil unversorgte Menschen aus Griechenland jetzt verstärkt im Blick auf das kommende Frühjahr auf der „Balkanroute“ unterwegs seien. Längeres Warten verschlimmere die Situation der Betroffenen. Die offiziellen Strukturen seien nicht in der Lage, Verbesserungen einzuleiten oder gar auf die besonderen Nöte einzelner Menschen einzugehen, berichtet Neudeck von seiner letzten Reise.
Dringend benötigt werden Mittel für Lebensmittel und Hygienebedarf sowie einzelfallbezogene Soforthilfemaßnahmen für soziale Härtefälle und die Unterstützung der Hilfestruktur. Im kroatischen Cakovec wurde ein Nothilfefonds für bedürftige Jugendliche in einer christlich-evangelischen Schule eingerichtet, die von ‚Hilfe konkret‘ als Bildungsprojekt mitgegründet wurde.
Der Verein ‚Hilfe konkret‘ engagiert sich in Kooperation mit regionalen NGO’s mit einer über 25-jährigen Erfahrung aktuell für Flüchtlinge und Asylsuchende, soziale Härtefälle, Randgruppen, wie Roma, auf dem Westbalkan. Bereits im letzten Jahr hatte die sächsische Landeskirche eine Soforthilfe in Höhe von 5.000 Euro zur Unterstützung Geflüchteter zur Verfügung gestellt, um Menschen, die in der Region Bihac (Bosnien-Herzegowina) in unhaltbaren Zuständen lebten, zu unterstützen.
Auch aktuell wirbt die Landeskirche bei den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) darum, die Notsituation von Geflüchteten in Osteuropa und im Westbalkan nicht aus dem Blick zu verlieren und so dringend notwendige Unterstützung gemeinsam auf den Weg zu bringen. Die Medienberichterstattung thematisierte zwar die unwürdigen Bedingungen, steht aber bis heute im Schatten der Ereignisse und Initiativen um die Seenotrettung.
Der Aktionsraum des Vereins ‚Hilfe konkret e.V.‘ umfasst zurzeit schwerpunktmäßig die Regionen um Bihac und Sarajevo in Bosnien-Herzegowina, sowie mehrere Regionen in Kroatien, u.a. die Stadt Zagreb. Hier geht es um Menschen, die als Asylsuchende in Zagreb untergebracht sind. Im Blick sind Familien, Kinder, auch „Abgeschobene“ (u.a. aus Deutschland, Österreich, Schweiz), sowie Menschen ohne Bleibeperspektive und Papiere – davon ungefähr 2.000 in Kroatien und 8.000 in Bosnien-Herzegowina.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.