Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2020


18 Jan. 2020

Diakonie Sachsen für bessere Begleitung und Unterstützung 

RADEBEUL - Anlässlich des Welttags der Migranten und Flüchtlinge am heutigen 19. Januar sagt Oberkirchenrat Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen:

„Wir sind ein Einwanderungsland und werden es auch bleiben. Der Fachkräftemangel hat alle Branchen längst erreicht.  Allein um die Pflege abzusichern, werden wir künftig auf ausländische Pflegekräfte angewiesen sein. Und es werden auch weiterhin Menschen bei uns Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen. Deshalb brauchen wir ein gutes Einwanderungsgesetz, das den von Flucht und Migration betroffenen Menschen Lebensperspektiven eröffnet. Und dabei kann es nicht nur um gesetzlich reguläre Wege des Zuzugs gehen,  sondern vor allem um ihre schnelle und nachhaltige Einbeziehung in unsere Gesellschaft.  

Sowohl Migranten als auch Flüchtlinge und ihre Familien brauchen Wegbegleitung. Wir müssen sie nicht nur aufnehmen, sondern auch vor Diskriminierung und Benachteiligung schützen, sie fördern und integrieren. Dazu wird eine gut ausgestattete organisatorische Infrastruktur benötigt, die die mangelnde Vertrautheit mit behördlichen Abläufen, Informationsdefizite, fehlende Sprachkompetenz usw. zunächst einmal auffängt und ein gutes Einleben ermöglicht.“   

In den sechs diakonischen Migrationsberatungsstellen für Erwachsene und den sieben Jugendmigrationsdiensten findet diese Begleitung statt. Aber die Wartezeiten sind viel zu lang,  weil einzelne Mitarbeiter bis zu 300 Menschen gleichzeitig betreuen sollen. In diesem Kontext erinnert Bauer daran, die Migrationsdienste zu stärken und sich für eine bedarfsgerechte Erhöhung der jeweiligen Haushaltstitel für 2021 einzusetzen.  

„Eine Investition in die Migrationsdienste ist eine Investition in die Zukunft vieler junger Menschen und in die Zukunft Deutschlands! Wir können viele Beispiele gelungener Integration aus unseren Beratungsdiensten erzählen“, so Bauer. Er verweist auf Beispiele, die aber ohne eine intensive Unterstützung und Begleitung nicht möglich gewesen seien. In diesem Zusammenhang erinnert Bauer auch noch einmal an den aktuellen Koalitionsvertrag, der diese Ziele unterstützt. 

Hintergrund: Zum Stichtag 31.12.2018 lebten insgesamt 198.558 Ausländer in Sachsen. Der Anteil ausländischer Mitbürger an der Gesamtbevölkerung liegt mit 4,9 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 12,1 Prozent. (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen). Davon waren 41,7 Prozent Frauen und 58,3 Prozent Männer. Die am stärksten vertretene Altersgruppe ist mit 64.870 Personen die der 30 bis 45-jährigen. Das entspricht einem Anteil von 31 Prozent. Der Anteil der 15 bis 25 jährigen ausländischen Personen in Sachsen beläuft sich auf 16,6 Prozent.

Sieben Jugendmigrationsdienste (JMD) in diakonischer Trägerschaft haben im Jahr 2018 mit insgesamt 10,147 VZÄ 2.700 Klienten beraten. Jugendmigrationsdienste begleiten junge Menschen zwischen dem 12. und 27. Lebensjahr mittels individueller Angebote und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess.  

Fünf Migrationsberatungsstellen für Erwachsene (MBE) haben im Jahr 2018 mit insgesamt 7,31 VZÄ 4.568 Klienten betreut. In fast allen Migrationsberatungsstellen sind auch Mitarbeitende mit Migrationshintergrund tätig. In der Beratungsarbeit ist der Einsatz von Muttersprachlern von großem Vorteil. Die Arbeit der JMD/MBE wird vor Ort von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, in der Regel für Sprachmittler- und Dolmetscherdienste, unterstützt. 

Diakonie Sachsen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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