Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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»Versöhnungsgeschichten an deutschen Grenzen«
20 März 2025
»Grenz-Erfahrungen« zu Frankreich und Tschechien
CHEMNITZ - Das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAW Sachsen) lädt am 5. April von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr zum öffentlichen Forum Diaspora in die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Chemnitz-Markersdorf (Markersdorfer Str. 79, 09123 Chemnitz) ein. Der Eintritt ist frei. Zum Thema »Versöhnungsgeschichten an deutschen Grenzen« gibt es Berichte und Diskussionen. »Begegnung verändert - Begegnung heilt«, auf dieser Gewissheit basiert die Arbeit von Pfarrer Günther Ihle aus Kehl/Strasbourg (Frankreich) sowie die von Pfarrer Richard Vlasák aus Rumburk (Tschechien). Beide sind beim Forum Diaspora zu Gast und sprechen über ihre Erfahrungen.
Die deutsch-französische Begegnungskapelle (Chapelle de la Rencontre) an der Grenze zwischen Kehl und Strasbourg ist ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Kirche in Baden (EKIBA) und der Union des Eglises protestantes en Alsace et Lorraine (UEPAL). Die alte Rheinhafenkapelle wurde mit Mitteln von beiden Seiten saniert. Dort wurde die erste und einzige deutsch-französische Pfarrstelle eingerichtet. In drei blutigen Kriegen sind in diesem Gebiet unzählige Menschen gestorben. Pfarrer Günther Ihle leistet auf vielfältigen Wegen Versöhnungsarbeit – jeden Tag aufs Neue. Die weitere Sanierung der Kapelle ist in diesem Jahr eines der Projekte des GAW.
Miteinander gestalten - Versöhnung ermöglichen: Das ist auch die Mission des neuen Pfarrers Richard Vlasák in Rumburk (Tschechien). Seine Kirche, ursprünglich in lutherischer Tradition, gehört zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Vlasák, ehemaliger GAW-Stipendiat in Leipzig, gestaltet die grenzüberschreitende Arbeit mit der Partnergemeinde in Jonsdorf. Versöhnungsarbeit findet jedoch nicht nur mit den Deutschen statt. Nach der Vertreibung der Deutschen wurden im Grenzgebiet Roma angesiedelt, die sich lange Zeit nicht angenommen fühlten. Im Forum berichtet uns Vlasák von seiner spannenden Arbeit. Weitere Informationen zum Forum gibt es auf der Webseite des Gustav Adolf Werkes.
Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) stärkt weltweit evangelische Gemeinden, die in der Minderheit leben – zum Beispiel bei der Sanierung von Gebäuden oder in sozialen Projekten.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.