Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Verschwundene Nachbarn
22 Mai 2021
Bilder und Texte aus dem Jüdischen Museum Prag
DRESDEN – Eine Ausstellung im Foyer der Dreikönigskirche in Dresden zeigt Bilddokumente aus Tschechien über das Schicksal von jüdischen Bewohnern, die nach der deutschen Besetzung von 1938 aus verschiedenen Orten Westböhmens verschwunden waren. Vorerst sind die Dokumente zwischen 11:00 und 15:00 Uhr bis zum 5. Juli 2021 zu sehen.
Sie wären Nachbar oder Nachbarinnen gewesen, oder jedenfalls deren Vorfahren. Doch sie „verschwanden“ zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Unter welchen Umständen? Wohin? Und wer sind sie gewesen?
In Bildern und Texten begegnen werden Einzelschicksale jüdischer Kinder und ihrer Familien gezeigt, bis hin zu den Lebensläufen alter Menschen und deren jüdisches Leben zu Hause, in der Synagoge und in der Öffentlichkeit. Die Fotos und Bilddokumente haben tschechische Schüler und Studenten zusammengetragen.
Sie forschten in ihren Heimatgemeinden und ihrem unmittelbaren Lebensumfeld nach Opfern des Holocausts, während der deutschen Besetzung und im II. Weltkrieg verschwanden, beispielsweise aus Prag, Usti n.L., Melnik, Pilsen, Varnsdorf und anderen Orten.
Die Schau ist eine Anregung für junge Menschen, nach ihren Nachbarn zu forschen, die zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft verschwanden.
Das Projekt entstand über mehrere Jahre im Bildungs- und Kulturzentrum des Jüdischen Museums in Prag. In Kooperation der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. mit dem Dresdner Haus der Kirche (Dreikönigskirche) und dem Jüdischen Museum Prag.
Die erstmalige Präsentation der Leihgaben aus dem Jüdischen Museum in Prag in Dresden ist Teil des Jubiläumsjahrs 2021 „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland – eine Geschichte mit Zukunft“, das vom Bundesministerium des Inneren gefördert wird.
Das Festjahr soll ermöglichen, jüdischer Geschichte zu begegnen und ebenso den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland besser kennenzulernen. Auf diese Weise wird zudem ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. stellt in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zum Festjahr 2021 die prägenden Verbindungen zwischen jüdischen, tschechischen und deutschen Menschen in der Vergangenheit in Böhmen und Deutschland, die Erinnerung an die Verbrechen während der Nazi-Zeit in der Tschechoslowakei sowie die Weiterführung der langjährigen Pflege unmittelbarer Kontakte zu jüdischen Gemeinden und Institutionen im grenznahen Bereich.
Programmhinweise:
- DRESDEN – 8. Juni (17:00-18:30 Uhr)
Rundgang: An jüdisches Leben erinnern (Treffpunkt: Vorplatz des Jüdischen Gemeindezentrums, Hasenberg 1); Bei einem Rundgang durch die Innenstadt Dresdens werden Orte aufgesucht, die beispielsweise durch „Denkzeichen“ oder Stolpersteine an jüdisches Leben in Dresden bis zur ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erinnern.(ehs und cj)
- LEIPZIG – 1. Juni (18:00-20:00 Uhr)
Gespräch online über zoom zu „150 Jahre Zentralverein“
Am 1. Juni 1871 gründete der Theologieprofessor Franz Julius Delitzsch in Leipzig den „Evangelisch Lutherischen Zentralverein für Mission unter Israel“. Heute besteht er im überregionalen Ev.-Luth. Zentralverein für Begegnung von Christen und Juden mit Sitz in Hannover mit regionalen Mitgliedsvereinen und als landeskirchliche Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Leipzig.(jcha)
- LEIPZIG - 16. Juni
Information online über zoom in der Reihe #beziehungsweise – christlich-jüdisch näher als du denkst: Schabbat bzw. Sonntag Wie begehen die jüdische Gemeinde und christliche Gemeinde ihren jeweiligen wöchentlichen Feiertag? Was haben Sabbat und Sonntag miteinander zu tun? Inwiefern unterscheiden sie sich grundsätzlich? Mit Impulsen von Pfarrerin Angela Langner-Stephan und Rabbinerin Esther Jonas-Märtin.(jcha)
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.