Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Vernissage zum neuen Bischofsporträt


10 Mai 2018

„Das Bischofsporträt. Die Kunst der zeichnenden Malerei“

DRESDEN – Im Dresdner Haus der Kirche|Dreikönigskirche wurde am 9. Mai in einer Vernissage das Porträt vom sächsischen Landesbischof i.R. Jochen Bohl (2004-2015) unter Anwesenheit von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und dem Präsidenten des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, vorgestellt. Das neue Porträt ist ein Werk des Berliner Künstlers Slawomir Elsner. Weitere Werke des Künstlers sowie ältere Darstellungen von Oberhofpredigern sind ab jetzt im Ausstellungsraum des Eingangsbereichs im Haus der Kirche (Hauptstraße 23) bis zum 1. Juli zu sehen. 

Slawomir Elsner

Der 1976 in Oberschlesien geborene Slawomir Elsner ist international bekannt für seine naturalistische Malerei und seine abstrakten Aquarelle, vor allem aber ist er berühmt für seine virtuosen farbigen Zeichnungen. Seine Technik darin ist so faszinierend wie einmalig.

Das hier gezeigte Hauptwerk des Künstlers ist ein Porträt von Landesbischof i.R. Jochen Bohl. Es ist in der Technik der Farbstiftzeichnung entstanden, die Slawomir Elsner schöpferisch innovativ so anwendet, dass daraus Gemälde entstehen. Typische weitere Arbeiten von ihm in dieser Technik sind die außergewöhnlichen, verwirrend unscharf wirkenden, aber scharf mit Farbstiften gezeichneten Adaptionen von berühmten Bildern der Kunstgeschichte.

Ergänzend sind große Aquarelle von ihm zu sehen. Bis zu einhundert monochrome Schichten trägt der Künstler dabei auf. Das Einzige, das er dabei steuert, ist der zeitliche Abstand zwischen dem Auftrag der Schichten und das Verhältnis zwischen Wasser und Farbe: „Der Rest passiert von ganz allein. Die Strukturen entstehen nicht, weil ich sie male, sondern weil die Farben und das Papier eine Verbindung miteinander eingehen.“ Vor der Beschreibung und Würdigung des künstlerischen Werks durch Dr. Andreas Henning, Kurator für italienische Malerei, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, hob Dr. Frank Schmidt vom Kunstdienst der Landeskirche die fast ununterbrochene Reihe von leitenden Geistlichen in der Kirche hervor. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren es Ganzkörperporträts, danach Brustbilder mit individualisiertem Gesichtsausdruck.

Die Tradition der Bischofporträts

Seit 1591 werden die Ersten Geistlichen der lutherischen Kirche in Sachsen porträtiert. Diese Porträtgalerie befand sich über Jahrhunderte in der Sophienkirche (Ev. Hofkirche) am Postplatz und hat in den Kellergängen dieser Kirche den Bombenangriff vom 13./14. Februar 1945 überstanden.

Immer wieder wurden für diese besondere Aufgabe bedeutende zeitgenössische Künstler beauftragt, so dass die Galerie nicht nur eine historische, sondern auch eine kunstgeschichtliche Komponente aufweist.  So dient gerade heute ein Porträt nicht vordergründig einer dokumentarisierenden Abbildung, sondern drückt die Persönlichkeit durchaus in Verbindung mit deren Tätigkeit oder Bedeutung aus.

Übergabe an die Landeskirche

Das neue Porträt werde in die Reihe der Landesbischöfe aufgenommen, die im Landeskirchenamt als Bilder aufgehängt und zu sehen seien, sagte Präsident Dr. Kimme. Zunächst solle es aber im Haus der Kirche im Rahmen dieser Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für Landesbischof Dr. Rentzing hinterlasse jede Generation etwas, was die Zeit ausgezeichnet habe. Dieses Bild sei anders, weil es nach vorne und damit in die Zukunft ausgerichtet sei.

Nach der symbolischen Übernahme dankte und würdigte Landesbischof i.R. Bohl Slawomir Elsner, von dem er den Eindruck gewann, dass er für sein Schaffen berufen sei. Elsner lebe für die Kunst. Bohl hätte zwar zu Beginn die Befürchtung auf die Erkennbarkeit gehabt, aber das Porträt folge einer ehrwürdigen Tradition und zeige des Künstlers Berufung als Maler. Statt des umgehängten Kreuzes am Ende der Amtskette sei die Bibel in der Hand zu sehen und im Bildhintergrund das Fensterkreuz mit Anmutungen aus dem Innenraum der Frauenkirche, deren Wiederaufbau, Weihe und Bestimmung seine Amtszeit begleitet habe.

Musikalisch gestalteten die Vernissage Holzbläser des Bläserkollegiums Dresden e.V.

Die sächsischen Landesbischöfe

Jochen Bohl (l.), Porträt, Slawomir Elsner
Jochen Bohl (l.), Porträt, Slawomir Elsner

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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