Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Vereinbarung zwischen Lutheranern in Sachsen und den USA
23 Okt. 2020
Partnerschaftsgruppe gestaltet die Beziehung und bereitet Treffen vor
DRESDEN – Vertreter der Northeastern Pennsylvania Synod (USA) und Vertreter des Kirchenbezirkes Löbau-Zittau unterzeichneten am 22. Oktober 2020 im Rahmen einer Video-Konferenz im Landeskirchenamt in Dresden eine Partnerschaftsvereinbarung. Die Vereinbarung mit dieser lutherischen Regionalkirche geht bereits auf eine langjährige Beziehung von gegenseitigen Besuchen zurück.
Außerdem bestehen durch den ehemaligen „Diakonus zu Großhennersdorf bei Herrenhut“, Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787), als einer der Begründer der lutherischen Kirche in Nordamerika, historische Bezüge. Der frühere sächsische Landesbischof Dr. Johannes Hempel erhielt durch das amerikanische Muhlenberg College in Allentown die Ehrendoktorwürde. Bei seinem Besuch in Pennsylvania im Sommer 1992 - gemeinsam mit dem damaligen Löbauer Superintendenten Horst Slesazeck - wurde seitens der amerikanischen Partner der Wunsch nach einer Partnerschaft zum Ausdruck gebracht. Es war naheliegend diesen Wunsch an den Kirchenbezirk Löbau-Zittau heranzutragen.
Seit der Jahrtausendwende gibt es intensive Kontakte zwischen dem Kirchenbezirk und der Northeastern Pennsylvania Synod. In einem zweijährigen Rhythmus treffen sich Vertreter beider Kirchen. Auf beiden Seiten gibt es jeweils eine Partnerschaftsgruppe, die die Beziehungen gestaltet und die Treffen vorbereitet. Im Oktober 2018 trafen sich die Partner in den USA und im August letzten Jahres war Bischof Dr. Samuel R. Zeiser, Northeastern Pennsylvania Synod, in Sachsen. Neben Besuchen im Kirchenbezirk Löbau-Zittau predigte er am 18. August in der Dresdner Kreuzkirche im Rahmen der Predigtreihe „Europa und die Kirchen“.
Ein weiteres, für das Frühjahr geplantes Treffen in Sachsen, konnte coronabedingt nicht stattfinden.
Die Vereinbarung regelt die Beziehung auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen. Damit soll die Partnerschaft auch über den Wechsel von Haupt- und Ehrenamtlichen hinweg festgeschrieben werden. Inhalte der Vereinbarung sind der regelmäßige Informationsaustausch, die gegenseitige Besuche, die Arbeitsweise in Partnerschaftsgruppen, die Kontakte zwischen den hauptamtlichen Mitarbeitenden. Als eine Zielvorstellung ist der projektbezogene, zeitlich begrenzte Austausch von Pfarrerinnen und Pfarrern benannt.
In der Vereinbarung heißt es: „Die Partnerschaft … soll auf möglichst vielen Ebenen in beiden Kirchen mit Leben erfüllt werden. Dies soll erfahrbar werden im geistlichen Leben, im gegenseitigen Nehmen und Empfangen ebenso wie in persönlichen Kontakten, auch auf Leitungsebene von Ordinierten und Laien.“
Der Kirchenbezirk Löbau-Zittau gestaltet diese Partnerschaftsarbeit im Auftrag der Landeskirche. Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens ist mit der Ev.-Luth. Kirche in Amerika (ELCA) im Lutherischen Weltbund verbunden sind. Beide Kirchen verstehen sich als Partner in der weltweiten ökumenischen Bewegung.
An der Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung nahmen in den USA der Bischof Dr. Samuel R. Zeiser (Allentown), die Vizepräsidentin der Synode Kristen Edelman-Weiner, der Ökumene-Referent Kurt Garbe und weitere Mitglieder des sogenannten „Sachsen-Komitees“ teil. Auf sächsischer Seite unterzeichneten die Löbauer Superintendentin Antje Pech und der Vorsitzende der Bezirkssynode Christian Menzel im Beisein von Partnerschafts-Engagierten.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.