Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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„Verbrannt? Luther, Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle“
03 Okt. 2017
Eine Ausstellung des Sächsischen Staatsarchivs zum 500. Reformationsjubiläum
DRESDEN - Die Verbrennung der päpstlichen Bannandrohungsbulle, die Martin Luther am 10. Dezember 1520 als Zeichen seiner Abwendung von Rom vollzog, gehört zu den »Ikonen« der Reformationsgeschichte. Wie der Thesenanschlag und das Bekenntnis auf dem Wormser Reichstag prägte die Szene das Bild vom heldenhaften Reformator. Der Gegenstand von Luthers Zorn kann jetzt besichtigt werden: Eines der drei erhaltenen handschriftlichen Originale der Urkunde, mit der Leo X. (1475–1521) den Reformator zum Widerruf seiner Lehren aufforderte, steht im Fokus einer Ausstellung, die das Hauptstaatsarchiv Dresden (Archivstraße 14) vom 14. September 2017 bis zum 11. Januar 2018 veranstaltet.
Luthers Widerstand gegen die päpstliche Bannandrohung markiert den Höhepunkt einer Entwicklung, die mit den 95 Ablassthesen begann und unumkehrbar wurde, als der Reformator während der Leipziger Disputation im Sommer 1519 offen die päpstliche Machtvollkommenheit in Frage stellte. Damit waren auch im albertinischen Sachsen die Würfel gefallen. Herzog Georg der Bärtige (1471 – 1539), der Schirmherr der Disputation, der Luthers Bemühen um kirchliche Reformen zunächst begrüßt hatte, wandelte sich nun zu einem der entschiedensten Gegner der Reformation. In seiner Korrespondenz mit dem Reformator spiegelt sich der harte Konflikt zwischen dem alten Glauben und dem neuen evangelischen Bekenntnis.
Die Ausstellung zeigt das Dresdner Original der päpstlichen Bannandrohungsbulle erstmals in seinem historischen Überlieferungszusammenhang. Zu sehen sind dabei bedeutende Zeugnisse aus der Kanzlei Georgs von Sachsen, die neben der Bulle selbst zu den größten Schätzen des Sächsischen Staatsarchivs gehören. Dazu gehören eigenhändige Briefe, die der theologisch gebildete Herzog an Luther schrieb, und die eigenhändigen, oft wenig respektvollen Repliken aus der Feder des Reformators. Zu den besonderen Höhepunkten der Schau gehört ein neuentdecktes Unikat eines zeitgenössischen Plakatdrucks der Bannandrohungsbulle. Natürlich kann man auch erfahren, was genau eigentlich Luther den Flammen übergab, und warum der Verbrennungsakt so viel Aufsehen erregte.
Weitere Informationen auch zu Begleitveranstaltungen und Materialien
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.