Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Verabschiedung von OLKR Karl Ludwig Ihmels


26 Mai 2023

Urkunde für Brückenbauer in unterschiedlichen Arbeitsfeldern

DRESDEN - Der u.a. für Gemeindeaufbau, Seelsorge und Medien zuständige theologische Dezernent im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens, Oberlandeskirchenrat Karl Ludwig Ihmels (65), wurde am gestrigen Donnerstag, 25. Mai, in der Dreikönigskirche in einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.  Ihmels war seit August 2020 Mitglied des Landeskirchenamtes und in seinem Ressort auch für die Sonderseelsorgebereiche und die Werke der Landeskirche sowie als Gebietsdezernent für die Kirchgemeinden und Kirchenbezirke im Leipziger Bereich zuständig.

„Kirche in der Zwischenzeit“, das Thema der letzten Frühjahrstagung der Landessynode, bezog OLKR Ihmels in seiner Predigt auch auf die Jünger Jesu in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Eine Situation sei es gewesen, wo es für die Jünger offen schien, wohin es gehe. Auch heute gebe es nicht die Fülle der Erkenntnis, gerade bei weniger Personal und weniger Geld. Aber, Gottes Ziel sei wirkmächtiger als unsere Taten. Das machte er zuvor an der Jakobsgeschichte mit dem Aufbruch nach Ägypten deutlich. Schließlich fand das Volk, trotz aller Anstrengungen der Wüstenwanderung, gestärkt zurück in die Heimat Kanaan. Jakob entschied, folgte damit dem Ruf und nutzte die Freiheit, die Gott allen Menschen zugestehe, so Ihmels. Diese Freiheit sei schön und anstrengend zugleich.

Kirche lebe angesichts ihrer Geschichte immer in einer Art Zwischenzeit, gerade vor dem Hintergrund der Veränderungen seit der industriellen Revolution, der Trennung von Kirche und Staat, dem NS-Regime und der DDR-Zeit. Solche Veränderungen würden „Appetit auf Gottes Reich“ machen, aber nicht Menschen könnten es herbeiführen. Die starken Veränderungen vergangener Jahrzehnte brachten auch neue Ideen und Formen der Gemeinschaft hervor, auf denen der Segen des Herrn liege. Durch die Initiative „Kirche die weitergeht“ wächst etwas Neues auf, um das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Fürchte dich nicht“, sagte Jakob und er handelte selbst danach, so Ihmels.

Landesbischof Tobias Bilz würdigte anschließend den 35-jährigen beruflichen Weg von Karl Ludwig Ihmels seit seiner ersten Pfarrstelle, auf dem er in aller Bescheidenheit seine Arbeit und seinen Dienst machte, auf Menschen zuging und neue Projekte und Formate auf den Weg brachte. „Es ist nicht rein zufällig, was alles Neues und Nachhaltiges um ihn herum entstand“, sagte Bilz. So von den Jugendgottesdiensten im ostsächsischen Strawalde, die Vergrößerung der Anzahl von Prädikanten, die Hauptamtlichen-Tagung der Jugend in Schmochtitz, die Unterstützung der Bikerarbeit, die geordnete Verwaltung des Dienstes bis zur Überführung seiner Erfahrungen von den „Missio-Projekten“ auf die gegenwärtigen Initiativen von „Kirche die weitergeht“, so der Landesbischof. Er dankte Ihmels für die Arbeit, in der er vermittelt habe, dass die Prinzipien letztlich auf die Wirklichkeit treffen würden.  

Im Anschluss an den Gottesdienst, der von den Professoren Stephan Lennig, Orgel und Begleitung der Solisten von der Hochschule für Kirchenmusik Dresden und Martin Strohhäcker musikalisch begleitet wurde, begann die Gemeinsame Stunde im Festsaal im Haus der Kirche. Der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, der ihn zuvor im Gottesdienst entpflichtete übergab Ihmels die Urkunde und dankte im Namen der Mitarbeitervertretung im Landeskirchenamt und der Landeskirche für seinen Dienst. Er erinnerte an die „Indienstnahme“ des Vikars Karl Ludwig Ihmels am 1. März 1983 und dessen Besuch im elterlichen Pfarrhaus Vollbach in Leipzig-Plagwitz, wo ihn der junge Hans-Peter Vollbach das erste Mal kennen lernte.

Es folgten Grußworte aus der Ökumene durch Propst Gregor Giele aus Leipzig, der Nachbarkirche (EKM) durch Oberkirchenrat Christian Fuhrmann aus Erfurt sowie von Weggefährten und Kollegen. Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte überreichte ihm eine A3-Ehrenurkunde als „Brückenbauer“ in verschiedenen Bereichen seiner bisherigen Arbeit. Selbst aus Korea kamen Grüße von einer Theologischen Hochschule, die Praktikanten nach Sachsen entsandten und um die sich Ihmels kümmerte und sie begleitete.

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Karl Ludwig Ihmels ist gebürtiger Leipziger, wuchs im vogtländischen Bad Elster auf und besuchte nach der Schulzeit das Proseminar für den kirchlichen Dienst in Moritzburg. Nach Abschluss dieser Ausbildung 1976 studierte Ihmels an kirchlichen Hochschulen in Leipzig, Berlin und Naumburg. Nach seinem Examen in Naumburg 1983 und dem anschließenden Vorbereitungsdienst (Vikariat) blieb er bis 1988 als Studieninspektor und Repetent im Katechetischen Oberseminar in Naumburg.

1988 trat Ihmels seine erste Pfarrstelle im ostsächsischen Ruppersdorf bei Löbau an, wo er bis 1997 zugleich Jugendpfarrer im damaligen Kirchenbezirk Löbau war. Nach seiner Wahl und Berufung als Landesjugendpfarrer begann er im August 1997 seine Tätigkeit im Landesjugendpfarramt in Dresden, bevor er zehn Jahre später ins Landeskirchenamt wechselte. Hier war er über zwölf Jahren im Dezernat II für Personalangelegenheiten der Pfarrer und Pfarrerinnen Referent für Theologische Aus-, Fort- u. Weiterbildung, und in Begleitung von Theologiestudenten, Prädikanten und Pfarrern im Ehrenamt zuständig.

Vor der Entpflichtung im Altarraum der Dreikönigskirche
Blick in den Teil der Festgemeinde in der Dreikönigskirche
Gemeinsame Stunde im Festsaal

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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