Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Verabschiedung von Kreuzkantor Roderich Kreile


30 Juni 2022

Brückenfunktion zwischen Stadt und Kirche zum Gewinn für beide Seiten

DRESDEN – Im Rahmen der Kreuzchorvesper des Dresdner Kreuzchores am Sonnabend, 2. Juli 2022, um 17:00 Uhr wird der langjährige Kreuzkantor Roderich Kreile feierlich aus seinem Amt verabschiedet. Die anschließende Entpflichtung nehmen der Stellvertreter des Landesbischofs, Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel, und Superintendent Christian Behr vor. Weiterhin wirken liturgisch Pfarrer Holger Milkau sowie musikalisch der Kreuzorganist Holger Gehring (Orgel) mit. OLKR i.R. Dr. Christoph Münchow wird die Ansprache halten.

Der 28. Kreuzkantor leitete den berühmten Dresdner Knabenchor seit 1997. Seinen Dienst begann der damals 40-jährige in seiner Einführung mit der Motette von Heinrich Schütz „Herr, auf dich traue ich“. „Hiermit zeichnet Kreile, bei aller Betonung seiner weltlichen Anstellung, sein geistliches Bekenntnis und sein Vorbild für alle Kruzianer, egal, ob sie mit oder ohne Taufe im Kreuzchor waren“, sagt Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger.

In die Amtszeit von Roderich Kreile fiel das 800-jährige Jubiläum von Kreuzchor, Kreuzschule und Kreuzkirche, welches 2016 mit einem Festjahr sowie zahlreichen Konzerten und Auftritten begangen wurde. Der Wahlspruch der Kreuzschule, „Schola crucis, schola lucis - imus domine quo ducis“ (Schule des Kreuzes, Schule des Lichts, wir gehen, Herr, wohin du uns führst) sei auch für Kreiles Wirken in der Schul- und Chorgemeinschaft bestimmend gewesen, sagt Markus Leidenberger. Der soziale Zusammenhalt im Chor und die Übernahme von Aufgaben und Verantwortung innerhalb des Chores sowie für Kirche und Gesellschaft seien etwas, was den Dresdner Kreuzchor neben der musikalischen Qualität auszeichne und was auch für die Zukunft Bedeutung habe, so Leidenberger.

Nach Ansicht des damaligen Superintendenten Dr. Peter Meis seien für Roderich Kreile die städtische Intendanz und die gottesdienstlichen Aufgaben gleichermaßen wichtig gewesen, er habe die Brückenfunktion zwischen Stadt und Kirche zum Gewinn für beide Seiten ausgeübt. Dr. Meis bescheinigt dem Kreuzkantor diplomatisches Geschick und Langmut. Er habe die Belange der Stadt, der Kreuzkirche und der Schule zusammengehalten und für entsprechende Unterstützung gesorgt.

Roderich Kreile habe immer wieder neue Resonanzräume für den Kreuzchor gesucht und Konzerte im Stadion, in Galerien und im Bahnhof initiiert. Auch damit habe er Brücken gebaut, die Tradition der musica sacra in säkulare Räume getragen und Menschen erreicht, die mit kirchlichen Traditionen nicht vertraut sind. Gleichzeitig habe Kreile jedoch ein großes Repertoire geistlicher Musik gepflegt, mit dem er neue Wege beschritten habe. Neben all den unterschiedlichen Erwartungen von Schule, Eltern, Konzertbesuchern und der Kreuzkirchgemeinde an den Chor seien die Belange der Kruzianer und die Arbeit mit ihnen immer der wichtigste Maßstab für Roderich Kreile gewesen, betont Dr. Meis.

Roderich Kreile wechselte 1997 von München nach Dresden. Zuvor unterrichtete er als Professor Chorleitung an der Musikhochschule München, leitete zwei Hochschulchöre und später auch den Philharmonischen Chor München. Sein kirchenmusikalischer Werdegang begann in der bayerischen Landeshauptstadt mit einem Studium der Kirchenmusik und Chorleitung. Danach übernahm er eine A-Kantorenstelle an der Münchner Christuskirche und wurde zum Kirchenmusikdirektor ernannt.

Zu seinem Nachfolger und 29. Kreuzkantor wurde aus zahlreichen Bewerbern der gebürtige Dresdner und ehemalige Kruzianer Martin Lehmann gewählt. Er leitet seit 2012 den Windsbacher Knabenchor, einen der renommiertesten deutschen Knabenchöre. Die öffentliche Einführung in das Amt als Kreuzkantor ist für den 24. September 2022 in der Kreuzkirche vorgesehen.

Kreuzkantor Roderich Kreile (©Astrid Ackermann)
Konzert anlässlich 800 Jahre Kreuzchor, Kreuzschule und Kreuzkirche (2016)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite