Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

„Unser Kind! Sehnsucht nach der ‚perfekten‘ Familie“


09 Apr. 2018

„Woche für das Leben“ zur Frage nach dem Wunschkind

DRESDEN – Eine Podiumsdiskussion widmet sich am Dienstag, 17. April, um 19:00 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden dem Thema „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind! Sehnsucht nach der ‚perfekten‘ Familie“. Im Rahmen der alljährlichen bundesweiten ökumenischen „Woche für das Leben“ steht dabei die Frage nach dem Wunschkind im Mittelpunkt. Fachleute aus Beratung und Wissenschaft und Menschen mit persönlichem Erfahrungshintergrund geben an diesem Abend Einblick in ein facettenreiches Thema und diskutieren darüber mit dem Publikum.

Veranstalter des Abends sind die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen, das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das katholische Bistum Dresden-Meißen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Kinderbetreuung wird auf Nachfrage angeboten.

Als Kind von seinen Eltern und dem Umfeld erwünscht zu sein – diese Erfahrung ist eine elementare Voraussetzung, um als junger Mensch eine sichere, gefestigte Identität auszubilden. Was aber ist mit Kindern, die mit familiären Brüchen aufwachsen, etwa in einer Pflege- oder Adoptivfamilie, oder die in einer „Patchworkfamilie“ groß werden, also mit einem anderen Elternteil und vielleicht auch neuen Geschwistern?

Die Wege, auf denen Frauen und Männer heute zu ihrem Wunschkind und zum gemeinsamen Familienleben gelangen, haben sich vervielfältigt. Gesellschaftliche Veränderungen und medizinischer Fortschritt tragen dazu bei, den Kinderwunsch zu fokussieren und werdendes Leben mit ‚Besonderheiten‘ als unerwünscht auszusondern. Streben wir heute auch mit Blick auf das Familienleben zunehmend nach Perfektion? Welche Rolle wird dem Kind dabei zugedacht? Ein Kinderwunsch kann eine eindeutige Rollenzuschreibung bedeuten: Das Kind soll den Eltern ein sinnerfülltes Leben geben. Nehmen Kinder diese Erwartungshaltung wahr? Welchen Einfluss kann das auf die kindliche Entwicklung haben? Wie gehen wir mit dem Unperfekten, mit Abweichung und Brüchen um?

Zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehören ANNETTE SEIDEL, Pflegeelternberatung, Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden e.V.; CLAUDIA LEIDE, Familienpastoral Bistum Dresden-Meißen; DR. ANNE-KATRIN OLBRICH, Psychologische Beraterin, Schwangerschafts(konflikt)beratung, Ehe- und Lebensberatung; DR. MED. FRITHJOF SCHÜLING, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, ärztlicher Psychotherapeut, Dresden.

Die Moderation übernimmt GEORG TEICHERT vom Kinder- und Familienbeirat Leipzig. Die musikalische Umrahmung liegt in den Händen des Harfenisten MARKUS THALHEIMER.

WOCHE FÜR DAS LEBEN

Seit über zwei Jahrzehnten engagieren sich die katholische und die evangelische Kirche in jedem Frühjahr mit der „Woche für das Leben“ für Wert und Würde des menschlichen Lebens und für seinen Schutz in allen Lebensphasen. In diesem Jahr findet die bundesweite ökumenische „Woche für das Leben“ vom 14. bis 21. April statt.

Die Veranstaltung wird durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördert.

Weitere Informationen: www.woche-fuer-das-leben.de

Mutter und Kind auf dem Einladungsflyer
Podiumsdiskussion am 17. April im Deutschen Hygiene-Museum Dresden

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite