Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Universitätskirche St. Pauli in Dienst genommen


03 Dez. 2017

Einweihungsgottesdienst der neuen Universitätskirche St. Pauli

LEIPZIG – Die Indienstnahme des Nachfolgebaus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli erfolgte am 3. Dezember in einem festlichen Einweihungsgottesdienst, der live im MDR-Fernsehen übertragen wurde. Zukünftig wird der neugewonnene Raum im Leipziger Uni-Campus am Augustusplatz auch wieder für öffentliche Universitätsgottesdienste für Lehrende und Studierende zur Verfügung stehen. Unter Gesang der Schola und dem Geläut der Universitätsglocke wurden die Vasa Sacra in die Kirche zum Altar getragen.

Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, begrüßte Gottesdienstgemeinde, darunter Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Universitätsprediger Prof. Dr. Peter Zimmerling, Zeitzeugen der vormaligen Paulinerkirche, Mitglieder des Predigerkonvents, Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Universität Leipzig und Studierende der Universität Leipzig.

In seinem Geistlichen Wort nannte Landesbischof Dr. Rentzing die drei Wesensbestimmungen der Kirche Jesu Christi, die in „besonderer Weise auch für diese neuerrichtete St. Pauli Kirche zutreffen“. So stehe diese Kirche mit ihrer Geschichte bis zur Zerstörung für die „pilgernde Kirche durch die Zeit“. Zeiten hinterließen Spuren, wie die veränderte Architektur bei der Neuerrichtung auch. Das verändere aber nicht den Weg und das Ziel der Kirche. „Für das Geheimnis Gottes transparenter kosmischer Raum“ stünden andere Nutzungen der Universität, die durch den Raum in seiner Transparenz die Blicke emporlenken würden. Für den „Ort des Heils allein durch Glauben“ stünden alle, die sich im Glauben versammeln und darauf vertrauen, „dass ihnen hier der Heiland und damit das Heil begegnen“.

Zusammen mit Universitätsprediger Prof. Zimmerling stellte der Landesbischof mit Lesung und Gebet die Universitätskirche St. Pauli in den Dienst Gottes.
Anschließend wurden die Schwalbennestorgel (Metzler-Orgel) seitlich oberhalb des Chorraums und die größere Jehmlich-Orgel auf der Empore mit Orgelstücken und mit dem Adventslied „Macht hoch die Tür“ eingeweiht. Es folgten die Indienstnahme des Ambo, dem Platz der Bibel und der Wortverkündigung, sowie der Platz der Heiligen Taufe (Taufstein).  Der Indienstnahme von Paulineraltar und Volksaltar als Orte für das Heilige Abendmahl und Stätten des Gebets und des Segens erklang nach dem Gebet die Bach-Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ durch Solisten, dem Leipziger Universitätschor und begleitet vom Pauliner Barockensemble.

In seiner Predigt sprach Prof. Dr. Peter Zimmerling „von dem Wunder von Leipzig“, dass die neue Universitätskirche an gleicher Stelle und in vergleichbaren Ausmaßen entstanden sei. „Heute feiern wir voller Dankbarkeit die sichtbare Vollendung dieses Wunders.“ Die Bibel bezeuge, dass sich Gott bei Wundern der Mithilfe von Menschen bedienen kann. Diesen Menschen gebühre Dank und er dankte dem Freistaat Sachsen sowie allen, die am Bau und der Vollendung mitgewirkt hatten.
Auszug und Heimkehr: Dr. Zimmerling erinnerte an die letzte Predigt in der alten Paulinerkirche am 23. Mai 1968 - eine Woche vor der Sprengung. Hier habe der damalige Universitätsprediger Heinz Wagner um den Sinn für den staatlicherseits erzwungenen Auszug des Universitätsgottesdienstes gerungen. Neben der „Bitternis“ des Auszugs sei es ihm gelungen, den Auszug als Aufbruch zu deuten, der nicht imstande sei, die Kraft des Geistes zu brechen. „Der Weg bis zur Heimkehr war steinig“, aber durch die Friedliche Revolution sei der rechtliche Rahmen gesichert, was im Zusammenwirken dazu führte, dass der Universitätsgottesdienst am angestammten Ort zurückkehre.
Prof. Zimmerling plädiert dafür, dass die Gottesdienste eine Brückenfunktion zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen Kirche und Gesellschaft, zwischen Atheismus und Christentum erfüllen. „Die Freiheit vom Glauben und die Freiheit zum Glauben gehören in Deutschland untrennbar zusammen“, sagte er. Der Gottesdienst schütze den Menschen vor tödlicher Selbstverschließung und nehme das Kommende vorweg. Das habe gravierende Folgen für das Verhältnis des Menschen zur Welt und zu sich selbst, denn er werde  achtsamer mit der Welt umgehen, sie als Lebensraum auch für die zukünftigen Generationen zu bewahren suchen.

Nach Glaubensbekenntnis, Fürbitten und Bestätigung durch die Gemeinde sprach der Landesbischof den Segen.
Anschließend sprachen der Sächsische Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und der Leipziger Bürgermeister Torsten Bonew ein Grußwort bevor der Auszug der Liturgen unter musikalischer Begleitung erfolgte.
Landtagspräsident Dr. Rößler gestand „unbändige Freude und tiefe Dankbarkeit“, wenn er in den letzten Jahren über den Augustplatz den Neubau sah. Diese „Kathedrale des Wissens, der Erkenntnis und des Glaubens“ solle entsprechend gemeinsam und mit gegenseitigem Verständnis genutzt werden. In dem geistigen und geistlichen Zentrum lieg das Zeugnis von Gottes Wirken in der Welt.

Die Musikalische Leitung im Gottesdienst hatte Universitätsmusikdirektor David Timm. Weitere Ausführende waren Universitätsorganist Daniel Beilschmidt an der Orgel, der Leipziger Universitätschor, das Pauliner Barockensemble, die Leipzig Big Band, die  Schola St. Pauli und Gesangssolisten. Die kirchlich-organisatorische Leitung des Fernsehgottesdienstes hatte der Senderbeauftragte der Ev. Landeskirchen beim MDR, Pfarrer Holger Treutmann (Dresden).

Gottesdienstübertragung im MDR sowie weitere Informationen

Foto evlks, OK
In der vollbesetzten Universitätskirche wurden die Orte der Verkündigung und die der Verwaltung der Sakramente geweiht.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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