Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Universitätsgottesdienst


30 Mai 2018

Gott und Welt lassen sich nicht trennen

LEIPZIG – Im Gedenk- und Dankgottesdienst im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai in Leipzig anlässlich des 50. Jahrestags der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli begrüßten die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, und Universitätsprediger Prof. Dr. Peter Zimmerling die zahlreichen Besucher des Universitätsgottesdienstes.

Für die Rektorin Dr. Schücking sei es ein besonderer Moment der Feier an diesem Tag. Sie betonte den Dankgottesdienst, weil man den Raum seit der Indienstnahme genießen und gestalten könne. Hinsichtlich der Nutzung lägen schon vielfältige und gute Erfahrungen vor. Die Aula sei ein Ort des Miteinanders.
Für Prof. Zimmerling sei es ebenfalls ein Tag der Freude, aber auch ein Tag der Trauer, denn dieser Ort erinnere an den dunkelsten Tag der Geschichte. Immerhin sei „die Seele der Stadt Leipzig verletzt worden“ als die damalige Begräbnisstätte berühmter Universitätsangehöriger und vornehmen Bürger nach Jahrhunderten zerstört worden sei. Jetzt stehe aber die Freude über die neue Universitätskirche im Vordergrund.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den Universitätsorganisten Daniel Beilschmidt (Orgel), den Thomanerchor Leipzig unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz, die Leipziger Universitätskantorei unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm sowie durch die Sopranistin Maria Küstner.

Während der Predigt (Psalm 130,1–8) von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing erklang das „Aus der Tiefe rufe ich zu Dir“ von Heinrich Kaminski für vier bis sechsstimmigen gemischten Chor und Sopran-Solo. Für Dr. Rentzing werfe der Dank einige Fragen auf. Der große Dank erfülle alle Herzen, gleich einer Wallfahrt zu Kirche und Aula. Es sei ein Pilgerweg zur Charakter- und Herzensbildung als Grundlage der Bildung für alles. Der in den Psalmen beschriebene Pilgerweg zum Tempel sei unterbrochen gewesen im Rückblick auf sündhaftes Verhalten. Sünde sei aber nicht mit Tun und Moral gleichzusetzen, vielmehr gehe es um die Verfehlung der eigenen Bestimmung und die Trennung von Gott. Der Gläubige solle nicht die Sünde bei anderen suchen, sagte der Landesbischof. An diesem Tag und Ort werde ein Lernprozess sichtbar, dass sich Gott und die Welt nicht trennen lasse. „Wir sollten nicht töricht sein, Glaube und Wissen voneinander zu trennen“, sagte er.

Der Vorsitzende des Paulinervereins, Dr. Ulrich Stötzner, erinnerte anschaulich an die Zerstörung Paulinerkirche, die er persönlich erlebte. Es sei der kommunistischen Herrschaft geschuldet gewesen, die im 1968-Jahr vor dem Hintergrund des Prager Frühlings ihre Macht demonstrieren wollte. Somit war es nicht nur Kulturbarbarei, sondern ein politischer Gewaltakt. Das Haus sei noch nicht ganz fertig, da noch einige Versatzstücke fehlten. Dr. Stötzner zitierte die alttestamentliche Bibelstelle mit dem Klagen über den verlorenen Tempel und das Jauchzen mit Freude über den Tempelneubau. „Wir sollten aufhören zu klagen“, sagte er versöhnend und er wies in die Zukunft mit der weiteren Nutzung von Kirche und Aula. Er hoffe, dass der antichristliche Geist nicht das letzte Wort behält.
Prof. Zimmerling übermittelte der Festgemeinde an diesem Tag herzliche Grüße von der schwedischen Königin Silvia, die sich über den Neubau der Universitätskirche freue. Immerhin war ihr Onkel Ernst Sommerlath ein bekannter Theologieprofessor in Leipzig, den sie als Kind häufig besuchte.

Landesbischof Dr. Rentzing predigt
Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli war zum Universitätsgottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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