Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Treffen der sächsischen Lettland-Partnergemeinden
23 Sept. 2024
Aus Partnerschaften sind persönliche Freundschaften erwachsen
DRESDEN – Auch in diesem Jahr hat die sächsische Landeskirche zu einem Treffen zwischen Partnergemeinden der Ev.-Luth. Kirche Lettlands und Sachsens eingeladen. Zum Teil existieren diese Partnerschaften schon seit 30 Jahren. Vertreterinnen und Vertreter kamen in diesem Jahr am 21. September in der Kirche in Dresden-Rähnitz zusammen. Es war das erste Treffen, an dem Helena Radisch, die neue Referentin für Ökumenische Beziehungen im sächsischen Landeskirchenamt, teilnahm.
Insgesamt 27 Personen, darunter zehn Lettinnen und Letten, waren ihrer Einladung gefolgt. Darunter war eine Gemeinde mit einer sehr aktiven Litauen-Partnerschaft, die gleich das Forum zum Arbeitsaustausch nutzte. Thematisch ging es beim diesjährigen Partnerschaftstreffen um die Geschichte und Gegenwart der Herrnhuter Brüdergemeine in Lettland. Das Hauptreferat zu diesem Thema hielt Prof. Dr. Guntis Kalme aus Riga von der Akademie der Ev.-Luth. Kirche Lettlands.
In seiner Präsentation würdigte er die 1729 begonnene Evangelisationsarbeit der Herrnhuter im damaligen Livland, Kurland und Estland, die zunächst ein Aufblühen der Frömmigkeit in dieser Region bewirkt habe und die bald darauf eine Bildungsrevolution nach sich ziehen sollte. So sei dies eine bemerkenswerte Entwicklung gewesen, die ihresgleichen suche. Sie habe ein nationales Erwachen bewirkt, ohne das die Gründung der ersten lettischen Republik 1918 nicht vorstellbar wäre.
Für die Teilnehmenden werde bei jedem Jahrestreffen deutlich, mit welchem Engagement die Mitglieder der ehemals 17 sächsischen Partnerschaftsgruppen, von denen zehn heute noch aktiv sind, sich ihrer Arbeit widmen. Trotz der großen Entfernung – von Mittelsachsen bis in die Mitte Lettlands sind es 1.400 Kilometer! – gibt es jährliche Fahrten hin und her. Sie dienten dem Austausch sowie dem Transport von Waren, die in Lettland gebraucht bzw. dort Freude bereiten und den Gemeindeaufbau fördern würden.
Andreas Tasche aus Dresden-Wilschdorf, der an dem Treffen teilnahm, weiß weiterhin zu berichten, dass auch gelegentlich von Mitgliedern der sächsischen Partnerschaftsgruppen auch Dienstleistungen im handwerklichen Bereich in Lettland bzw. Litauen erbracht würden. In manchen Partnerschaften seien einmal jährlich Predigten und Fürbitten ausgetauscht sowie aus der Ferne bzw. bei persönlichen Begegnungen sei thematisch gearbeitet worden. So seien in fast allen Partnerschaften im Laufe der Jahre persönliche Freundschaften gewachsen, die über die offiziellen Termine hinaus gepflegt würden, so Tasche.
Diesmal empfahl die Kirchgemeinde Wilschdorf-Rähnitz, die eine Partnerschaft mit der Gemeinde in Nereta ganz im Süden Lettlands pflegt, das Verschenken von Gutscheinen für lettische Apotheken. Die Medikamenten-Versorgung in Lettland zählt nicht zu den Grundleistungen der dortigen Krankenversicherung. Arme Menschen haben daher Probleme, sich die verschriebenen Medikamente zu kaufen. Überhaupt sei das Leben in Lettland, abgesehen von einfachen Grundnahrungsmitteln, deutlich teurer als in Deutschland, berichtet Tasche. Dabei hätten die Menschen ein deutlich niedrigeres Einkommen.
Es wurde berichtet, dass alle Jahre wieder den Beteiligten warm ums Herz werde, wenn sie mit Menschen aus Lettland persönliche und geistliche Gemeinschaft haben. Da diesmal ein ganzer Kleinbus mit Mitgliedern der Partnerschaftsgruppe Nereta von Lettland nach Sachsen gekommen war, fand am Tag nach dem „offiziellen“ Partnerschaftstreffen noch ein zweistündiger Gemeinde-Familiengottesdienst mit integriertem Brunch in der kürzlich modernisierten Kirche in Rähnitz statt. Dabei tauschten sich 120 Personen – Kinder eingeschlossen – über die spannende Frage aus, welche Person und welches Ereignis eine Spur im jeweiligen Leben hinterlassen habe.
Mancher Austausch fand in Englisch oder auch in Russisch statt; das Wichtigste übersetzte eine aus Lettland mitgereiste Dolmetscherin. (Dieser Beitrag nach Informationen vom Teilnehmer Andreas Tasche aus Dresden-Wilschdorf.)
Wer zukünftig ebenfalls zu den Jahrestreffen eingeladen werden möchte oder Interesse hat, sich in einer Partnerschaftsgruppe zu engagieren, kann sich an Helena Radisch helena.radisch@evlks.de wenden.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.