Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Trauer um ehemaligen Superintendenten Thomas Küttler
09 Dez. 2019
„Ein Mann, der in Plauen Geschichte geschrieben hat“
LEIPZIG – Die Trauerfeier des am letzten Mittwoch, 4. Dezember 2019, verstorbenen früheren Plauener Superintendenten Thomas Küttler findet am 13. Dezember um 13:00 Uhr in der Marienkirche in Leipzig-Stötteritz statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Stötteritzer Friedhof. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2002 lebte er mit seiner Frau in Leipzig.
Der im Alter von 82 Jahren verstorbene Theologe war 23 Jahre Superintendent im Kirchenbezirk Plauen und Wegbereiter der Friedlichen Revolution in der Vogtlandstadt. So ergriff er auf der ersten Großdemonstration in der damaligen DDR am 7. Oktober 1989 in Plauen auf dem Höhepunkt der Konfrontation das Mikrofon und sprach vor dem Rathaus zu den rund 15.000 Demonstranten und kündigte einen Dialog mit dem Oberbürgermeister an. „Er sei ein Mann gewesen, der in Plauen Geschichte geschrieben hat, würdigt Landesbischof i.R. Volker Kreß für die Landeskirche Küttlers Rolle. Er sei ein hervorragender Theologe gewesen, der in Synode und Kirchenleitung wichtige Impulse gegeben habe. Unter den sächsischen Superintendenten sei er eine „herausragende und führende Persönlichkeit“ gewesen, so Kreß.
Nach dem friedlichen Verlauf der Demonstrationen war er Mitbegründer der „Gruppe der 20“ und leitete nach der Grenzöffnung den Runden Tisch in Plauen. Der spätere Ehrenbürger der Vogtlandstadt war über fünf Legislaturen Mitglied der Ev.-Luth. Landessynode Sachsens (1972-2001). Von 1978 an war er zudem viermal in Folge theologischer Vizepräsident der Synode und stand seit 1996 der damaligen Präsidentin der Landessynode, Gudrun Lindner, zur Seite. „Thomas Küttler war ein Schnelldenker, Stratege und geschliffener Redner und er war immer Lehrer und Meister“, schreibt Frau Lindner in ihrem Nachruf. „In verfahrenen Debatten, in verzwickten Rechtsangelegenheiten, in gefahrvollen Situationen sei er in der Lage gewesen, Weitblick zu beweisen, klar und rechtssicher zu formulieren und natürlich auch das von ihm als richtig Erkannte durchzubringen“, beschreibt sie dessen langjähriges Wirken.
Sein bewegtes Leben war gekennzeichnet von wegweisenden Entscheidungen. Thomas Küttler wurde am 26. Oktober 1937 im erzgebirgischen Schwarzbach geboren, wuchs in Hannover auf. Nach dem Theologiestudium in Göttingen und Münster trat er 1962 das Vikariat an, u.a. in London, sowie mehrere Praktika. 1965 entschied er sich nach der Ordination (Kloster Loccum) aus einer Pfarrstelle in Nienburg heraus, wegen seiner späteren Frau in die DDR überzusiedeln.
Im mittelsächsischen Marbach bei Nossen übernahm er 1965 für neun Jahre die erste Pfarrstelle in der sächsischen Landeskirche. Von 1974 wurde Thomas Küttler als Studieninspektor an das Prediger-Kolleg St. Pauli in Leipzig abgeordnet, bevor er 1979 von der Kirchenleitung zum Superintendenten von Plauen berufen wurde. Von 1990 bis 2003 gehörte er der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an, zuletzt ab 2001 als deren Vizepräsident.
Neben anderen Ehrungen erhielt er das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.