Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Trauer um Domherr Dr. Christoph Wetzel
02 Juni 2022
Zum Tod des Dresdner Theologen und Meißner Domherren Dr. Christoph Wetzel (1929-2022)
„Die Musik habe ich allzeit lieb gehabt“ – dieser Satz, der aus den Tischreden von Martin Luther stammt, hätte auch von dem Dresdner Theologen Christoph Wetzel geschrieben sein können, der sich schon in seiner Kindheit für das Orgelspiel begeisterte, nach dem Theologiestudium eine Doktorarbeit schrieb über „Die theologische Bedeutung der Musik im Leben und Denken Martin Luthers“ (1954) und von 1983 bis 1994 als Dozent für Theologie an der Dresdner Kirchenmusikschule – seit 1992 Hochschule für Kirchenmusik – wirkte, zuletzt als Prorektor. 1988 wurde er Domherr in Meißen, wo er sich in ehrenamtlicher Arbeit für die Erhaltung des Domes einsetzte und auch für das geistliche Leben am Dom Verantwortung übernahm. Am Vortag des Sonntags Exaudi – dem traditionellen Kapiteltag des Meißner Hochstiftes – ist Christoph Wetzel am 28. Mai 2022 in Dresden im Alter von 92 Jahren verstorben.
Christoph Wetzel wurde 1929 in Stenn bei Zwickau als Sohn eines Pfarrers geboren. Als nach dem Abitur 1948 die Berufswahl anstand, entschied er sich für das Studium der Theologie, bekannte jedoch: „Theologie und Kirchenmusik zogen mich in gleicher Weise an“. 1956 wurde er Pfarrer in Regis-Breitingen, wo er sich auch mit dem Orgelbau und liturgiewissenschaftlichen Fragen befasste. 1964 wechselte er an die Thomaskirche in Leipzig. 1972 übernahm er in Leipzig die Leitung des Predigerkollegs St. Pauli, wo junge Theologen für ihren Dienst als Pfarrer vorbereitet wurden. 1976 wurde er Superintendent für den Kirchenbezirk Dresden-Nord. Damit war er in Dresden angekommen, wo er seitdem lebte und wirkte.
Wir verdanken ihm eine große Zahl von Publikationen zur Kirchengeschichte der Stadt Dresden, insbesondere zur Geschichte der Frauenkirche, deren Wiederaufbau er mit Freude verfolgte. Als der Wiederaufbau vollendet war, gestaltete er in der Frauenkirche ehrenamtlich Führungen und Andachten und war auch als seelsorgerlicher Ansprechpartner für Besucher der Kirche tätig. Beschäftigt hat ihn auch die Geschichte der Schlosskirche im Dresdner Residenzschloss, die er in einer Publikation als den „geistlichen Mittelpunkt des Kurfürstentums Sachsen im 17. Jahrhundert“ bezeichnete; hier fanden „politische Gottesdienste“ statt und von hier aus wurde die Inszenierung der Reformationsjubiläen in Sachsen organisiert.
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens hat Christoph Wetzel viel zu verdanken: sein segensreiches Wirken als Pfarrer, Prediger und Seelsorger, seinen Beitrag zur Ausbildung junger Theologen und Kirchenmusiker, sein Engagement für den Dom zu Meißen und die Frauenkirche zu Dresden und seine lehrreichen Beiträge zur Kirchengeschichte und Kirchenmusik. Die Leidenschaft für die Musik war ein roter Faden in seinem Leben, der sich früh abzeichnete. Im Alter von 25 Jahren schrieb er in seiner Doktorarbeit den folgenden Satz: „Die Musik ist die äußere Form der Freude des Glaubens, und zwar eine Form, die dem Auge des Glaubens die darin eingehüllte Freude offenbart.“ (Pfarrer Dr. Hans-Peter Hasse, Senior des Meißner Domkapitels)
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.