Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Tour zum deutsch-tansanischen Dokumentarfilm "Das leere Grab"
13 Aug. 2025
LEIPZIG - 2024 kam der deutsch-tansanische Dokumentarfilm „Das leere Grab“ in die deutschen Kinos. Das Leipziger Missionswerk hat einen der Protagonisten, Felix Kaaya, und die tansanische Regisseurin Cece Mlay nun nach Deutschland eingeladen.
Cece Mlay und Agnes Lisa Wegner begleiten im Film zwei tansanische Familien, die seit Jahrzehnten nach den Gebeinen ihrer Vorfahren suchen. Diese wurden während der deutschen Kolonialzeit als Kriegstrophäen nach Deutschland geschickt. Ihre Spurensuche führt sie auch nach Berlin. Bis heute lagern zehntausende menschliche Gebeine aus ehemaligen Kolonien in Museen und anderen Sammlungen. Identifizierungen und Rückführungen gestalten sich schwierig.
Felix Kaaya (73) aus Arusha ist auf der Suche nach den Gebeinen seines Urgroßvaters Mangi Lobulu Matinda Kaaya. Im Jahr 1900 weigerte dieser sich, der deutschen Kolonialverwaltung sein Land zu überlassen und wurde deshalb mit 18 weiteren Männern hingerichtet. Cece Mlay (38) arbeitet als Filmemacherin, Creative Supervisor und Regisseurin bei Kijiweni Productions in Dar es Salaam (Tansania) und hat den Film “Das leere Grab” als Co-Regisseurin mit produziert.
Das Leipziger Missionswerk (LMW) sieht sich in einer besonderen Verantwortung bei diesem Thema, da auch ein Leipziger Missionar (Hans Fuchs) auf Bitten des Königlichen Museums für Völkerkunde Berlin am Handel mit menschlichen Gebeinen aus dem heutigen Tansania beteiligt war. Das LMW möchte sich der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte stellen – auch im öffentlichen Dialog. Eine Stellungnahme zu Hans Fuchs findet sich hier: https://www.leipziger-missionswerk.de/1/angebote/aktuelles/detail-aktuelles/leipziger-missionar-an-handel-mit-schaedeln-beteiligt.html.
In Sachsen wird bei folgenden öffentlichen Veranstaltungen Gelegenheit zum Gespräch sein:
- 29.08., 19 Uhr, Leipzig, LURU-Kino – Filmvorführung mit anschließendem Gespräch
- 30.08., 15 Uhr, Chemnitz, smac – „Geraubte Vorfahren“ - Filmvorführung beim Kulturkirchenfest mit anschließendem Gespräch (17 Uhr)
- 01.09., 18 Uhr, Leipzig, Leipziger Missionshaus – “Verdrängte Geschichte. Menschliche Gebeine in deutschen Sammlungen”
- 02.09., 18 Uhr, Zwickau, Käthe-Kollwitz-Gymnasium – „Bleibt das Grab leer?“ Über koloniale Verbrechen und Verantwortung, Abendvortrag im Rahmen „Schule im Dialog“
Die Gäste reisen am 3. September weiter nach Meiningen, Hannover, Hamburg, Rostock, Mannheim und Berlin. Am 15. September fliegen sie zurück nach Tansania.
Der Film „Das leere Grab“ ist insbesondere für Schulen und Gemeinden in Sachsen über die Evangelische Medienzentrale Sachsen kostenfrei abrufbar. Auch das umfängliche Arbeitsmaterial von Carolin Ziemann ist dort verfügbar.
Cece Mlay und Felix Kaaya stehen für Interviews gern zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich für eine Terminabsprache an Antje Lanzendorf: 0341 99 40 623, 0171 11 96 882.
Die Filmtour wird gefördert von Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes.
Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e.V. (LMW) ist seit 1836 ein international arbeitendes Werk, das spirituellen, interkulturellen und interreligiösen Austausch ermöglicht. Das LMW steht für globales Lernen in ökumenischer Perspektive. Es bringt die Themen, Perspektiven und Spiritualität der Partner in Indien, Tansania und Papua-Neuguinea in die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ein.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.