Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Tobias Bilz zum Landesbischof gewählt
29 Feb. 2020
Gratulation der Leitenden Geistlichen von EKD und VELKD
DRESDEN - Im dritten Wahlgang wählte die 27. Landessynode auf ihrer Sondertagung in Dresden am Nachmittag des 29. Februar Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz (55) aus Dresden mit 48 von 79 gültigen Stimmen zum neuen Landesbischof der sächsischen Landeskirche. Er lag bei den zwei vorigen Wahlgängen bereits deutlich vor den Mitbewerbern Ulrike Weyer und Andreas Beuchel.
Tobias Bilz leitet seit Jahresbeginn 2019 als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt das Dezernat IV. Es umfasst u.a. den Bereich der Kirchlichen Werke und Einrichtungen, die Seelsorge, den Gemeindeaufbau und die Medien. Zuvor war er elf Jahre als sächsischer Landesjugendpfarrer im Landesjugendpfarramt in Dresden tätig. 1991 wurde Bilz Pfarrer im erzgebirgischen Erlbach-Kirchberg, ab 2001 zusätzlich mit dem Dienst als Jugendpfarrer im damaligen Kirchenbezirk Stollberg beauftragt.
1964 in Dornreichenbach bei Wurzen geboren, entschied sich Tobias Bilz nach seinem Schulabschluss in Pleißa bei Chemnitz und einer Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker in einer Werkzeugfabrik in Altenburg 1983 für die Aufnahme eines Theologiestudiums am Theologischen Seminar in Leipzig. Das Studium und den Vorbereitungsdienst (Vikariat) schloss er 1991 mit dem Zweiten Theologischen Examen ab. Tobias Bilz ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.
Tobias Bilz richtete das Wort an die Landessynode: Er sagte: „Ich bin bewegt und danke der Landessynode für dieses große Vertrauen. Ich sehe dies als Zeichen, dass wir zusammen stehen werden als Kirche. Aber Vertrauen muss auch weiter wachsen.“
Die Anliegen seiner Mitkandidaten habe er im Blick, sagte Bilz weiter. In den letzten Wochen während der Kandidatur sei ein Verbundenheitsgefühl zu seinen Mitkandidaten Ulrike Weyer und Andreas Beuchel entstanden, welches er gern weiter mitnehmen möchte. Tobias Bilz dankte aber auch allen, die in der Zeit der Vakanz im Bischofsamt die Kirche geführt und diese Bischofswahl organisiert hätten. Es sei etwas gewachsen in den letzten Monaten, das ein Boden für Neues sein könne. Er schloss mit einem Bibelwort und einem Gebet.
Als einer der ersten Gratulanten übermittelte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern seine Glückwünsche: „Zur Wahl zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gratuliere ich Tobias Bilz von Herzen. Seine Erfahrungen als Pfarrer in der Kirchengemeinde, die guten Kenntnisse landeskirchlicher Themen und Strukturen aus seiner Tätigkeit als Dezernent im Landeskirchenamt und insbesondere seine Erfahrungen mit jungen Menschen als Landesjugendpfarrer, werden zu einem segensreichen Wirken im neuen Amt führen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in der EKD.“
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), hat Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz) anlässlich seiner Wahl zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gratuliert. Im Namen der Kirchenleitung und der Bischofskonferenz der VELKD wünschte er ihm Gottes Segen für den Dienst im bischöflichen Amt.
„Sie bringen vieles mit, um die Kirche als Weggemeinschaft, Ermutigungsgemeinschaft und Suchgemeinschaft mitzugestalten: pfarramtliche Praxis aus der Kirchengemeinde, Leitungserfahrung und eine gute Kenntnis landeskirchlicher Themen und Strukturen aus Ihrer Tätigkeit als Dezernent im Landeskirchenamt. Ihre lange Zeit als Landesjugendpfarrer wird Sie dafür sensibilisiert haben, auf die Stimmen junger Menschen zu hören, gemeinsam Kirche zu gestalten mit denen, die nach uns kommen, und denen Raum zu geben, die eigene Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen möchten.“
Im Blick auf die Situation der sächsischen Landeskirche schreibt der Leitende Bischof: „Viele unterschiedliche Erwartungen richten sich an Sie. Das Bischofsamt ist ein Amt der Einheit, und doch kann auch dieses Amt seinen Beitrag zum Zusammenhalt einer theologisch vielfältigen Kirche nur im Zusammenspiel mit allen anderen leisten, die in der Kirche Dienst tun. Dazu wünsche ich Ihnen Kraft und zugleich Gelassenheit, die aus Gottes Geist kommen.“
Als Gast und Gratulant kam Dr. Horst Gorski, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD und Leiter des Amtes der VELKD, nach Dresden und verfolgte die Wahl.
Nach der Wahl wurde Tobias Bilz durch die Kirchenleitung zum Landesbischof ernannt und verpflichtet. Damit hat er mit dem 1. März 2020 das Amt des Landesbischofs angetreten. Die feierliche Einführung erfolgt am Sonnabend, 25. April 2020, um 12:00 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche durch Landesbischof Ralf Meister. Neben den Pfarrerinnen und Pfarrern der sächsischen Landeskirche werden haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende sowie Gäste aus Ökumene, der Partnerkirchen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft erwartet.
Abschiedsabend der 27. Landessynode im Haus der Kirche
Nach der Wahl kamen am Abend die Mitglieder der 27. Landessynode nach sechsjähriger Legislatur zu ihrem Abschiedsabend zusammen. Nach den turbulenten Ereignissen des letzten halben Jahres und dem eindeutigen Wahlergebnis zur Bischofswahl, konnte nun die Spannung abfallen und das lockere Gespräch gesucht werden.
Fotoimpressionen ließen noch einmal die sechs Jahre Revue passieren.
Dies wirkte fast als verkürzte Darstellung angesichts der doppelten, also der zwölfjährigen Präsidentschaft von Otto Guse. Insgesamt gehörte er 18 Jahre der sächsischen Landessynode an. Daher war es auch ein „großer“ und nicht ganz emotionsloser Abschied, denn Präsident Guse wird sich aus der synodalen Arbeit zurückziehen.
Großer Dank wurde ihm stellvertretend seitens des Präsidiums, der Mitarbeitenden und des Landeskirchenamtes entgegengebracht. Guse verwies zwar auf jeweilige Umbruchphasen in der Amtszeit seiner Vorgänger, aber auch ihm blieben besondere Herausforderung und Zumutungen im kirchlichen Leitungsamt nicht erspart.
Trotzdem überwog an diesen Abend Erleichterung und auch eine gewisse Aufbruchsstimmung, den Staffelstab an die 28. Landessynode zu übergeben. Immerhin findet derzeit die Vorstellung der Kandidierenden in den Wahlkreisen statt. Die Wahl ist am 8. März. Zu ihrer Konstituierung trifft sich die neue Landessynode Ende Juni in Dresden.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.