Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Taufwald in Wyhra erhält 1.500 Euro Preisgeld
15 Sept. 2020
BORNA - Die Kirchgemeinde Wyhratal belegte beim Förderwettbewerb VRK GemeindeGrün mit ihrem Umweltprojekt „Taufwald in Wyhra“ den dritten Platz. Mit dem Preisgeld kann nun die Umsetzung starten.
Bereits im Juni richtete sich der Wettbewerb des Versicherers im Raum der Kirchen deutschlandweit an Kirchgemeinden, die sich für die Umwelt engagieren und lobte Preisgelder von insgesamt 11.000 Euro aus. In den vier Kategorien Naturschutz, Ressourcen, Klimaschutz und Ernährung beteiligten sich 56 Kirchgemeinden mit ihren nachhaltigen Projekten, darunter vier auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche.
Vom alten Friedhof zum Taufwald
Ein alter Friedhof im beschaulichen Wyhra, ein Ortsteil von Borna, soll zum Taufwald umfunktioniert werden. Auf dem zu DDR-Zeiten von der Stadt Borna errichteten Friedhof werden seit 20 Jahren keine Bestattungen mehr vorgenommen, weshalb das Grundstück ungenutzt blieb. Nun soll dort je Täufling ein Baum gepflanzt werden. Auf der mit einer Mauer umrandeten Fläche haben schätzungsweise 50-70 Bäume Platz.
Das Projekt möchte speziell das Thema Taufe in den Mittelpunkt rücken. Die Kirchgemeinde Wyhratal möchte, dass der Ort so ansprechend wird, dass Menschen in persönlichen Kontakt kommen wollen, vielleicht auch neu darüber nachdenken, ihre Kinder taufen zu lassen. Eine Tafel am Eingang wird von der Idee des Taufwaldes auf diesem besonderen Grund erzählen und einladen, diesen Ort wahrzunehmen und mitzugestalten.
Ganz konkrete Ideen haben Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach und ihre Sekretärin Frau Bauer entwickelt. „Wir wollen die Bäume sternförmig anordnen, dazwischen „Wege zur Mitte“. In der Mitte werden Bänke stehen, die wir von Spendern erhalten. Je nach Finanzen wird es auch ein Brunnen oder eine Vogeltränke geben. Auf jeden Fall sollen die Bänke zum Gespräch und Verweilen einladen. Eventuell gibt es noch zusätzlich den ein oder anderen „Naschbaum“ für die Kinder“, beschreibt Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach die Zukunft des Grundstücks. „An den Bäumen sollen Nistkästen aller Art angebracht werden. Zudem soll ein Wiesenbereich als Blumenwiese wachsen, um den Insekten und Bienen Entfaltungsmöglichkeit zu bieten. Entlang der Mauer sollen Rosenbüsche wachsen.“
Förderung im Rahmen des Projekts einsetzen
Das Preisgeld soll für die Planung des Grundstückes und die Aufarbeitung des Geländes eingesetzt werden. Eine Planerin ist bereits mit den beiden Verantwortlichen im Gespräch. Zeitnah wird das Projekt durch die Gründung eines kleinen Teams verstärkt. „In der Gemeinde gibt es viele, die sich für das Projekt stark machen, wenngleich wir nur eine ganz kleine Gemeinde sind“, weiß Wyhratals Pfarrerin.
Bereits am kommenden Wochenende wird der erste Baum gepflanzt. „Am Sonntag, 20.09. zu Erntedank haben wir eine Taufe und pflanzen den ersten Baum – eine Magnolie. Wir ziehen nach dem etwas kürzeren Gottesdienst gemeinsam zum Taufwald und pflanzen dort mit Lied und Gebet. Die Schilder werden von den Familien gefertigt. Wir haben große Steine einer abgerissenen Scheune, die mit Namen, Taufspruch und Gestaltung versehen werden können. Die Pflege der Bäume übernehmen die Paten der Täuflinge“, berichtet Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach.
Die Kosten für die Bäume werden von den Eltern des zu taufenden Kindes selbst getragen. Ein Förster wird für die Auswahl der Bäume beratend zur Seite stehen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.