Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Talk im Café Dreikönig


06 Feb. 2021

Kosmos Kirche - zwischen Kanzel, Krise und Kundenorientierung

DRESDEN – Eine TV-Diskussionsrunde aus Dresden geht der Frage nach der verbliebenen gesellschaftlichen Innovationskraft der Kirchen nach. Beim „Talk im Café Dreikönig“ stellen sich Landesbischof Tobias Bilz, Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, eine engagierte Katholikin aus Leipzig sowie der Sprecher des Dresdner Nachtcafé-Koordinierungskreises den Fragen in einer neuen Ausgabe im SACHSEN FERNSEHEN.

Die vorfindliche Situation in Deutschland geht von gut der Hälfte der deutschen Bevölkerung aus, die entweder der evangelischen oder der katholischen Kirche angehören. Die Kirchen betreiben Kindergärten, Altenheime, Schulen, Jugendtreffs und viele weitere soziale Einrichtungen, die in der Gesellschaft unverzichtbar erscheinen. Begleitet wird dies aber mit Unzufriedenheit unter den Gläubigen und mit zunehmenden Akzeptanzproblemen in der öffentlichen Meinung.

Fehlt es der Kirche an Innovationskraft und Lebensweltbezug? Sind die Kirchen ein notwendiger stabilisierender Faktor in einer sich verändernden Gesellschaft oder doch nur überholte Institutionen aus vergangenen Tagen?
Landesbischof Bilz spricht zunächst über die Folgen der Corona-Pandemie und die Zumutungen für den Vollzug und das Erleben von Gemeinschaft. Kirche versuche bei den Menschen zu sein in ihren ganz unterschiedlich Situationen der Betroffenheit.

Da sei persönliches Gespräch wichtig. Er führe zahlreiche Telefonate, die sonst nicht so möglich seien, auch Social Media sei dabei eine erweiterte Form der Kommunikation. Die Pandemie sehe Bilz als Wegstrecke und empfinde sie als spannende Situation. Verantwortliche würden dies im Blick auf die nächsten zehn Jahre aufgreifen und unter dem Titel „Kirche die weitergeht“ neue Wege suchen. „Letztlich sind wir eine Weggemeinschaft auf großem Marsch zu Gott“, so seine Überzeugung.

Die Präsidentin der sächsischen Landessynode, Bettina Westfeld aus Dresden, könne sich ein Christsein ohne Gemeinschaft nicht vorstellen. Schließlich sei ein Austausch wichtig und hilfreich von Perspektiven über die eigene Begrenzung hinaus. Sie geht auf ihre persönlichen Eindrücke aus der synodalen Arbeit ein. So schätze sie besonders die unterschiedlichen Facetten der synodalen Persönlichkeiten. Es werde daher nach fast 20-jähriger Mitarbeit in der Synode auch angesichts der Themenvielfalt nicht langweilig.

Aufgrund der finanziellen Unterstützung anderer Kirchen aus dem Finanzausgleich müsse sehr verantwortlich mit dem Geld umgegangen werden. Die Synode prüfe und schaue genau, wohin das Geld gehe. Westfeld bestätigt ein Lernen von der Jugend hinsichtlich digitaler Zusammenkünfte und Konferenzen auch für zukünftige Synoden. Als Vision sehe sie und wünsche sich, dass sich mehr Gemeindeglieder für die Kirche verantwortlich fühlen und mit Engagement für die Gemeinschaft nach innen und außen wirken. Man solle sich aber nicht unter Druck setzen, da dies die Gefahr von Vergeblichkeitserfahrungen in sich berge.  

Stephanie Hauk aus Leipzig nehme auch in der katholischen Kirche Aufbrüche wahr, wie beispielsweise im derzeitigen Synodalen Weg. Der Jugend bescheinigt sie, dass sie gut ihre Anliegen selbst vortragen und vertreten könne. Sie sei als Katholikin stark von Familie und der Gemeinde geprägt. Bezogen auf die Mitgliederentwicklung sehe sie die Kirche im Umbruch, aber sie halte an der Hoffnung und Aufgabe fest, an einer lebendigen und strahlenden Kirche mitzuarbeiten.  

Gerd Grabowsky aus Dresden engagiert sich seit langer Zeit für die Nachtcafés in der Wohnungslosenarbeit und ist zugleich Kirchvorsteher. Ihn sporne die Liebe zum Menschen an, jenen zu helfen, die nichts haben und nicht wissen wohin. Wichtig sei diesen Menschen vorbehaltlos zu begegnen. Hilfe müsse unabhängig sein, was auch für die Werbung von Helfern und Helferinnen gelte. So arbeiten Christen mit unterschiedlichen Hintergründen und Motivationen mit. Der Sprecher des Nachtcafé-Koordinierungskreises wünsche sich mehr Kommunikation und Austausch zwischen den Gemeinden und dieser Projekte. Das setze mehr Offenheit und kürzere Entscheidungsprozesse voraus.

Diese Sendung und  Diskussion in der Moderation von Anja Polenz und Jan Witza wird in den Regionalprogrammen von SACHSEN FERNSEHEN ausgestrahlt. Die Erstausstrahlung war am 6. Februar mit Wiederholungen am So., 7. Februar, 8:00 Uhr; Sa., 13. Februar, 9:00 Uhr und So., 14. Februar, 21:00 Uhr.
Sachsen Fernsehen ist zu empfangen über Kabel, DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terestrian) und als TV-Livestream.

Synodalpräsidentin Bettina Westfeld
Stephanie Hauk und Gerd Grabowsky

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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