Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Tag der Friedlichen Revolution
09 Okt. 2021
FRIEDENSGEBET
LEIPZIG – Das Friedensgebet um 17:00 Uhr in der Leipziger Nikolaikirche am legendären 9. Oktober eröffnet die Feierlichkeiten zum Gedenken an den Durchbruch der Friedlichen Revolution vor 32 Jahren. Von hier gingen im September 1989 die Montagsdemonstrationen aus. Nach den Friedensgebeten am 9. Oktober versammelten sich in der Leipziger Innenstadt schließlich mehr als 70.000 Menschen, um gewaltfrei zu demonstrieren – der Durchbruch für die Friedliche Revolution.
Bereits seit 1982 hatten Friedens-, Umwelt-, und Menschenrechtsgruppen regelmäßig zu Friedensgebeten in die Nikolaikirche eingeladen. Die regelmäßigen Friedensgebete, jeweils montags um 17:00 Uhr, vereinten Menschen in ihren Sorgen, gaben ihnen Hoffnung aus der biblischen Botschaft und ließen sie mit Mut und ohne Gewalt in den Alltag der Welt gehen.
Zum diesjährigen Friedensgebet in der Nikolaikirche wird der Pfarrer und Bürgerrechtler Stephan Bickhardt (Direktor der Ev. Akademie Sachsen) predigen. Er wird auf die Bedeutung von freien und geheimen Wahlen eingehen, deren Verletzung im Mai 1989 mit den nachgewiesenen Wahlfälschungen zum Anfang der Demokratiebewegung in der damaligen DDR führte. Bickhardt wird Demokratiebewegungen in der Ukraine, in Russland und nicht zuletzt in Belarus ansprechen und Unterstützung einfordern. So, wie bei den Mahnwachen am Tor der Nikolaikirche, bei denen sich Leipzigerinnen solidarisch mit Belarus zeigten. Für Bickhardt dürfe nach den eigenen Erfahrungen aus der Vergangenheit die Demokratie nicht zugrunde gehen – „Demokratie soll weiter gehen. Alle Menschen haben ein Anrecht in demokratischen Verhältnissen zu leben“, ist er überzeugt.
Die Bürgerrechtlerin Ina Rumiantseva (Verein Belarussische Gemeinschaft RAZAM) wird über die politische Lage in Weißrussland berichten. Die musikalische Ausgestaltung hat der Liedermacher und Autor Clemens Bittlinger.
Im Anschluss an das Friedensgebet findet in der Nikolaikirche die "Rede zur Demokratie" statt. Diese gehört seit 2001 zu den Kernveranstaltungen der Reihe "Herbst "89". Die diesjährige Rede zur Demokratie wird der Bürgermeister der Stadt Kiew, Dr. Vitali Klitschko, halten.
LICHTFEST
2021 präsentiert sich das Lichtfest Leipzig mit einem neuen, dezentralen Konzept. Wichtigste Änderung: Statt wie bislang ausschließlich auf dem Augustusplatz findet das Lichtfest in diesem Jahr an mehreren Orten innerhalb des Rings statt. Von 19:00 bis 23:00 Uhr sind auf dem Augustusplatz, dem Burgplatz und dem Richard-Wagner-Platz Lichtinstallationen zu erleben. Neu ist ebenfalls, dass es kein Bühnenprogramm gibt. Besucherinnen und Besucher können so den ganzen Abend nutzen, um alle Installationen und die Kerzen-89 in loser Reihenfolge aufzusuchen.
KONZERTE
Um 20:00 Uhr lädt die Peterskirche am Gaudigplatz zu einem Konzert mit der Philharmonie Leipzig ein. Es erklingen unter Leitung von Michael Köhler von A. Dvorak die Sinfonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt" und von A. Piazolla die „Vier Jahreszeiten“.
Am Sonntag, 10. Oktober, bietet die Nikolaikirche um 17:00 Uhr ein Dialogkonzert “Herr, kehre ein in dieses Haus” mit Benediktinerpater Anselm Grün und Liedermacher Clemens Bittlinger und Band an. So entfalten die beiden die einzelnen Bitten eines Mut machenden und trostvollen Gebetes und interpretieren sie ganz neu für unsere Zeit.
„Die Worte dieses Gebetes sind erfüllt von dem Glauben, mit dem viele Generationen ihr Leben bewältigt haben. Sie sagen mir: ‘Du bist nicht allein. Wir sind bei dir. Wir stärken dir den Rücken. Wir beten mit dir. Und wir sagen dir: Auch dein Leben wird gelingen!’“ so Pater Anselm Grün.
Der Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger greift mit seinen einfühlsamen Liedern die einzelnen Gedanken auf und führt sie weiter. Immer wieder ist das Konzertpublikum eingeladen mitzusingen und sich einzustimmen auf die heilsamen Schwingungen dieses Gebetes. Musikalisch begleitet wird er dabei von dem kongenialen Schweizer Pianisten David Plüss und dem Multiinstrumentalisten David Kandert.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.