Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Superintendenten besuchen das Predigerseminar in Wittenberg


02 März 2020

Besuch dient der Information über die Ausbildung angehender Pfarrinnen und Pfarrer

WITTENBERG - Die Superintendentinnen und Superintendenten der sächsischen Landeskirche sind am 2./3. März zusammen mit Mitgliedern des Landeskirchenamtes sowie dem neu gewählten Landesbischof Tobias Bilz im Predigerseminar in Wittenberg zu Gast. Sie informieren sich hier über die Ausbildung der angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer im Vikariat. Begrüßt wurden sie zunächst durch die Superintendentin des Kirchenkreises Wittenberg und ehemalige Studienleiterin am Predigerseminar, Dr. Gabriele Metzner.

Sie berichtete über die Situation der Kirchgemeinden in der säkularisierten Gegend um Wittenberg herum. Im Anschluss erläuterte die Direktorin des Predigerseminars, Frau Dr. Sabine Kramer, der sächsischen Delegation den Ablauf des Vorbereitungsdienstes und die Schwerpunkte der Ausbildung im Predigerseminar. Gemeinsam mit Pfarrer Stefan Günther, der aus dem Pfarramt in Sachsen kommend derzeit als Studienleiter am Predigerseminar unterrichtet, führte sie durch die Räumlichkeiten des Predigerseminars.

Diese sind seit 2017 im modern sanierten Wittenberger Schloss untergebracht, wo neben Seminarräumen auch eine Bibliothek und ein besonderer Andachtsraum zur Verfügung stehen. Die Superintendenten und Mitglieder des Landeskirchenamtes tauschten sich mit den Ausbildern des Predigerseminars darüber aus, was die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer derzeit bewegt und welche Erwartungen bzw. Wünsche sie an den Pfarrberuf haben. Die sächsischen Superintendenten stellten viele Fragen bzw. berichteten von ihren Eindrücken der jungen Pfarrergeneration. Der Leiter des Institutes für Seelsorge und Gemeindepraxis in Leipzig, Thilo Mahn, erläuterte die Seelsorge-Ausbildung im Rahmen des Vikariats.

Nach dem Theologiestudium schließt sich für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer eine praktische Ausbildung, das Vikariat, an. Die jungen Theologinnen und Theologen machen in dieser Zeit erste Berufserfahrungen in den Kirchgemeinden, in denen sie von einem Mentor bzw. einer Mentorin begleitet werden und in regelmäßigen Abständen an Kursen im Predigerseminar teilnehmen. Im Predigerseminar wird die praktische Ausbildung durch Üben und Experimentieren, durch Reflektieren und Diskutieren unterstützt. Die Erfahrungen in den Gemeinden sind dabei ebenso im Blick wie neuere praktisch-theologische Entwürfe und kirchliche Positionen zu aktuellen Fragen. Die Ausbildung vollzieht sich in einer intensiven Arbeits- und Lebensgemeinschaft.

Seit 2006 werden im Predigerseminar in Wittenberg Vikarinnen und Vikare von vier Landeskirchen ausgebildet – neben der sächsischen Landeskirche sind dies angehende Pfarrerinnen und Pfarrer aus der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, aus der Evangelischen Kirche Anhalts und aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Innerhalb des 30monatigen Probedienstes in einer Kirchgemeinde kommen die Vikarinnen und Vikare in neun Präsenzphasen im Predigerseminar in Wittenberg zusammen und reflektieren ihre Erfahrungen aus der Gemeindepraxis. Insgesamt 80 Tage verbringen die jungen Theologinnen und Theologen gemeinsam in Wittenberg in dem modern sanierten historischen Ensemble um die Wittenberger Schlosskirche herum.

Gemeinsam mit den Kursteilnehmenden gestalten die Studienleiterinnen und Studienleiter ein Lehr- und Lernangebot, das an den Erfordernissen der Kirche und den Bedürfnissen der Vikarinnen und Vikare ausgerichtet ist. Eine besondere Chance der Ausbildung liegt in ihrem Perspektivenreichtum. Erfahrungen aus verschieden geprägten Landeskirchen, aus Stadt und Land, aus eher traditionell geprägten Gemeinden und aus neuen Gemeindeformen treffen aufeinander und können produktiv aufeinander bezogen werden. Dabei wird das Gespräch zwischen der Theologie und den Humanwissenschaften gepflegt. Auch die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden der Stadt Wittenberg, dem Zentrum für Evangelische Predigtkultur und der Paul-Gerhardt-Stiftung als Einrichtung der Diakonie bereichern das Ausbildungsangebot.

Die Einführung in einen geistlichen Beruf braucht ein geistliches Fundament. In den täglichen Andachten und beim Mittagssingen besinnen sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Grund, der sie trägt. Die Arbeits- und Lerngemeinschaft des Predigerseminars ist eine umfassende Erfahrung von Kirche und vollzieht sich im wechselseitigen Gespräch und der wechselseitigen Beratung und Tröstung der Brüder und Schwestern, gemäß der Stiftungsformel des Predigerseminars Wittenberg: "per mutuum colloquium et consolationem fratrum et sororum".

Predigerseminar am Wittenberger Schloß

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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