Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Solidarität und Gebete für Frieden


21 Feb. 2024

Dresdner Superintendent Behr derzeit im ukrainischen Lemberg

DRESDEN - Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon zwei Jahre. Derzeit befindet sich Superintendent Christian Behr vom Kirchenbezirk Dresden Mitte im ukrainischen Lviv (Lemberg). Er ist u.a. zu Gast im Ökumenischen Institut, bei einer Obdachloseninitiative und in einem Kinderheim. Er besuchte bereits einen Gedenkgottesdienst für gefallene Soldaten sowie einen Friedhof mit tausenden Soldatengräbern. “Wir versuchen hier ein Volk im Kriegszustand zu verstehen,” so Behr. Die Menschen seien dankbar für die Solidarität der deutschen Gäste.

Zugleich rufen hier in Dresden anlässlich des zweiten Jahrestags des russischen Überfalls auf die Ukraine mehrere Kirchen die Situation der Menschen vor Ort und der vielen Flüchtlinge ins Bewusstsein.

Bereits am Freitag, 23. Februar 2024, um 18:00 Uhr, lädt die Kirchgemeinde “Frieden und Hoffnung” in die Friedenskirche Löbtau, Wernerstraße, zum Friedensgebet ein. “Wir sind fassungslos angesichts der scheinbar endlosen Spirale des Tötens, Verwundens, Vertreibens und Verurteilens. Ohnmacht macht sich breit, Wut, Enttäuschung, vielleicht auch Bitterkeit, Abstumpfung und Verdrängung!?” so die Initiatoren der Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung. Auch in anderen Teilen der Welt tobten seit Jahren oder Jahrzehnten Kriege und Gewalt, verlören Menschen ihre Heimat, sei unsägliches Leid an der Tagesordnung, unter anderem im Nahen Osten.

“Mit dem Friedensgebet wollen wir ganz bewusst ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für den Frieden. Wir wollen uns nicht verschließen, nicht gleichgültig sein – sondern unsere Möglichkeiten nutzen. Als Kirche, als Christen können und dürfen wir Gott unseren Herrn anrufen und ihn im Gebet um Frieden bitten und alles vor ihn bringen: Unsere Sorgen, Ängste und Nöte, unsere Klagen, unsere Bitten und Fragen – aber auch das, worüber wird dankbar sind. Und wir dürfen auch in unserer Sprachlosigkeit oder gerade in der Stille des Gebets darauf vertrauen, dass Gott uns hört und unser Schweigen füllt,” heißt es in der Ankündigung.

Die Frauenkirche thematisiert Kriegsleid und Friedenshoffnung am 24. Februar mit einem Friedensläuten um 12:00 Uhr, der eigens gestalteten Mittagsandacht "Friedenswort & Orgelklang" und einem offenen Angebot am Nachmittag am Anschluss an die Kundgebung auf dem Neumarkt. Ab ca. 16:15 Uhr steht die Unterkirche unter der Überschrift "Für die Ukraine. Klang – Raum – Stille" zum Gebet, Kerzenanzünden und Still Werden zur Verfügung. Ein ukrainischer Violinist begleitet das Angebot klanglich.

Eine Reihe Kirchen bieten seit dem Überfall auf die Ukraine und den kriegerischen Handlungen dort regelmäßige Friedensgebete an, darunter das Gemeindezentrum Niedersedlitz (wöchentlich immer donnerstags 18:00 Uhr) oder die Apostelkirche Dresden-Trachau (Friedensandacht am ersten Mittwoch im Monat, 19:00 Uhr). Einige hissten Friedensbanner, darunter das Jugendzentrum JUGENDKIRCHE DRESDEN, oder die Versöhnungskirche Dresden-Striesen. Diese hat aus Anlass des 2. Jahrestags des Angriffs auf die Ukraine das Banner neu gefertigt.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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