Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Siebenwöchige Passionszeit vor dem Osterfest
26 Feb. 2020
„Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“
DRESDEN – Mit Aschermittwoch, 26. Februar, beginnt die siebenwöchige Passionszeit. Dieser Tag, der mit Abendgottesdiensten und Andachten begangen wird, wird in Sachsen zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert. In den 40 Tagen vor dem Osterfest finden wöchentliche Passionsandachten statt. In dieser Zeit kommen auch zahlreiche Konzerte zur Aufführung, auf die sich die Chöre in den Kirchgemeinden derzeit vorbereiten. Diese besonders geprägte Zeit des Kirchenjahres ist eine Zeit der Einkehr und der Besinnung, die den Blick nach innen richten und die Hinwendung zum Nächsten stärken möchte.
Am Aschermittwoch findet um 18:00 Uhr eine Andacht zum Frühjahrsbußtag im Leipziger Diakonissenkrankenhau statt. Zur gleichen Zeit beginnt im Zwickauer Dom ein Gottesdienst zum Frühjahrsbußtag mit der Altarwandlung. Um 19:00 Uhr findet in der Leipziger Peterskirche ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Traditionell gibt es eine Andacht um 19:30 Uhr in der Annenkapelle am Freiberger Dom. Um 20:00 Uhr spielt Thiemo Janssen (Norden) ein Orgelkonzert zum „Musikalischen Aschermittwoch“ in der Dresdner Kreuzkirche mit Werken von Dieterich Buxtehude, Georg Böhm, Johann Sebastian Bach und Jehan Alain.
Beginn von Projekten und Aktionen in der Passionszeit
Mit Beginn der Passionszeit beteiligen sich Christen in Deutschland an Fastenaktionen. Die evangelische Aktion „7 Wochen Ohne“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“. Es geht darum, im Sinne Jesu Christi dazu ermuntern, Zukunftsangst und Misstrauen zu überwinden. In der Geschichte von Tod und Auferstehung, der die Fastenzeit und Ostern gewidmet sind, lebt neben Glaube und Liebe das Prinzip Hoffnung. Texte und Bilder sollen dazu ermuntern, auch in schwierigsten Lebensphasen nicht zu übersehen, wie viel Verstand, Mut und Können in uns, in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften steckt. Mit Zuversicht kann es gelingen, aus Krisen zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entdecken.
In der Passionszeit und darüber hinaus wird für einen Spendenzweck im Rahmen der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ geworben, die wieder ein soziales Projekt unterstützt. Die Spenden aus Sachsen für die mittlerweile 26. Aktion der sächsischen Landeskirche und Diakonie kommen rumänischen Kindern aus zerrütteten Verhältnissen zugute. Mit dem Erlös soll das Tageszentrum „Offenes Haus“ in Hermannstadt (Sibiu) unterstützt werden. Die Einrichtung ist Teil der sozialdiakonischen Arbeit der Evangelischen Kirchgemeinde A.B. in der siebenbürgischen Stadt. Das „Offene Haus“ bietet regelmäßig bis zu 25 Kindern Schutz und Förderung. Sie erhalten ein Essen und können duschen. Daneben geht es um langfristige Unterstützung, um dem Kreislauf aus Armut und Ausgrenzung zu entkommen.
In Chemnitz wird in das Gemeindezentrum der kath. Propstei-Kirche (Hohe Straße 1) ab 27. Februar bis 1. April immer mittwochs um 19:30 Uhr zu „Ökumenischen Exerzitien im Alltag“ eingeladen. Auch in Leipzig gibt es ab 2. März Ökumenische Exerzitien im Alltag an verschiedenen Orten. In Radebeul beginnen die Exerzitien im Alltag im Paul-Gerhard-Haus (Kapellenweg) am 3. März (19:00 Uhr). Exerzitien im Alltag sind geistliche Übungen, die über einen bestimmten Zeitraum unter "Alltagsbedingungen" absolviert werden. In regelmäßigen Abständen finden Treffen der Teilnehmenden mit Erfahrungsaustausch und Impulsen statt.
„Frei – Raum – Erleben – 7 Tage Fasten und Tanzen in Stille“ wird im Haus der Stille in Grumbach bei Meißen vom 6. bis 13. März angeboten. Das Fasten erfolgt nach Buchinger / Lützner und dient der Gesunderhaltung. Es ist kein Heilfasten im medizinischen Sinn.
Sächsischer Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch
Der sächsische Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch (26. April) ist auch über die Reformation hinaus von den zahlreichen Bußtagen der damaligen Kirche erhalten geblieben. Seit 1830 waren nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst angesetzt worden. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt.
Der Frühjahrsbußtag öffnet den Raum, Gott Klagen und Bitten angesichts der aktuellen Ereignisse zu benennen sowie Sünden zu bekennen und zu beichten. Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel empfiehlt für dieses Jahr die Initiative „Dekade der Umkehr“ der geistlichen Gemeinschaften in der Landeskirche als „guten Impuls“, der am Frühjahrsbußtag aufgenommen werden könnte. Zwar sei die Initiative unabhängig von den aktuellen Ereignisse entstanden und sie weise auch über die aktuellen Ereignisse hinaus, aber die Inhalte seien durchaus geeignet zur Vorbereitung für Andachten und Gottesdienste.
Passionsspiele, Passionskonzerte sowie Glaubenskurse
Als Zeit des Gedenkens an den Leidensweg Christi ist die Passionszeit eine stille Zeit, die Gelegenheit bietet, über sich selbst, sein Leben und den Glauben nachzudenken. Passionsspiele und Passionskonzerte laden dazu ein, sich intensiver mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen.
Kirchgemeinden führen in dieser Zeit auch Glaubenskurse durch. Einmal im Monat bietet die Philippuskirchgemeinde Dresden-Gorbitz einen Themenabend an, der an christliche Themen heranführt. Auch im Kirchspiel Großenhainer Land gibt es vergleichbare Initiativen. Seit Januar bieten in Dresden die Frauenkirche und die Kreuzkirche wieder den traditionellen Kurs „Religion für Neugierige“ an. Interessierte sind eingeladen, über persönliche Fragen zu Gott und zum Glauben nachzudenken. Dieser Kurs endet kurz vor dem Osterfest.
Am Sonntag, 22. März, wird um 15:00 Uhr in der Hoffnungskirche Dresden-Löbtau zum ersten Mal ein Passionsspiel aufgeführt. Das Stück unter dem Titel „Warum?“ wird von den Konfirmandinnen und Konfirmanden gespielt und vom Vokalchor der Kirchgemeinde musikalisch gestaltet. Es erzählt von den letzten Tagen Jesu, vom Einzug in Jerusalem über das Letzte Abendmahl bis zum Tod am Kreuz.
In der Karwoche begeben sich Jugendliche nach Andachten auf den Kreuzweg und gedenken des Leidens Jesu Christi. In eindrücklicher Art wird im erzgebirgischen Zschorlau ein Passionsspiel inszeniert. Mit Karfreitag beginnt die achttägige Aufführung des großen Zschorlauer Passionsspiels in der Sport und Spielhalle im erzgebirgischen Zschorlau. Die letzte Spielsaison war 2015 mit 5.600 Zuschauern.
In der 40-tägigen Passionszeit werden sich zunehmend Konzertangebote des Themas Christi Sterben und Auferstehung zuwenden. Insbesondere kurz vor und während der Karwoche, die mit Palmsonntag (5. April) beginnt, führen die Kantoreien die bekannten Passionsoratorien auf. Häufig sind es die Matthäuspassion und die Johannespassion von Johann Sebastian Bach, die in den Kirchen erklingen. Mit Palmsonntag werden auch die Konfirmationssonntage beginnen, die bis zum Pfingstfest reichen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.