Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Selig sind, die Frieden stiften
14 Feb. 2020
Zeichen für ein wertschätzendes und Demokratie achtendes Miteinander
DRESDEN – Die Frauenkirche in Dresden ruft am Montag, 17. Februar, um 18:00 Uhr zu einem Friedensgebet auf. „Gerade in diesen Tagen, in denen Dresden der Schrecken von Krieg und Zerstörung gedenkt, sind das wahrhaftige Erinnern und die bewusste Wertschätzung der demokratischen Grundordnung angezeigt“, so Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. „Als Christen predigen wir das Evangelium des Friedens. Es kennt keine Verächtlichmachung, keine Häme, keinen Hass. Es ruft uns auf, einander die Hände zu reichen und Zukunft zu gestalten. Wer dies beherzigt, wird daraus das feste Bekenntnis ableiten, Respekt zu üben, Demokratie zu leben und einander im Vertrauen zu begegnen.“
Bereits zuvor findet ein Ökumenisches Friedensgebet in der Kreuzkirche um 17:00 Uhr statt. Michael Zimmermann, Friedensbeauftragter der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens: „Wenn Kräfte entstehen, die spalten wollen, ist es gut zusammenzuhalten.“ Er wird das Friedensgebet liturgisch leiten und die Besucher einladen, ihn im Anschluss zur Frauenkirche zu begleiten.
Mit den Friedensgebeten setzen beide Kirchen ein Zeichen für ein friedfertiges Miteinander. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Im Anschluss sind die Teilnehmenden eingeladen, Kerzen als stille Botschafter des Friedens zu entzünden und mit ihnen in der Hand vor die Gotteshäuser zu treten.
Banner an der Frauenkirche mahnt zu Friedfertigkeit
Als weiteren Aufruf zu einem respektvollen Miteinander zitiert an der Dresdner Frauenkirche von nun an wieder ein großes Banner aus der Bergpredigt. Über dem Eingang C stehen auf Deutsch und Englisch die Worte Jesu „Selig sind, die Frieden stiften“ (Matthäus 5,9). „Die Frauenkirche ist eine steingewordene Ermutigung dafür, was Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Glaubensüberzeugungen zum Wohle aller schaffen können“, erklärt Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. „Die Kirche wurde wiedererrichtet, um im Wissen um unsere Vergangenheit der Botschaft von Frieden und Versöhnung Ausdruck zu geben. Das leben wir mit allem, was im Kirchenrund passiert, tragen es auf diese Weise aber auch unmissverständlich nach außen.“ Das Banner wird das Frühjahr über an der Kirche verbleiben.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.