Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
Seenotrettungsschiff "Sea-Watch4"
16 Aug. 2020
Landeskirche zum zivilgesellschaftlichen Bündnis "United4Rescue"
DRESDEN - „Wir erleben mit großer Betroffenheit, dass weiterhin Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken.“, sagt Landesbischof Tobias Bilz. „Es ist dringend erforderlich, dass die internationale Seenotrettung wieder vorbehaltlos ermöglicht wird.“ Am gestrigen Sonnabend hieß es „Leinen los“ für das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4". Das Bündnisschiff verließ den spanischen Hafen Burriana und nimmt derzeit Kurs ins zentrale Mittelmeer.
Über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist auch die sächsische Landeskirche an der Initiative für das Rettungsschiff beteiligt, aber sie mahnt auch dringend die Klärung der noch offenen Fragen an. So gebe es beispielsweise keine Klarheit darüber, an wen die Verantwortung für die Geretteten verlässlich übergeht und welche stabilen Verfahren der Aufnahme geregelt werden können.
Zivile Seenotrettung benötigt eine finanzielle Basis. Aufgrund immer wiederkehrender Nachfragen und kontroverser Positionen ist es Landesbischof Bilz wichtig zu erklären, dass die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens selbst keine Kirchensteuermittel für diese Initiative einsetzt. Gleichwohl ermutigt er Kirchgemeinden, Initiativen und Einzelpersonen, sich mit den Fragen um Flucht und Seenotrettung zu befassen und sich nach ihren Möglichkeiten aktiv mit einzubringen.
Gleichzeitig sollen die andere Bereiche der Fluchtmigration nicht aus dem Blick geraten. So lag für die sächsische Landeskirche ein Schwerpunkt in der Soforthilfe für Flüchtlinge in der bosnischen Region Bihač. Dort wurden durch die Behörden Lager aufgelöst, so dass Flüchtlinge teilweise in Wäldern leben mussten. Der Verein „Hilfe konkret e.V.“ konnte hier mit der Unterstützung der Landeskirche in Form von Zelten und Lebensmitteln helfen. Außerdem wurde ein Projekt der ökumenischen Initiative „AIDRom“ in Rumänien für die sozioökonomische und kulturelle Integration von Migranten gefördert. Ebenfalls wurde ein Nothilfe-Projekt der Roma-Kirche in Rumänien unterstützt, das Lebensmittelpakete in den Roma-Siedlungen verteilt, sowie ein Nothilfeprogramm des Lutherischen Weltbundes in den Flüchtlingslagern des Nahen und Mittleren Ostens.
Über regelmäßige Beiträge der Landeskirche für den Weltdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB) wird auch das Projekt „Symbols of Hope“ in Nigeria gefördert. Dies ist ein Aufklärungs- und Nothilfeprogramm der dortigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Rückkehrende Flüchtlinge mit oft traumatischen Erfahrungen erhalten hier Hilfe. Sie berichten über ihre Erlebnisse auf der Flucht und klären Menschen über die Gefahren einer Flucht auf.
Mehr bei evangelisch.de
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.