Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Schlussbericht der GEKE-Vollversammlung liegt vor


09 Sept. 2024

Stellungnahmen zu Demokratie, Migration, Minderheiten und interreligiösem Dialog

WIEN | HERMANNSTADT - Die 9. GEKE-Vollversammlung ging mit einer Fülle an neuen Arbeitsideen zu Ende, die im Abschlussbericht über die Vollversammlung aufgelistet sind. Insgesamt wurden von den Delegierten 18 Themen benannt, welchen sich der 13-köpfige Rat in den Jahren 2024-2030 widmen soll. Die in den Zukunftswerkstätten erarbeiteten Vorschläge für die weitere Arbeit der GEKE beinhalten unter anderem Studienprozesse zum Thema des christlichen Menschenbildes sowie zu einer „Theologie des Wandels“ sowie ein Lehrgespräch zum Thema „Konfessionalität in der Kirchengemeinschaft“ zu initiieren.

Zudem wird der Rat gebeten, neue Wege in der Kommunikation und Vernetzung zu finden und bei der missionarischen Verkündigung des Glaubens auch die jüngere Generation in den Blick zu nehmen. Die ökumenischen Dialoge – zusätzlich zu den Baptisten, Katholiken und Anglikanern auch mit den neuen Migrationskirchen in Europa – sollen vertieft, die Arbeit zum Thema Kirche und Demokratie sowie Migration fortgesetzt werden.

Die in den vergangenen sechs Jahren erarbeiteten Dokumente zu "Christliches Reden von Gott", "Praxis und Theologie des Abendmahls", "Kirche und Demokratie" und "Gender, Sexualität, Ehe, Familie" lagen der Vollversammlung vor und werden in den kommenden Monaten als Buch oder Zeitschrift veröffentlicht werden. Das Studiendokument „Gender, Sexualität, Ehe und Familie“ trägt verschiedene theologische Perspektiven sowie die neuesten Erkenntnisse aus Biologie und den Sozialwissenschaften zu Fragen von Homosexualität, Gender-Binarität oder Gender-Transition zusammen, wobei auch den dunklen Seiten der Sexualität – Missbrauch und sexualisierte Gewalt – ein Kapitel gewidmet ist.

Das Studienpapier hatte im Vorfeld dazu geführt, dass die ungarisch-reformierten Kirchen ihre Delegierten von der Vollversammlung zurückzogen; schließlich hat die Vollversammlung mit vier Nein-Stimmen, 8 Enthaltungen und 69 Ja-Stimmen zur Kenntnis genommen, dass der Rat der GEKE entschieden hat, das Studiendokument mit einem eigenen Vorwort zu veröffentlichen.

Vier Stellungnahmen zu Demokratie, Migration, Interreligiöser Dialog und Kirchen als Minderheiten

Die Vollversammlung diskutierte und verabschiedete außerdem 4 Stellungnahmen, deren voller Wortlaut im Schlussbericht einzusehen ist:

Demokratie: Die Kirchen wollen ein Beispiel für demokratische Formen der Beteiligung geben, in denen respektvolle und konstruktive Debatten geführt werden können, auch wenn es nicht immer Einigkeit gibt (z. B. in ethischen Fragen). Außerdem sollen die Kirchen als konstruktiv-kritische Partnerinnen in demokratischen Gesellschaften fungieren.

Migration: Migration ist „eine Form des menschlichen und sozialen Lebens“, die große Auswirkungen auf das Familienleben und die Kirchengemeinden hat. Es ist wichtig, Familien, die durch Migration auseinandergerissen werden, zu begleiten und für die Menschen in den neuen Zielländern da zu sein. An die Kirchen ergeht die Bitte, die Frage nach doppelten Mitgliedschaften zu erwägen. Mit dem Programm „Euro-Waisen“ hat die GEKE in den letzten Jahren Projekte für Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten, unterstützt. Diese Zusammenarbeit mit dem Gustav Adolf Werk sollen nach dem Willen der Vollversammlung fortgesetzt und intensiviert werden.

Interreligiöse Beziehungen im Blick auf den Krieg im Nahen Osten: Die GEKE ruft die Mitgliedskirchen dazu auf, mit Menschen anderer Religionen im Dialog zu bleiben, weil dadurch Unwissenheit, Angst und Vorurteile überwunden werden können.

Kirchen als Minderheiten: Die GEKE empfiehlt ihren Mitgliedskirchen, die in vielen europäischen Ländern Minderheitskirchen sind, sich mit ihrer eigenen Behandlung von Minderheiten auseinanderzusetzen, für die Rechte von Minderheiten einzutreten und ihre Minderheitenerfahrungen offen zu reflektieren.

Über die GEKE-Vollversammlung

Bei der GEKE-Vollversammlung kamen von 27. August bis 2. September etwa 200 Delegierte, Experten, Gäste und Mitarbeiter aus 69 Mitgliedskirchen zur zusammen, um die Arbeit der vergangenen 6 Jahre abzusegnen, und neue Arbeitsanliegen festzulegen. Das internationale und mehrsprachige Treffen fand in der lutherischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien) statt und stand unter dem Thema “Im Licht Christi – berufen zur Hoffnung“. Ein neu gewählter 13-köpfiger Rat wird die Arbeit der GEKE zwischen den Vollversammlungen 2024 und 2030 leiten. Ausführliche Angaben zum neuen Rat finden sich im Anhang zwei des Schlussberichts der Vollversammlung der GEKE. (Wien, 10.9.2024)

Alle Anhänge sind im Schlussbericht der Vollversammlung der GEKE zu finden, der auf der Website der GEKE-Vollversammlung in der Rubrik „Berichte | Öffentlich“ abrufbar ist: https://cpce-assembly.eu

OLKR Dr. Thilo Daniel aus Dresden und Superintendent Harald Pepel aus Zwickau waren auch auf der Vollversammlung in der Stadtkirche von Sibiu/Hermannstadt

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite