Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Sächsische Landessynode beendet ihre Frühjahrstagung


24 Apr. 2023

Impulse zur Kirchenentwicklung und missionarischen Ausrichtung

DRESDEN – Am Sonntagabend beendete die 28. Ev.-Luth. Landessynode Sachsens ihre dreitägige Frühjahrstagung. Die Tagung war bestimmt vom Thementag „Wo kommst du her? Wo willst Du hin? (Gen.16,8) – Kirche in der Zwischenzeit“, zu dem es zwei zentrale Impulsvorträge von Landesbischof Tobias Bilz und Prof. Dr. Michael Domsgen (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) gegeben hatte.

In seinem Impuls ging Landesbischof Tobias Bilz auf die aktuelle Situation der Kirche ein und nahm die Geschichte von Hagar zum Anlass über notwendige Voraussetzungen eines Aufbruches in der Kirche nachzudenken. Neben der Vergegenwärtigung der Umstände, aus denen man komme, müsste auch eine Vorstellung vom Ziel existieren, auf das man zusteuern wolle. Prof. Dr. Michael Domsgen beleuchtete die Frage der Kirchenentwicklung aus wissenschaftlicher Perspektive. Beide Vorträge sind innerhalb der Synodenberichterstattung nachzuhören. Zu diesen Impulsen tauschten sich die Synodalen sowohl in Arbeitsgruppen als auch in ihren Ausschüssen aus. Im Rahmen des Thementages gab es außerdem Raum zur Vorstellung von fünf Projekten, die im Rahmen der Initiative „Kirche die weitergeht“ neue Formen missionarischer Arbeit ausprobieren.

Der Kirchenleitungsbericht, der am Freitagabend vorgestellt worden war, nahm die thematischen Schwerpunkte der Arbeit der Kirchenleitung auf und formulierte daraus Fragen für die Weiterarbeit in der Landeskirche, u.a. im Blick auf Gemeindebild und Amtsverständnis, Mitgliederorientierung, Mission und Diakonie sowie im Blick auf Strukturfragen.

Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, Dietrich Bauer, ging in seinem Bericht auf Schwerpunkte der Arbeit in der Diakonie Sachsen ein. Er berichtet, dass der Ukrainekrieg und seine Folgen die Arbeit im letzten Jahr maßgeblich beeinflusst habe. So hätten diakonische Einrichtungen die Beratung und Betreuung von Kriegsgeflüchteten übernommen und ukrainische Kinder und Jugendliche seien in Kitas und Schulen aufgenommen worden. Weiter sammelte die sächsische Diakonie Spenden für die Diakonie in Polen, welche als kleine Organisation in weitaus größerem Maße Verantwortung für die Betreuung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine übernehme. Die Diakonie sei weiterhin zuständig gewesen für die Verteilung von Mitteln, die über die Aktion #wärmewinter von Einrichtungen und Privatpersonen beantragt werden konnten. In seinem Bericht ging Bauer auch auf die Situation diakonischer Einrichtungen angesichts des flächendeckenden Personalmangels ein. Positiv und ermutigend seien die Erfahrungen, die in den diakonischen Einrichtungen mit Freiwilligendiensten gemacht würden. Neben der Zusammensetzung des neu gewählten Diakonischen Rates ging er auch auf den Transformationsprozess ein, in dem sich die Diakonie Sachsen seit vier Jahren befinde.  

Die 28. Landessynode beriet und beschloss auf ihrer Tagung auch ein Kirchengesetz. Mit dem elften Kirchengesetz zur Änderung des Landeskirchlichen Versorgungsgesetzes wird die Auszahlung der Energiepreispauschale für eine kleine Gruppe von Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfängern der Landeskirche ermöglicht, die diese aufgrund der bisherigen Regelungen noch nicht erhalten hatten. 

Einen Schwerpunkt der synodalen Beratungen auf der Frühjahrstagung bildeten Fragen der Nachwuchsgewinnung und Personalentwicklung sowie der Umgang mit vakanten Stellen in Kirchgemeinden der Landeskirche. So beschloss die Landessynode die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die nach kurz- und mittelfristigen Lösungen für die Vakanzen in der Landeskirche suchen soll. Dieser gehören sowohl Mitglieder der Landessynode als auch Vertreter aus dem Landeskirchenamt sowie externe Personen an. Auch wurde das Landeskirchenamt mit der Weiterentwicklung des sogenannten Vakanzfonds beauftragt, so dass die Förderfähigkeit für einen erweiterten Bereich von Aufgaben möglich werde.

Die Synode beauftragte das Landeskirchenamt darüber hinaus mit der Schaffung der gesetzlichen Voraussetzungen für die Angleichung des Bemessungssatzes für die Dienstbezüge von Pfarrern und Pfarrerinnen sowie Kirchenbeamten und Kirchenbeamtinnen an das Besoldungsniveau des Freistaates Sachsen. Der Bemessungssatz der Dienstbezüge, welcher bisher bei 95 Prozent der Besoldung des Freistaates Sachsen liege, solle damit künftig auf 100 Prozent angehoben werden.

 

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite