Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Sächsische Landeskirche unterstützt Flüchtlingshilfe vor Ort


09 März 2022

Mehrere Mittel- und Osteuropäische Kirchen erhalten je 10.000 Euro

DRESDEN – Mit 60.000 Euro unterstützt die sächsische Landeskirche die diakonische Arbeit der evangelischen Kirchen in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien an deren Brennpunkten der gegenwärtigen Flüchtlingsaufnahme und –versorgung. Diese Länder tragen zurzeit die Hauptlast der Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine.

„Als sächsische Landeskirche sind wir den evangelischen Kirchen dieser Region besonders verbunden. Jetzt kommt es darauf an, Solidarität zu zeigen und das bewundernswerte Engagement dieser Kirchen in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen“, sagt Friedemann Oehme, Ökumene-Referent im Landes-kirchenamt in Dresden.

Konkret bedeutet dies, dass mit je 10.000 Euro die diakonische Arbeit der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, in Tschechien die der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder und der Schlesischen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses sowie die der Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei, der Ev.-Luth. Kirche in Ungarn und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien unterstützt wird.

Aus den Ländern und Kirchen treffen fast täglich Berichte und Meldungen über das Ausmaß der Flüchtlingsbewegungen und der Bemühungen und Hilfen in Dresden ein. Das Ev.-luth. Kirchenamt in Budapest schreibt beispielsweise: „Die Mehrheit der Geflüchteten besteht aus Ukrainern mit ukrainischer Sprache. Sie brauchen alles, was man in einem fremden Land brauchen kann. Es gab aber auch schon eine Studierendengruppe aus Uganda, denen geholfen wurde, weil sie in Kiew studiert hat und flüchten musste. … Unter Leitung des Ev.-Luth. Hilfsdienstes und in Zusammenarbeit mit weiteren Instituten prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich die Lage an der Grenze und erkundigen sich über die konkreten Bedürfnisse der Geflüchteten.“

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien hat auch Auslandsgemeinden in der Ukraine. Aus Prag wird dazu mitgeteilt: „Wir beobachten die Situation in den tschechischen evangelischen Gemeinden in der Ukraine. Sie liegen in einem bedrohten Gebiet, aber bisher ist es ruhig. Mehrere junge Männer aus den Dörfern wurden bereits in die Armee eingezogen. Auf dem Dachboden der Kirche ist eine Unterbringung für Flüchtlinge aus Odessa geschaffen worden. Man spürt rundherum eine riesige Welle der Solidarität. Möge Gott, der Herr, allen, die dieses Übel verhindern können, gesunde Vernunft und Kraft geben.“

In Rumänien stellt die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses ihre Gästehäuser und Erholungsheime für Flüchtlinge zur Verfügung, die nun  teilweise belegt sind. Die Kirche hilft über den ökumenischen Verein AIDRom, dessen Präsident Bischof Reinhart Guib ist. Der Verein hilft zudem an den Grenzpunkten mit Partnern vor Ort und unterstützt die Infrastruktur.
Über die Grenze zu Polen sind bisher die meisten Kriegsflüchtlinge in die EU eingereist. Die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen mit ihrem leitenden Bischof Jerzy Samiec hatte sofort ihre Mitverantwortung für Versorgung und Unterbringung gesehen, die von der dortigen Diakonie koordiniert wird. Inzwischen seien schon in 46 Gemeinden Plätze vorbereitet worden, lautet die letzte Information aus dem Kirchenamt in Warschau. Zudem gebe es Hilfstransporte in die Ukraine.

Spendenaufruf für polnischen Diakonie-Bus

Ukrainehilfe: Diakonie Sachsen möchte den Kauf eines Transportbusses und weiterer Hilfsgüter unterstützen

Angesichts der dramatischen Lage an den Grenzen zur Ukraine ruft die Diakonie Sachsen zu Spenden für die Diakonie Polen auf. Mit dem Geld soll der Hilfseinsatz zugunsten von Geflüchteten aus der Ukraine unterstützt werden. So sollen ein dringend benötigter Kleinbus angeschafft und darüber hinaus lebenswichtige Güter, darunter Hygieneartikel und Lebensmittel, gekauft werden.

Diakoniechef Dietrich Bauer sagt: „Unser östliches Nachbarland gewährt aktuell so vielen Geflüchteten aus der Ukraine Schutz wie kein anderes Land. Über 1,3 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind bereits gekommen. Sie mussten nach dem russischen Angriff von heute auf morgen ihre Häuser und Städte verlassen und zum Teil unter großen Gefahren die Flucht ergreifen. Viele kommen nach Tagen entkräftet und durch Gewalterlebnisse traumatisiert in den Nachbarländern an, wo sie nun vor einer ungewissen Zukunft stehen“.

Nach Einschätzung der Diakonie Polen ist die Lage aktuell von großer Dynamik geprägt. Hilfe ist sowohl in der Ukraine als auch an den Orten notwendig, wo Geflüchtete ankommen. Die Generaldirektorin der Diakonie Polen, Wanda Falk, zählt unter anderem auch Matratzen, Decken, Schlafsäcke, Kleidung, Erste-Hilfe-Kästen oder Unterwäsche als Artikel „erster Priorität“ auf.

Diakoniechef Dietrich Bauer ist von der großen Hilfsbereitschaft in Polen beeindruckt. „Ich bin sehr berührt, wie unser Nachbarland aktuell den Großteil der Geflüchteten aufnimmt. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass wir unseren diakonischen Partnern in dieser bewegten Zeit beistehen. Ich bitte Sie deswegen um eine Spende für die Finanzierung eines Kleinbusses und lebenswichtiger Güter, um die Arbeit der Diakonie Polen ein Stück weit zu unterstützen“, so der Diakoniechef.

Spenden werden erbeten auf das Konto der Diakonie Sachsen:

Bank für Kirche und Diakonie
IBAN:DE15350601901600300012

BIC: GENODED1DKD  -  Stichwort: „Hilfe Diakonie Polen“

Frau mit Kind an der polnischen Grenze (Foto: Diakonie Katastrophenhilfe)
(Foto: Diakonie Katastrophenhilfe)
Mehrzweckhalle als Verteilzentrum (Foto: Verein AIDRom)
(Beispielfoto: EVLKS)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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