Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Christen aus Sachsen auf dem Kirchentag in Hannover


27 Apr. 2025

Unter 1000 sächsischen Teilnehmenden sind Konfirmanden, Posaunenchöre, und Mitwirkende beim Kirchentagsprogramm

DRESDEN – Ob als Gäste oder Mitwirkende, rund 1000 sächsische Christinnen und Christen werden in dieser Woche zum Kirchentag nach Hannover aufbrechen.  Der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT), der vom 30. April bis 4. Mai 2025 mit einem umfangreichen Programm und ca. 1.500 Veranstaltungen an über 60 Orten in Hannover stattfindet, steht unter dem Kirchentagsmotto „Mutig - stark - beherzt“. Mitgestaltet wird er u.a. von über 3.000 Bläserinnen und Bläsern, 1.200 Sängerinnen und Sängern, über 500 Initiativen auf dem Markt der Möglichkeiten auf der Messe und 650 Gesprächsgästen aus dem In- und Ausland. Zusammen mit den tausenden Gästen machen die zahlreichen Mitwirkenden den Kirchentag zu einem großen Glaubensfest, auf dem neben Gottesdiensten und Kulturhighlights auch intensiv über gesellschaftliche Themen und Glaubensfragen diskutiert wird.

Die Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers ist vielen sächsischen Gästen noch als Partnerkirche aus der Zeit der deutschen Teilung bekannt. Zwischen zahlreichen Kirchgemeinden bestehen die Partnerschaften und Kontakte noch heute.  Gleichzeitig werden aber auch viele junge Menschen aus Sachsen zum Kirchentag nach Hannover fahren.

Konfi-Busse zum Kirchentag

So fahren zwei Busse mit Konfirmandinnen und Konfirmanden am 30. April von Dresden sowie von Wurzen über Leipzig nach Hannover, wo die Gruppen in einer Schule untergebracht sein werden. Der Vorsitzende des hiesigen Landesausschusses (Kongress und Kirchentag), Dr. Ingolf Huhn, informierte in einer Einführungsveranstaltung in Leipzig die Jugendlichen über das Programm des Kirchentages. So bietet das „Zentrum Junge Menschen“ während des gesamten Kirchentages eine große Auswahl an Veranstaltungen und Angeboten für Jugendliche. Einladende Zelte und weitläufige Flächen beherbergen abwechslungsreiche Workshops, spannende Talks, sportliche Aktivitäten und kreative Bastelaktionen.

Dr. Huhn, der auch Mitglied in der Präsidialversammlung des DEKT ist, freut sich sehr auf das Treffen. Er hofft, dass es nach der pandemiebedingten „Durststrecke“ gelinge, an den wunderbaren letzten Kirchentag in Nürnberg 2023 mit einem geistlichen Aufbruch in Kirche und Gesellschaft anzuknüpfen. Hannover sei ja die Gründerstadt der Kirchentagsbewegung (1949) und man fühle sich dort wie zu Hause. Der frühere Theaterintendant aus Sachsen wird im Zentrum Theater an drei Spielorten auf 24 Veranstaltungen moderieren, mitmachen und Anregungen geben.

Gottesdienst, Bibelarbeit, Podium und Abendsegen mit Landesbischof Bilz

Landesbischof Tobias Bilz wird ebenfalls am Kirchentag teilnehmen und am Freitagvormittag (2. Mai) eine gottesdienstliche Veranstaltung leiten, auf der es um „Glaube nach Gewalterfahrung“ geht. Am Samstag (3. Mai) gestaltet er zusammen mit der Autorin und Künstlerin Susanne Ospelkaus eine Dialogbibelarbeit zu „Mut zum Aufbruch“ (Matthäus 28,1-10) in der Apostelkirche. Am Samstagnachmittag um 15:00 Uhr wird er an einer Podiumsdiskussion im Zentrum Demokratie und Zusammenhalt unter dem Titel „Mit Gott gegen die Demokratie – Was das Beispiel USA uns in Deutschland lehrt“ teilnehmen, wo u.a. Bundespräsident a. D. Christian Wulff, der Journalist Arnd Henze und die Kirchenpräsidentin der United Church of Christ, Dr. Karen Thompson (Cleveland/USA) dabei sind. Am Abend gestaltet er zusammen mit der Berliner Politikerin und Influencerin Lilly Blaudszun um 21:30 Uhr den Segen zur Nacht an die Bühne auf dem Opernplatz.

Weitere Mitwirkende aus Sachsen beim Kirchentagsprogramm

Auf dem Markt der Möglichkeiten in der Messe präsentieren sich auch verschiedene sächsische Einrichtungen und Initiativen. Die sächsische Synodalpräsidentin Bettina Westfeld wird auf dem Markt der Möglichkeiten den Stand vom Lutherischen Weltbund betreuen. Zudem beabsichtigt sie, im ökumenischen Kontext in Veranstaltungen unterwegs zu sein, um internationale Gäste zu treffen und sich über gegenwärtige Entwicklungen in anderen Ländern und Kirche zu informieren.

Der Dresdner Jugendbildungsreferent Steffen Göpfert vom Landesjugendpfarramt leitet am Donnerstag (1. Mai) im Zentrum Demokratie und Zusammenhalt den Workshop „Respekt im Netz - stark gegen digitale Gewalt“ zur Stärkung von Medienkompetenz. Am Sonnabend (3. Mai) geht es im dortigen Mitmachforum beim Speeddating um vielfältige Lebensrealitäten in Deutschland.

Ebenfalls am Samstag (3. Mai) wird Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungsfragen aus Dresden, gemeinsam mit seinem Hamburger Kollegen als Referent im Zentrum Demokratie und Zusammenhalt die Werkstatt „Allianz des Misstrauens - Rechte Esoterik und Verschwörungsglaube“ leiten. 

Am Freitag (2. Mai) steht in der Neuapostolischen Kirche (Hannover-Süd) die Podienreihe „Ökumene“ unter der hoffnungsvollen Überschrift „Beherzt! Gemeinsam! Weiter! - Kirche als mutige Minderheit“. Unter mehreren Theologen, darunter die Bischöfin Nora Steen aus Schleswig, wird als Vertreter aus dem Osten Pfarrer Dr. Justus Geilhufe aus Großschirma mitdiskutieren.

Als besonderer Teilnehmer mit langjähriger Kirchentagserfahrung in Leitungsfunktionen ist am Donnerstag um 15:00 Uhr in der Halle 4 auf dem Messegelände Dr. Thomas de Maizière aus Dresden, Bundesminister a.D. und Präsidiumsvorstand des DEKT, im Zentrum Demokratie und Zusammenhalt zu erleben. Das Podium „Stürmische Zeiten – Krisen als Motor für unsere Demokratie“ wird Live übertragen.

Neben den Referentinnen, Gesprächsleitern und Podiengästen werden auch zahlreiche Bläserinnen und Bläser aus Posaunenchören sowie Chöre und Musikgruppen das Programm des Kirchentages mitgestalten. Hinzu kommen Pfadfindergruppen, die meist als Helferinnen und Helfer die Veranstaltungen unterstützen und absichern.

Das gesamte Programm und weitere Informationen auf der Webseite des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

MOTTO des DEKT: "mutig - stark -beherzt"

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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