Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Rückkehr der Figur des Ecce-Homo-Christus in die Busmannkapelle
29 Jan. 2019
Die Figur ist ein erstrangiges Werk der europäischen Kunstgeschichte
DRESDEN – Die Figur des Ecce-Homo-Christus kehrt am morgigen Mittwoch, 30. Januar, von der Dresdner Kreuzkirche zurück in die Busmannkapelle, wo sie seit 1834 bis April 1943 stand. Im Zuge einer Luftschutzsicherungsmaßnahme im damaligen Dresden gelangte die Figur in die Grabkammer unter Tür A der Frauenkirche. Die dort eingelagerten Kunstwerke konnten 1946 geborgen werden. Nur die Figur des Ecce-Homo-Christus war so sehr verschüttet, dass sie erst bei der Enttrümmerung zur Vorbereitung des Wiederaufbaues der Frauenkirche hervorgeholt werden konnte.
Mit Unterstützung des Dresdner Zonta-Clubs konnte die Figur restauriert und am 1. Sonntag im Advent 1998 in der Kreuzkirche aufgestellt werden. Die Kreuzkirche wurde ausgewählt, weil sich dort bereits andere Kunstwerke der 1963 auf Anweisung der Staatsorgane beseitigten Sophienkirche befinden. Die Sophienkirche wurde in Nachfolge der Schlosskapelle 1737 evangelische Hofkirche (bis 1918) und Predigtstätte der Oberhofprediger und dann der Bischöfe.
Die Figur ist auf der Sockelplatte mit „ECCE HOMO“ (Seht, welch ein Mensch!) beschriftet und stellt damit Christus dar, der nach der Geißelung, Dornenkrönung und Verspottung in Erwartung des Urteils vor Pontius Pilatus steht. Der Schmerzensmann hingegen ist eine Darstellungsform Christi, die nicht zur Chronologie des Leidensweges gehört, sondern den durch die Wunden der Kreuzigung ausgewiesenen Erlöser der Menschheit zeigt.
Die Skulptur des Ecce-Homo-Christus ist wahrscheinlich ein Werk des Sebastian Walther (1576-1645), der Mitarbeiter in der von Giovanni (Johann) Maria Nosseni als Unternehmer betriebenen Bildhauerwerkstatt war. Der 1544 in Lugano geborene und in Deutschland zur evangelisch-lutherischen Kirche übergetretene Nosseni hatte Kontakt zum bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit Giovanni da Bologna gehabt. Nosseni verstarb am 20. September 1620 in Dresden.
Ganz in dessen Formgefühl, aber bereits an der Schwelle vom Manierismus zum frühen Barock hat Sebastian Walther mit der Skulptur ein erstrangiges Werk der europäischen Kunstgeschichte geschaffen. Obwohl durch die rückwärtige Drapierung des Mantels eine bestimmte Ausrichtung der Figur vorgegeben ist, ist die Körperhaltung so kompliziert hin und her gewunden, dass man wechselnde, gleichermaßen gültige Standpunkte zur Betrachtung einnehmen soll. Trotz des Themas voller Schmerz und Leid sieht man einen fast unversehrten, muskulösen Körper im Sinne des humanistischen Ideals vom vollkommenen Menschen. So überwiegt noch die Geisteshaltung der Renaissance gegenüber den drastischen Schilderungen tief empfundener Gefühle in der barocken Kunst.
Am Dienstag, dem 12. Februar 2019, wird um 16:30 Uhr in einer Feierstunde der Busmannkapelle unter Anwesenheit von Christopher Cocksworth, Bischof von Coventry, ein Nagelkreuz als Zeichen der Versöhnung verliehen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.