Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Roman-Lesung: „Herbstjahr“ über Zeiten des Umbruchs
28 Sept. 2019
Ralph Grünebergers Roman über den Umbruch 1989/ 1990
DRESDEN – In der Dresdner Kreuzkirche liest am 30. September Ralph Grüneberger aus seinem Roman „Herbstjahr“. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Friedensgebets um 17:00 Uhr nach einer Einführung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, statt. Professor Dr. Hendrik Berth von der Technischen Universität Dresden moderiert die Lesung.
„Herbstjahr“ heißt der neue Roman von Ralph Grüneberger. Darin beschreibt der gebürtige Leipziger die letzten Monate der DDR aus der Sicht dreier junger Menschen. Im Mittelpunkt steht Jesse, Sohn eines SED-Funktionärs, der eher zufällig in eine der ersten großen Montagsdemonstrationen in der Messestadt gerät – und dort erstmals das brutale Vorgehen des Staates miterlebt. Volkspolizisten schlagen auf Demonstranten ein. Wasserwerfer schießen in die Menge. Die Attackierten wehren sich. Es gibt Verletzte auf beiden Seiten.
In Grünebergers Buch wirft die Gewalt den jungen Jesse aus seiner gewohnten Bahn. Die Auseinandersetzungen mit dem linientreuen Vater häufen sich. Jesse lernt Leute vom Neuen Forum kennen, engagiert sich. Es ist die Zeit, als der Staat noch einmal aufrüstet und die Bevölkerung warnt, die „Werte und Errungenschaften des Sozialismus“ notfalls auch mit der Waffe zu verteidigen. Viele rechnen mit dem Schlimmsten und gehen dennoch auf die Straße – unter ihnen: Jesse.
In seinem Roman gelingt es Ralph Grüneberger, anhand der Erlebnisse seines Protagonisten, den Zeitgeist der letzten Monate der DDR anschaulich einzufangen. „Herbstjahr“ erzählt dennoch keine Heldengeschichte, die in Jubel und Freudentränen mit dem Mauerfall endet. Vielmehr erleben Jesse und seine Freunde nach einer berauschenden Aufbruchsstimmung im Herbst 1989, was Millionen Ostdeutsche erlebten, als Betriebe praktisch über Nacht nicht mehr konkurrenzfähig waren und abgewickelt wurden, als Kollektive zerbrachen und mit ihnen Existenzen, Freundschaften und Ehen – ohne sich davon unterkriegen lassen zu wollen.
Ralph Grüneberger: „Herbstjahr“
September 2019 | 314 Seiten | 12 x 20 cm |
Paperback | ISBN 978-3-8392-2483-0
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.