Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

„Ritterlich! 750 Jahre Johanniter in Sachsen“


07 Juli 2025

Den christlichen Glauben verteidigen und den Nächsten zu dienen

ZITTAU - Das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster in Zittau zeigt noch bis zum 26. Oktober 2025 in einer Sonderausstellung Exponate über das Wirken der Johanniter in Sachsen. Die Ausstellung „Ritterlich! 750 Jahre Johanniter in Sachsen“ zeichnet zudem die Geschichte des Johanniterordens von den Anfängen im Heiligen Land bis zur Gegenwart nach und präsentiert insbesondere Ausstellungsstücke aus Sachsen.

Kostbare mittelalterliche Handschriften aus der Zittauer Kommende, Gemälde sächsischer Johanniter, Kelche aus dem Johanniter-Krankenhaus Dohna-Heidenau oder eine Prozessionsfahne aus dem Malteserstift Räckelwitz zeigen, wie vielfältig das Ordensleben aussah und wie Ritterlichkeit in den Jahrhunderten interpretiert wurde. Damit macht die Ausstellung Werte sichtbar, die für unser Zusammenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind. In Zittau können Orte und Denkmäler aus der Johanniterzeit im Mittelalter neu entdeckt werden.

Das Kreuz mit den acht Spitzen ist ein bekanntes Zeichen. Man sieht es auf Krankenwagen, an Kindergärten oder Sozialeinrichtungen. Es ist das Zeichen des Johanniterordens, eines schon im 11. Jahrhundert gegründeten Ritterordens, der sich zum Dienst für Schwache und Bedürftige verpflichtet hat – und bis heute dieser Aufgabe nachgeht. Ritter gibt es noch heute. Nur besteht ihr Dienst nicht mehr im Schwertkampf, sondern er sieht sich einem ethischen Prinzip verpflichtet, der im christlichen Glauben wurzelt. „Ritterlich“ – das ist mehr als nur Schwert und Rüstung, Adel und Burg.

Die Stadt Zittau ist spätestens seit 1275 mit den Johannitern verbunden, die das Patronatsrecht über die Hauptkirche St. Johannis inne hatten. 1570 verkauften sie ihre Rechte und ihren Besitz an die Stadt. Noch heute erinnern an die einstige „Johanniterstadt“ wertvolle Chorbücher aus der Johanniskirche.

Die Ausstellung zeichnet die 750-jährige Geschichte des Ordens nach, der sich immer wieder an neue gesellschaftliche Bedingungen anpassen musste: Er wurde aus dem Heiligen Land vertrieben, gründete Ordensstaaten im Mittelmeer und teilte sich infolge der Reformation in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter.

Der Ordensauftrag, den christlichen Glauben zu verteidigen und den Nächsten zu dienen, blieb dabei unverändert. Aber die Aufgaben änderten sich. Gründete der Orden im 19. Jahrhundert Krankenhäuser an sozialen Brennpunkten, so baute er die nach dem Zweiten Weltkrieg national wie international tätige Hilfsorganisation auf. Seit 1990 sind Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst auch in Sachsen aktiv.

Die Johanniter und ihr Zeichen, das Kreuz mit den acht Spitzen, stehen für eine Kultur der Hilfe. Diese gilt der Ordenstradition nach allen, die sie benötigen, unabhängig von Glauben, Sprache oder Herkunft. „Ritterlich“ ist in diesem Sinne nichts Verstaubtes aus der Vergangenheit, sondern Handlungsauftrag für die Gegenwart.(Städtische Museen Zittau)

www.museum-zittau.de

Sonderausstellung vom 21. Juni - 26. Oktober 2025 im Museum Franziskanerkloster in Zittau

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite