Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Revolution und Demokratie


26 Apr. 2019

Zuwendungsempfänger können auch Religionsgemeinschaften sein

DRESDEN - 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und 100 Jahre nach der ersten Gründung eines Freistaates in Sachsen kommt es darauf an, die Erinnerung an diese Ereignisse erneut wachzurufen, sich dieses Erbe weiter oder ganz neu anzueignen und damit eine politische Kultur zu befördern, die mit Konflikten konstruktiv umgeht.

Christen in der damaligen DDR hatten einen besonderen Anteil an den gesellschaftspolitischen Veränderungen zum Ende der 1980er Jahre. Der totale Machtanspruch des kommunistischen Staates mit seiner atheistischen Weltanschauung führte zu einem dauerhaften Grundkonflikt zwischen Staat und Kirche.

Die Ergebnisse der Ökumenischen Versammlung, die 1988/89 in Dresden unter dem Thema “Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ stattfand, wurden zum geistigen Vorlauf der „gewaltlosen Revolution“, bestimmten danach die aus dem kirchlichen in den öffentlichen Bereich heraustretende Bürgerbewegung und fanden Eingang in die Programme neuer demokratischer Initiativen.

In dieser Zeit entstanden Zentren für Ökumene und Friedensarbeit, gemeindliche Aktionen zur materiellen Hilfe von Menschen in Mittel- und Osteuropa sowie das Engagement für christliche und reformpädagogische Bildung in Kindergärten, Schulen und Hochschulen in freier Trägerschaft. An diese Projekte zu erinnern, lohnt sich, aber auch an Initiativen, die sich in jüngster Zeit für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und für Demokratie eingesetzt haben.

Die sächsische Staatsregierung will mit einem Förderprogramm Projekte unterstützen, die sich mit den deutschen Revolutionen und den auf sie folgenden politischen Systemwechseln auseinandersetzen und diese Erfahrungen für die Zukunft der Demokratie fruchtbar machen. Das Förderprogramm möchte auch lokale und regionale Ereignisse und Entwicklungen in das Blickfeld rücken, die bislang kaum größere Aufmerksamkeit bekommen haben.

Mit den geförderten Projekten sollen nicht nur die Menschen angesprochen werden, welche den Übergangsprozess selbst erlebt und mitgestaltet haben, sondern insbesondere auch nachfolgende Generationen oder diejenigen, die diesem Thema bisher fernstehen. Zuwendungsempfänger sind u.a. Religionsgemeinschaften mit dem staatlich anerkannten Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, insbesondere Kirchengemeinden in Sachsen.

Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank (SAB). Anträge für eine Projektförderung können für das Jahr 2019 bis zu dem zweiten Stichtag am 31. Mai 2019 und für das Jahr 2020 bis zu den Stichtagen 31. Oktober 2019 und 28. Februar 2020 bei der SAB eingereicht werden.

http://www.revolution.sachsen.de/

Ökumenische Versammlung in der Kreuzkirche
Nikolaisäule auf dem Nikolaikirchhof markiert Ausgangspunkt der damaligen Demonstration

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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