Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Reformationsfest 2018 in Meißen
31 Okt. 2018
53. Etappe des Klimawegs begann mit einer Morgenandacht
MEISSEN – Bei klarem Morgensonnenwetter am Reformationstag, 31. Oktober, begann für die Pilger auf dem 3. Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit (Bonn-Katowice) in Meißen die anstehende Wegstrecke nach Dresden mit einer Andacht in der Allerheiligenkapelle am Kreuzgang.
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing begrüßte die Gruppe der Pilger auf ihrer 53. Etappe. Er verwies einerseits auf die schönen Wetteraussichten an diesem Tag auf dem Weg in die Landeshauptstadt, andererseits betonte er, dass dies aber nichts an der Ernsthaftigkeit des Anliegens ändere. Der Hinwendung zu Christus folge die Hinwendung zur Welt. Auch das Anliegen, für Klimagerechtigkeit, für Umwelt- und Klimaschutz einzutreten, bedeute die Verantwortung aus Christus heraus in der Welt wahrzunehmen.
„Das Herz bei den Armen haben“, das lese Dr. Rentzing aus den Worten der Bergpredigt: „Selig sind die Barmherzigen“. Anschließend verwies er auf die Menschen an den Küsten Indiens, deren Klagen über den steigenden Meeresspiegel „uns in den Ohren liegen“. Das führe zur Erkenntnis, dass „wir nicht das Recht hätten, uns als Räuber in der Welt zu benehmen, mahnte er. Gemeinsam sangen die versammelten Teilnehmer in der Andacht mehrere Lieder, bevor der Landesbischof den Reisesegen erteilte.
Danach begann der Wegabschnitt elbeaufwärts nach Dresden, wo abends Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen die Klimapilger im Rathaus empfangen wird. Weitere Gespräche und Begegnungen wird es am 1. November u.a. in der Gläsernen Manufaktur, im Sächsischen Landtag und in der Dresdner Frauenkirche geben. Hier findet eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz und Braunkohle statt. Am 2. November geht es weiter in Richtung Lausitz.
Festgottesdienst mit Abendmahl zum Kapiteltag des Hochstifts
In Meißen predigt am Reformationstag traditionell der sächsische Landesbischof im Dom in einem musikalisch reich ausgestalteten Gottesdienst. Auch in diesem Jahr bestritten dies unter Leitung von Domkantor Jörg Bräunig der Domchor Meißen, die Domkurrende und der Bläserkreis St. Afra/Dom.
Weiterhin wirkten liturgisch Dompfarrer Superintendent Andreas Beuchel, Dompropst Superintendent i.R. Andreas Stempel, Dechant Prof. Uwe Schirmer, Mitglieder des Domkapitels Meißen und Pfarrer der Stadt Meißen mit. Unter der anwesenden Festgemeinde wurden auch der Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, der Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, sowie weitere Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft begrüßt. Ebenso kamen Vertreter verschiedener Domstifte Mitteldeutschlands und Brandenburgs, um an der Eröffnung der Neufassung des Dommuseums als Beitrag im Jubiläumsjahr „1050 Jahre Hochstift Meißen“ teilzunehmen. Als besondere Unterstützer für das Projekt kamen auch Vertreter der Sparkassenstiftung.
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing predigte über einen Abschnitt im Paulus-Brief an die Galater. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, heißt es dort und Dr. Rentzing nahm den Freiheitsbegriff auf. Für ihn gebe es in der Menschheitsgeschichte keinen größeren Ort als die Freiheit. Freiheit bewege und berühre die Menschen, auch an diesem 1050 Jahre alten christlichen Ort. War es eine Geschichte der Freiheit oder der Unfreiheit?, fragte er. Denn auch von Kirche seien Signale des Unfriedens ausgegangen. Das sei Menschenwerk im Sinne des Gesetzes. Viel wichtiger sei es, das Erste zu sehen, denn zur Freiheit habe Christus befreit.
Schließlich gehe es hier um mehr als nur um Äußerlichkeit und Beliebigkeit. Selbstherrlichkeit und Selbstbezogenheit gefährdeten die Gemeinschaft und führten damit die Freiheit ins Gegenteil. Unfreiheit sei nicht nur ein äußerliches Gefangensein, sondern auch dann, wenn man sich selbst bindet auf dem Weg des Gesetzes. Bindungen können alltägliche Güter sein. Von dem Gefangensein könne Christus befreien, denn „Gott zielt mit seiner Liebe auf die Welt und er sucht das Gegenüber in Schöpfung“, sagte der Landesbischof.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.